Marco Odermatt

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Marco Odermatt
Marco Odermatt während der Abfahrt der Junioren-WM 2018
Nation Schweiz Schweiz
Geburtstag 8. Oktober 1997 (24 Jahre)
Größe 183 cm
Gewicht 79 kg
Karriere
Disziplin Riesenslalom, Abfahrt, Super-G
Verein SC Hergiswil
Status aktiv
Medaillenspiegel
Junioren-WM 6 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
 Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaften
Gold Sotschi 2016 Riesenslalom
Bronze Sotschi 2016 Super-G
Gold Davos 2018 Abfahrt
Gold Davos 2018 Super-G
Gold Davos 2018 Riesenslalom
Gold Davos 2018 Kombination
Gold Davos 2018 Mannschaft
Platzierungen im Alpinen Skiweltcup
 Einzel-Weltcupdebüt 19. März 2016
 Einzel-Weltcupsiege 10
 Gesamtweltcup 2. (2020/21)
 Abfahrtsweltcup 16. (2020/21)
 Super-G-Weltcup 2. (2020/21)
 Riesenslalomweltcup 2. (2020/21)
 Kombinationsweltcup 35. (2018/19)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Abfahrt 0 2 0
 Super-G 4 2 1
 Riesenslalom 6 5 3
letzte Änderung: 14. Januar 2022

Marco Odermatt (* 8. Oktober 1997) ist ein Schweizer Skirennfahrer. Er ist vor allem in den Disziplinen Riesenslalom, Super-G und Abfahrt erfolgreich.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Odermatt stammt aus Buochs im Kanton Nidwalden und ist Absolvent der Sportmittelschule in Engelberg.[1] Als 16-Jähriger begann er im November 2013 an nationalen Juniorenrennen und FIS-Rennen teilzunehmen. Er startete in allen Disziplinen, wobei er in Riesenslaloms und Super-Gs am stärksten war. Im Januar 2015 war er Teilnehmer des European Youth Olympic Festival in Malbun, wo er im Riesenslalom den vierten Platz belegte. Die ersten Europacup-Einsätze folgten im Dezember 2015.

Anfang Februar 2016 startete Odermatt an einigen Nor-Am-Rennen in Nordamerika und fuhr im Riesenslalom von Mont Sainte-Anne auf den zweiten Platz. Einige Wochen später gewann er bei der Juniorenweltmeisterschaft 2016 in Sotschi die Goldmedaille in derselben Disziplin sowie die Bronzemedaille im Super-G. Als Juniorenweltmeister war er für das Weltcupfinale in St. Moritz teilnahmeberechtigt und belegte dort am 19. März 2016 den 22. Platz, wofür es jedoch keine Weltcuppunkte gab. Zum Abschluss der Saison kam der Schweizer Riesenslalom-Juniorenmeistertitel hinzu.

Zu Beginn der Saison 2016/17 wurde Odermatt für den Weltcup-Riesenslalom am 23. Oktober 2016 in Sölden nominiert. Mit der hohen Startnummer 53 fuhr er überraschend auf den 17. Platz und gewann erstmals Weltcuppunkte (nach dem 1. Durchgang war er sogar auf dem 12. Zwischenrang klassiert).[2] Nach dem Europacup-Riesenslalom von Val-d’Isère am 18. Januar 2017 wurde bei Odermatt ein Meniskusschaden diagnostiziert, woraufhin er die restliche Saison pausieren musste.[3] Im März 2017 wurde er von der Schweizer Sporthilfe als Nachwuchssportler des Jahres ausgezeichnet.[4]

Im Winter 2017/18 erzielte Odermatt im Europacup mehrere Podestplatzierungen, darunter einen Sieg. Bei der Juniorenweltmeisterschaft 2018 in Davos gewann er fünf Goldmedaillen: in der Abfahrt, im Super-G, im Riesenslalom, in der Kombination und im Mannschaftswettbewerb. Damit stellte er einen neuen Rekord auf: Fünf Goldmedaillen bei der gleichen Junioren-WM hatte vorher noch niemand gewonnen. Mit insgesamt sechs Gold- und einer Bronzemedaille ist er hinter Henrik Kristoffersen der erfolgreichste Skirennfahrer bei Juniorenweltmeisterschaften.[5] Bei sechs Einsätzen in Weltcup-Riesenslaloms konnte sich Odermatt kein einziges Mal klassieren, war aber als Juniorenweltmeister trotzdem für das Weltcupfinale in Åre teilnahmeberechtigt. Dort überraschte er mit Platz 11 im Super-G und Platz 12 in der Abfahrt.[6]

Am 8. Dezember 2018 stiess Odermatt in einem Weltcuprennen erstmals unter die besten zehn vor und platzierte sich im Riesenslalom von Val-d’Isère auf Platz 7. Die erste Weltcup-Podestplatzierung gelang ihm am 9. März 2019 mit Platz drei im Riesenslalom von Kranjska Gora, wobei er im zweiten Durchgang die Laufbestzeit erzielte.[7] Am 6. Dezember 2019 gelang ihm der erste Weltcupsieg, als er den Super-G von Beaver Creek für sich entschied. Zwei Wochen später beendete Odermatt den Riesenslalom von Alta Badia auf dem fünften Platz; während der Fahrt zog er sich jedoch einen Riss des Aussenmeniskus im rechten Knie zu.[8] Er erholte sich ungewöhnlich rasch von der nachfolgenden Operation und nahm nur einen Monat später am Super-G von Kitzbühel teil, den er auf Platz 13 beendete. Ende Februar folgte im Riesenslalom von Naeba bereits die nächste Podestplatzierung.[9]

Zum Auftakt des Alpinen Skiweltcups 2020/21 fuhr Odermatt im Riesenslalom von Sölden auf den zweiten Platz. Ende November verpasste er das Parallelrennen von Lech, da er sich mit COVID-19 angesteckt hatte und deshalb in Isolation musste.[10] Er zeigte nur leichte Symptome, sodass er am 5. Dezember beim Riesenslalom von Santa Caterina wieder an den Start ging und sich als Dritter klassierte. Zwei Tage später gelang ihm am selben Ort der erste Riesenslalom-Weltcupsieg, der erste eines Schweizers in dieser Disziplin seit Carlo Janka im März 2011.[11] Am 9. Januar 2022 gewann er als erster Schweizer seit 2008 den Riesenslalom in Adelboden. In der Woche darauf fuhr er bei seinen ersten Rennen in Wengen im Super-G auf Platz 1 und in der verkürzten Abfahrt auf Rang 2.[12]

Am 12. Dezember 2021 wurde er zum Schweizer Sportler 2021 gewählt.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltcup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 23 Podestplätze, davon 10 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
6. Dezember 2019 Beaver Creek USA Super-G
7. Dezember 2020 Santa Caterina Italien Riesenslalom
7. März 2021 Saalbach-Hinterglemm Österreich Super-G
13. März 2021 Kranjska Gora Slowenien Riesenslalom
24. Oktober 2021 Sölden Österreich Riesenslalom
2. Dezember 2021 Beaver Creek USA Super-G
11. Dezember 2021 Val-d’Isère Frankreich Riesenslalom
20. Dezember 2021 Alta Badia Italien Riesenslalom
8. Januar 2022 Adelboden Schweiz Riesenslalom
13. Januar 2022 Wengen Schweiz Super-G

Weltcupwertungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Gesamt Abfahrt Super-G Riesenslalom Kombination
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2016/17 114. 23 41. 23
2017/18 76. 62 38. 22 34. 24 45. 16
2018/19 24. 334 53. 7 19. 72 8. 245 35. 10
2019/20 17. 434 43. 20 7. 203 9. 211
2020/21 2. 1093 16. 126 2. 318 2. 649

Europacup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Ort Land Disziplin
23. Januar 2018 Folgaria-Lavarone Italien Riesenslalom
12. Dezember 2018 St. Moritz Schweiz Super-G

Juniorenweltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sotschi 2016: 1. Riesenslalom, 3. Super-G, 11. Abfahrt
  • Davos 2018: 1. Abfahrt, 1. Super-G, 1. Riesenslalom, 1. Kombination, 1. Mannschaftswettbewerb

Weitere Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Marco Odermatt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alles ist anders, alles ist neu – Marco Odermatt aber bleibt ruhig. (Nicht mehr online verfügbar.) skionline.ch, 18. März 2016, archiviert vom Original am 23. Oktober 2016; abgerufen am 23. Oktober 2016.
  2. Zwar kein Podest, aber auch den Schweizer Männern gelingt der Start in den Ski-Winter. watson, 23. Oktober 2016, abgerufen am 23. Oktober 2016.
  3. Meniskus stoppt Marco Odermatt. (Nicht mehr online verfügbar.) Swiss-Ski, 24. Januar 2017, archiviert vom Original am 3. April 2017; abgerufen am 2. April 2017.
  4. Nachwuchs-Preis für Masarova, Odermatt und Madison-Team. Schweizer Radio und Fernsehen, 31. März 2017, abgerufen am 10. April 2017.
  5. Junior Odermatt schreibt mit 5. WM-Gold Geschichte! Blick, 6. Februar 2018, abgerufen am 6. Februar 2018.
  6. Caviezel bester Schweizer – auch Odermatt überzeugt. Südostschweiz, 15. März 2018, abgerufen am 15. März 2018.
  7. «Es ist einfach geil!» Odermatt rast erstmals in seiner Karriere aufs Podest. watson, 9. März 2019, abgerufen am 9. März 2019.
  8. Marco Odermatt erleidet Meniskus-Riss in Alta Badia. Nau, 25. Dezember 2019, abgerufen am 9. März 2020.
  9. Marco Odermatt trotz schwierigen Bedingungen mit Podestplatz. Tages-Anzeiger, 22. Februar 2020, abgerufen am 9. März 2020.
  10. Drei Schweizer Alpin-Fahrer positiv auf das Coronavirus getestet. Südostschweiz, 21. November 2020, abgerufen am 7. Juni 2020.
  11. «Extrem emotional!» – Odermatt siegt in Santa Caterina und beendet Schweizer Durststrecke. Watson, 7. Dezember 2020, abgerufen am 7. Dezember 2020.
  12. Nur Kilde ist schneller: Odermatt und Feuz auf dem Lauberhorn-Podest! St. Galler Tagblatt, 14. Januar 2022, abgerufen am 14. Januar 2022.