Marcillac

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Marcillac
Marcillac (Frankreich)
Marcillac
Gemeinde Val-de-Livenne
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Gironde
Arrondissement Blaye
Koordinaten 45° 16′ N, 0° 31′ WKoordinaten: 45° 16′ N, 0° 31′ W
Postleitzahl 33860
Ehemaliger INSEE-Code 33267
Eingemeindung 1. Januar 2019
Status Commune déléguée

Ehemaliges Bürgermeisteramt von Marcillac

Marcillac (okzitanisch Marcilhac) ist eine ehemalige Gemeinde mit 1.150 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2016) im französischen Département Gironde in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Sie gehörte zum Arrondissement Blaye und zum Kanton L’Estuaire (bis 2015: Kanton Saint-Ciers-sur-Gironde). Die Einwohner werden Marcillacois genannt.

Zum 1. Januar 2019 wurde Marcillac zusammen mit Saint-Caprais-de-Blaye zur Commune nouvelle Val-de-Livenne mit Sitz in Saint-Caprais-de-Blaye zusammengelegt. Saint-Caprais-de-Blaye und Marcillac besitzen hierbei den Status von Communes déléguées.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marcillac liegt ca. 20 km nordöstlich von Blaye und ca. 50 km nordnordöstlich von Bordeaux im Gebiet Blayais der historischen Provinz Guyenne an der nördlichen Grenze zum benachbarten Département Charente-Maritime.

Umgeben wird Marcillac von acht Nachbargemeinden und -orten:

Boisredon
(Charente-Maritime)
Courpignac
(Charente-Maritime)
Chamouillac
(Charente-Maritime)
Saint-Caprais-de-Blaye
(Val-de-Livenne)
Nachbargemeinden Souméras
(Charente-Maritime)
Saint-Aubin-de-Blaye Reignac Donnezac

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von Marcillac wurde schon sehr früh bewohnt. Angeordnete Kieselsteine, die östlich des Weilers Les Glorits gefunden wurden, belegen eine Besiedelung während der Altsteinzeit. Zeugnisse aus der gallorömischen Zeit wie beispielsweise ein graues Tongefäß sind ebenfalls an mehreren Stellen sichtbar. Ein Mosaikstein aus einer römischen Villa ist östlich des Ortszentrums gefunden worden.

Eine Besonderheit von Marcillac sind seine Hügel. Eine dieser Doues genannten Erhebungen befindet sich in der Nähe des Weilers Les Hauts Ponts. Der Hügel misst acht Meter in der Höhe und 15 Meter im Umfang. Untersuchungen am Gipfel ergaben außer Scherben von grauen Tongefäßen keine Anzeichen eines Bauwerks. Es handelt sich vermutlich um den Standort einer mittelalterlichen Festung mit einem Turm aus Holz. Der Legende nach dienten die Hügel als Weitergabe von Signalen.

Im Weiler Reguignon südöstlich des Ortszentrums zwischen einem Herrenhaus und einem Haus eines Müllers befand sich wahrscheinlich eine Burg, die im Mittelalter errichtet wurde. An der Stelle ihrer vier Türme wurden einst Eichen gepflanzt, die heute verschwunden sind.

Der Fluss Livenne, der durch den Ort fließt, versorgte eine große Zahl an Wassermühlen, darunter die größeren Mühlen La Touille, Reguignon, Bretagne und Les Vignolles.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von rund 2.070. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zur Jahrtausendwende auf rund 1.000 Einwohner, bevor eine Wachstumsphase einsetzte, die in jüngster Zeit wieder stagnierte.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2016
Einwohner 1.237 1.131 1.061 1.066 1.115 996 1.069 1.184 1.150
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[3] INSEE ab 2011[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche Saint-Vincen aus dem 12. Jahrhundert, als Monument historique eingeschrieben
  • Friedhofskreuz aus dem 15. Jahrhundert, seit 1907 als Monument historique klassifiziert
  • Mühle Reguignon aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Walkmühle, dann Getreidemühle, dann Mehlfabrik
  • Mühle Parodier aus dem 18. Jahrhundert, Getreidemühle, dann Mehlfabrik
  • Mühle Vignolles, Getreidemühle aus dem Ende des 19. Jahrhunderts

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes de la Gironde. Flohic Éditions, Band 2, Paris 2001, ISBN 2-84234-125-2, S. 1265–1266.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marcillac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. RECUEIL DES ACTES ADMINISTRATIFS SPÉCIAL N°33-2018-109 (fr, PDF) Département Gironde. S. 6–8. 23. Oktober 2018. Abgerufen am 12. Februar 2019.
  2. Marcillac (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 12. September 2016. Abgerufen am 12. Februar 2019.
  3. Notice Communale Marcillac (fr) EHESS. Abgerufen am 12. Februar 2019.
  4. Populations légales 2016 Commune de Marcillac (33267) (fr) INSEE. Abgerufen am 12. Februar 2019.