Marder (bemannter Torpedo)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Torpedowaffe Marder
Marder mit untergehängtem Torpedo
Marder mit untergehängtem Torpedo
Schiffsdaten
Flagge Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) Deutsches Reich
Schiffstyp Bemannter Torpedo
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
8,3 m (Lüa)
Breite 0,5 m
Verdrängung t
 
Besatzung 1
Maschinenanlage
Maschine Elektromotor AEG-AV 76 Eto
Maschinen-
leistung
12 PS (9 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
4 kn (7 km/h)
Propeller 1
Einsatzdaten U-Boot
Aktionsradius bei 4 kn 48 sm
Tauchtiefe, max. kurzzeitig 10 Meter m

Der bemannte Torpedo Marder war ein Kleinkampfmittel der deutschen Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg und eine Weiterentwicklung des Neger. Gebaut wurden die ersten Einheiten im Frühjahr 1944 durch die Torpedoversuchsanstalt (TVA) Eckernförde. Ihren ersten Einsatz, der jedoch enttäuschend verlief, erlebten die Marderpiloten vor Sanremo (Mittelmeer) im Zuge der Alliierten Invasion in Italien sowie bei der Alliierten Landung in der Normandie. Allerdings erfolgte beim Marder infolge seiner hohen Verluste keine konsequente Weiterentwicklung und er war bis Kriegsende nur noch sporadisch an Einsätzen im Mittelmeer sowie in Norwegen beteiligt.

Technischer Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marder bestand aus zwei Torpedos (Typ G7e), die untereinander gehängt wurden, wobei nur der untere Torpedo eine Sprengladung mit sich führte. Im oberen Torpedo befand sich ein oben mit einer Plexiglashaube abgeschlossenes Cockpit, in dem ein Fahrer Platz hatte und eine kleine Tauch- und Regelzelle eingebaut war. Das gesamte Fahrzeug war bis auf den unteren Torpedo unbewaffnet. Über ein einfaches Kimme-Korn-Visier (es wurde später die Zieloptik Hase verwendet) in der Glaskuppel konnte die Kombination aus Trägertorpedo und scharfem Torpedo auf ein Ziel ausgerichtet und der untere Torpedo ausgelöst werden. Bei guter Sicht konnte der Fahrer den Torpedo auch unter Wasser auslösen, was den Vorteil hatte, dass er nicht zum Oberflächenläufer wurde.

Vereinfachte Darstellung des Marder mit angehängtem Torpedo

Ein Modell des Marders ist im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden ausgestellt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marder (Torpedo) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien