Marciano della Chiana

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Marciano della Chiana
Wappen
Marciano della Chiana (Italien)
Marciano della Chiana
Staat Italien
Region Toskana
Provinz Arezzo (AR)
Koordinaten 43° 18′ N, 11° 47′ OKoordinaten: 43° 18′ 21″ N, 11° 47′ 15″ O
Höhe 320 m s.l.m.
Fläche 23,71 km²
Einwohner 3.441 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 145 Einw./km²
Postleitzahl 52047
Vorwahl 0575
ISTAT-Nummer 051022
Volksbezeichnung Marcianesi
Schutzpatron Andrea apostolo (30. November)
Website Gemeinde Marciano della Chiana
Panorama von Marciano della Chiana
Panorama von Marciano della Chiana

Marciano della Chiana ist eine Gemeinde mit 3441 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) in der Provinz Arezzo in der Region Toskana in Italien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage von Marciano della Chiana in der Provinz Arezzo

Die Gemeinde erstreckt sich über rund 24 km². Sie liegt etwa 14 km nordwestlich der Provinzhauptstadt Arezzo und 50 km südöstlich der Regionalhauptstadt Florenz im Chiana-Tal. Neben dem Chiana ist der Torrente Esse ein wichtiges Gewässer für den Ort,[2] obwohl er nur Einen seiner 29 km im Gemeindegebiet verbringt.[3] Der Ort liegt in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone E, 2 124 GG[4].

Zu den Ortsteilen zählen Badicorte (305 m, ca. 100 Einwohner) und Cesa (249 m, ca. 1000 Einwohner).[5]

Die Nachbargemeinden sind Arezzo, Castiglion Fiorentino, Foiano della Chiana, Lucignano und Monte San Savino.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Bewohner der Gegend waren Etrusker, die wahrscheinlich zum Einflussbereich der etruskischen Herrscher aus Chiusi gehörten. Halsketten, Keramiken und der sogenannte Torso di Marciano (eine Kriegerfigur, die sich heute im Archäologischen Museum Arezzo befindet[6]) wurden hier gefunden und werden dem 6. Jahrhundert v. Chr. zugerechnet. Das historische Ortszentrum dagegen stammt aus der Römerzeit. Erstmals erwähnt wird der Ort, bzw. der Ortsteil Cesa, in einem Dokument von Elemperto, Bischof von Arezzo, ausgestellt am 25. März des Jahres 1008.[7] Marciano selbst wird erstmals 1084 in einer Auflistung des Klosters Badia di San Quercio delle Rose (auch Nasciano genannt, nahe Pozzo della Chiana bzw. Pozzo in Val di Chiana[8], heute Gemeindegebiet von Foiano della Chiana) erwähnt. Im 12. Jahrhundert wurde der Ort freie Gemeinde und fiel dann unter die Herrschaft der Aretiner, welche die Festung (Rocca) und die Stadtmauern ausbauten.[6] Als Arezzo in eine Krise geriet, trat 1382 die Republik Siena an dessen Stelle und verstärkte die Festung.[9] Aber bereits zwei Jahre später wurde Marciano von der Republik Florenz eingenommen. 1439 eroberte der Condottiere Bernardino della Carda den Ort, der aber schnell von Florenz wieder befreit wurde. Die Schlacht von Scannagallo (Battaglia di Scannagallo, benannt nach einem Wassergraben südlich von Marciano zwischen Pozzo della Chiana und Santa Luce,[10] auch Battaglia di Marciano genannt) fand am 2. August 1554[2] statt. Hierbei besiegte die Republik Florenz unter Gian Giacomo Medici die Republik von Siena unter Piero Strozzi.[11] Mit der Republik Florenz trat die Gemeinde ins Herzogtum Toskana ein und verblieb dort (mit Ausnahme der napoleonischen Besetzung 1799 bis 1814) auch nach der Einigung Italiens.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche der Hl. Stefano und Andrea in Marciano della Chiana
Kirche San Bartolomeo Apostolo a Badicorte
  • Castello di Marciano, auch Rocca di Marciano genannt, mittelalterliche Burg im Ortskern.[12]
  • Chiesa dei Santi Stefano e Andrea, Pieve im Ortskern, die 1591 restauriert wurde, wahrscheinlich aber sehr viel älter ist. Enthält von Bartolomeo della Gatta das Werk Madonna col Bambino e i Santi Giacomo e Cristoforo.[13]
  • Chiesa del Carmine, mittelalterliche Kirche nahe dem Ortskern.[14]
  • Chiesa del Santissimo Crocifisso, ehemalige Kirche außerhalb des Ortskerns. Entstand im 16. Jahrhundert als Chiesa della Santissma Annunziata.[15]
  • Chiesa di Santa Lucia e di San Michele Arcangelo, Kirche im Ortsteil Cesa. Enthält von Salvi Castellucci (1608–1672), einem Schüler des Pietro da Cortona,[16] das Leinwandgemälde Madonna con il Bambino e i Santi Lucia e Michele, das ca. 1655/57 entstand. Von Castellucci stammen auch die Fresken der Gewölbe, Padre Eterno, Annuncio a Zaccaria und Tobiolo e l’Angelo darstellend.[13]
  • Chiesa di San Bartolomeo Apostolo a Badicorte, 1097 durch die Kamaldulenser gegründete Abtei. Wurde nach dem Weggang der Kamaldulenser 1487 mehrfach umbenannt.[17]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marciano della Chiana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. a b Emanuele Repetti: MARCIANO in Val di Chiana.
  3. Offizielle Website des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zum Torrente Esse, abgerufen am 25. Februar 2015 (italienisch)
  4. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 19. Februar 2015 (italienisch) (PDF; 330 kB)
  5. Offizielle Website des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Arezzo, abgerufen am 19. Februar 2015 (italienisch)
  6. a b Offizielle Website der Gemeinde Marciano della Chiana zur Geschichte des Ortes, abgerufen am 11. Januar 2010 (Version vom 20. August 2008 bei archive.org (Memento vom 20. August 2008 im Internet Archive))
  7. Emanuele Repetti: CESA in Val di Chiana. In: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846), Onlineausgabe der Universität Siena (pdf, ital.)
  8. Emanuele Repetti: Badia di S. Quirico delle Rose, a Nasciano - Anasciano, Nasciano. In: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846), Onlineausgabe der Universität Siena (pdf, ital.)
  9. Offizielle Website der Gemeinde Marciano della Chiana zum Castello, abgerufen am 11. Januar 2010 (Version vom 20. November 2008 bei archive.org (Memento vom 20. November 2008 im Internet Archive))
  10. Ettore Pellegrini: La caduta della Repubblica di Siena. Parte II: la guerra. nuova immagine editrice, Siena 2007, ISBN 88-7145-248-8, S. 138
  11. Offizielle Website der Gemeinde Marciano della Chiana zur Schlacht von Scannagallo, abgerufen am 11. Januar 2010 (Version vom 20. November 2008 bei archive.org (Memento vom 20. November 2008 im Internet Archive))
  12. Castelli Toscani zur Rocca di Marciano, abgerufen am 24. Februar 2015 (italienisch)
  13. a b Stefano Casciu (Hrsg.): I Luoghi della Fede: Cortona e la Valdichiana aretina.
  14. Offizielle Website der Parrocchia Marciano zur Kirche del Carmine, abgerufen am 24. Februar 2015 (italienisch)
  15. Offizielle Website der Parrocchia Marciano zur Kirche del Santissimo Crocifisso, abgerufen am 24. Februar 2015 (italienisch)
  16. Anchise Tempestini: CASTELLUCCI, Salvi. In: Dizionario Biografico degli Italiani, Vol. 21 (1978), abgerufen am 25. Februar 2015 (italienisch)
  17. Emanuele Repetti: BADICORTE (Abatia in Curte Luponis) in Val di Chiana. In: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846), Onlineausgabe der Universität Siena (pdf, ital.)