Marco Bülow

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Marco Bülow (2013)

Marco Bülow (* 14. Juni 1971 in Dortmund) ist ein deutscher Politiker (parteilos, bis 2018 SPD) und Autor. Seit 2002 gehört er als direkt gewählter Abgeordneter im Bundestagswahlkreis Dortmund I dem Deutschen Bundestag an.

Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur an der Anne-Frank-Gesamtschule in Dortmund studierte Bülow Journalistik, Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Dortmund (ohne Abschluss). Marco Bülow war von 1992 bis 2018 Mitglied der SPD. Er engagierte sich zunächst bei den Jusos und war von 1992 bis 1999 Mitglied im Juso-Vorstand Dortmund, zeitweise auch als Vorsitzender. Er gründete die Juso-Hochschulgruppe neu und war von 1992 bis 1995 Mitglied des Studentenparlaments sowie von 1992 bis 1994 Mitglied im AStA, unter Anderem als stellvertretender Vorsitzender. 1996 wurde er Mitglied im SPD-Vorstand Dortmund.[1]

Bundestag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2002 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages.[1] Hier war er von 2002 bis 2005 stellvertretender Sprecher der Gruppe der jungen Abgeordneten „Youngsters“ in der SPD-Bundestagsfraktion. Von 2005 bis 2009 war Bülow Sprecher der Fraktionsarbeitsgruppe Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Diese Funktion gab er 2009 ab und wurde bis zur Bundestagswahl 2013 stellvertretender Energiepolitischer Sprecher.[1] Innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion gehörte er der Parlamentarischen Linken an. Bei der Bundestagswahl 2017 wurde er erneut direkt gewählt. Seitdem ist er ordentliches Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Im November 2018 kündigte Marco Bülow an, die SPD zu verlassen und als parteiloser Politiker und somit auch als fraktionsloser Abgeordneter weiterzuagieren.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dortmund engagiert Bülow sich über lange Zeit in der Dortmunder Aidshilfe.

Im Januar 2016 gründete er zusammen mit Anderen die Initiative „Demokratie Plus“, die nach eigenen Angaben das Ziel hat, „unsere Demokratie nachhaltig zu verbessern und voranzutreiben“. Wahlmüdigkeit, Legitimitätsprobleme und Lobbyismus sollen thematisiert werden.[2]

Als Kritiker der Großen Koalition sprach er sich in den Monaten der Regierungsbildung 2017/2018 wiederholt gegen ein erneutes Bündnis zwischen SPD und CDU/CSU aus. Im März 2018 stimmte er bei der Kanzlerwahl gegen Angela Merkel.

Er verfolgt in der sogenannten Progressiven Plattform zwei Ziele: In einem gemeinsamen linken Bündnis sollen einerseits die SPD erneuert und andererseits Konzepte gegen die soziale Ungleichheit in Deutschland entwickelt werden.[3] 5.000 Menschen unterschrieben den Aufruf der Progressiven Sozialen Plattform. Rund die Hälfte der Unterstützer seien SPD-Mitglieder, die andere Hälfte Mitglieder in anderen Parteien oder parteilos.[4]

Marco Bülow ist Mitunterzeichner des Aufrufs für eine linke Sammlungsbewegung Aufstehen.[5]

Am 26. November 2018 trat er aus der SPD aus. Der Austritt ist als Folge länger andauernden inhaltlichen und personellen Verstimmungen zwischen Bülow und seiner langjährigen Partei zu verstehen.[6]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marco Bülow ist geschieden. Er wurde November 2010 Vater von Zwillingen, einem Jungen und einem Mädchen. Der Sohn verstarb noch am Tag der Geburt; Bülow nahm daraufhin eine politische Auszeit bis Februar 2011.[1][7]

Buchveröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Generation Zukunft. Ein Plädoyer für verantwortungsbewusstes Handeln. Riemann, München 2004, ISBN 3-570-50058-6.
  • Wir Abnicker. Über Macht und Ohnmacht der Volksvertreter. Econ, Berlin 2010, ISBN 978-3-430-30042-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marco Bülow – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Deutscher Bundestag - Marco Bülow. Abgerufen am 20. Mai 2019.
  2. „Demokratie Plus“ stellt sich in der VHS vor. In: derwesten.de. 21. Januar 2016, abgerufen am 23. November 2018
  3. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 22. November 2018 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mdr.de ; SPD-Politiker planen neue linke Plattform. In: Spiegel Online. 7. März 2018; Wie Bülow & Co. eine neue linke Plattform schaffen wollen. In: blog.ard-hauptstadtstudio.de. 8. März 2018, abgerufen am 23. November 2018
  4. Miriam Schröder: Plattform gegen die Krise. In: taz.de. 12. Juni 2018, abgerufen am 23. November 2018.
  5. Linke Sammlungsbewegung vor dem Start. In: stern.de. 4. September 2018, abgerufen am 4. September 2018.
  6. Dortmunder Bundestagsabgeordneter Marco Bülow ist aus der SPD ausgetreten. In: Zeit Online. Abgerufen am 27. November 2018.
  7. Bülow (SPD) muss Tod des Sohnes verarbeiten. In: DerWesten. FUNKE MEDIEN NRW GmbH, 10. Dezember 2010, abgerufen am 24. März 2017.