Marco Pannella

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Marco Pannella (2008)

Giacinto „Marco“ Pannella (* 2. Mai 1930 in Teramo; † 19. Mai 2016 in Rom[1]) war ein italienischer Politiker (Partito Radicale).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pannella war 1955 Mitbegründer des Partito Radicale und gehörte dem Parteivorstand an. Er saß von 1978 bis 1989 im Italienischen Abgeordnetenhaus. Von 1979 bis 2009 war er Mitglied des Europäischen Parlaments. In den 1990er Jahren war er dabei Spitzenkandidat, sodass die Liste seinen Namen trug (Lista Pannella). Pannella überzeugte 1987 Ilona Staller für eine Kandidatur zum Parlament.

Seit den 1950er Jahren setzte er sich gegen die katholische Kirche für das Recht auf Scheidung und für ein Abtreibungsrecht ein. Er war ein bekannter internationaler Gegner der Todesstrafe, der Atomenergie und des Militarismus. 1968 protestierte er öffentlich gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in der Tschechoslowakei und wurde dafür aus Bulgarien ausgewiesen. Seit den 1980er Jahren wies er auf die sozialen Verwerfungen auf dem afrikanischen Kontinent hin.

Pannella bediente sich häufig des Hungerstreiks, der längste dauerte nahezu drei Monate ab April 2011, als er auf die überfüllten Gefängnisse aufmerksam machen wollte. [2]

2011 war Pannella Gründungsmitglied der Europäischen Föderalistischen Partei, der er bis zu seinem Tod angehörte.

Pannella lebte offen bisexuell.

Als Pannella mit einem Tumor im Krankenhaus lag, erhielt er einen Telefonanruf von Papst Franziskus.[3] Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus sagte er: „Danke, Papst Franziskus! Deine Unterstützung für uns, vor allem in diesem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit, ist enorm wichtig und kommt für uns, wie du dir denken kannst, mehr als unerwartet. Wir beide sind Brüder im Geiste, und deine Anteilnahme an den konkreten Problemen der Gesellschaft bewegt uns zutiefst.“ [4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marco Pannella – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. È morto Marco Pannella
  2. Obituary. Crusader who secured civil liberties for a secular Italy, in: Financial Times, 28. Mai 2016, S. 6
  3. http://www.deutschlandfunk.de/atheismus-der-feind-fehlt.886.de.html?dram:article_id=357710
  4. http://www.deutschlandfunk.de/atheismus-der-feind-fehlt.886.de.html?dram:article_id=357710