Maren Gottschalk

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Maren Gottschalk (2019)

Maren Gottschalk (* 1962 in Leverkusen)[1] ist eine deutsche Autorin, Historikerin und Journalistin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Leverkusen[2] studierte Gottschalk von 1981 bis 1989 Mittelalterliche Geschichte, Neuere Geschichte und Politische Wissenschaften in München. Sie promovierte an der Ludwig-Maximilians-Universität im Bereich Mittelalterliche Geschichtsschreibung zu dem Thema Geschichtsschreibung im Umkreis Friedrichs I. des Siegreichen von der Pfalz und Albrechts IV. des Weisen von Bayern-München.[3][4]

Im Jahr 1989 hospitierte sie beim Bayerischen Rundfunk in München. Im gleich Jahr begann sie als freie Mitarbeiterin für den Westdeutschen Rundfunk zu arbeiten. Dort schreibt und spricht sie unter anderem für die Sendungen ZeitZeichen, Neugier genügt, Leonardo, Erlebte Geschichte, Feature und Stichtag. Seit 1996 betreut Maren Gottschalk darüber hinaus den WDR-Kinderrechtepreis, seit 2016 als Projektleiterin.[5]

Maren Gottschalk hat drei Kinder[6] und lebt in Leverkusen und Köln.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Autorin widmete sie sich zum Großteil Biografien berühmter Persönlichkeiten. Ihre 2020 erschienene Biografie über Sophie Scholl zu deren 100. Geburtstag[7] erweitere „das bestehende Bild“ der Widerstandskämpferin „in einigen wichtigen Nuancen“, so Niels Beintker.[8] Cord Aschenbrenner bescheinigt der Autorin in der Süddeutschen Zeitung, ein feinfühliges und genaues Bild Scholls zu zeichnen, „schnörkellos, dabei farbig und mit großem Einfühlungsvermögen“.[9]

Gottschalk nahm in einem Interview mit dem Humanistischen Pressedienst darüber hinaus in klaren Worten Stellung zu den Vergleichen aus den Reihen der sogenannten Querdenker-Bewegung zwischen der Verfolgung Sophie Scholls unter dem nationalsozialistischen Regime und den Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie: „Diese Vergleiche sind falsch und historisch unangemessen. Abgesehen davon zeigen sie eine große Verachtung für die Menschen, die als Opfer unter den Nationalsozialisten gelitten haben oder von ihnen ermordet wurden. Wenn Bürger*innen der Bundesrepublik Deutschland sich mit Sophie Scholl oder Anne Frank vergleichen, um sich selbst als Opfer einer Regierung zu präsentieren, zeigt das zweierlei: Sie wissen überhaupt nicht, wer die beiden waren und sie spielen auf anmaßende und irreführende Weise mit den Emotionen ihrer Zuhörer*innen.“[10]

Im Februar 2010 erschien Gottschalks erster Roman, Die Symmetrie der Liebe. Gegenüber der Journalistin Eva Hehemann beschrieb sie ihre Motivation, nach vielen Werken im Bereich der historischen Biografie, ein fiktionales Werk zu verfassen als Wunsch, „gerne mal etwas ‚ohne Fußnoten‘ schreiben. Wenn es um historische Persönlichkeiten geht, bin ich sehr korrekt, ich erfinde da nichts, jedes Komma in einem Zitat stimmt. Da schien es mir wie ein Ausflug in die Freiheit, mir eine Geschichte komplett auszudenken.“[6] Ein weiterer Roman erschien mit Frida im Jahr 2020, einer Romanbiografie über Frida Kahlo, die sie bereits im Jahr 2010 im Buch Die Farben meiner Seele historisch-biografisch porträtierte.[11][12]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2007 wurde Maren Gottschalk mit dem 11. Kurt-Lorenz-Preis ausgezeichnet, „für herausragende Literatur, hohes sprachliches Niveau und die Befähigung, Sachthemen spannungsvoll zu vermitteln“.[13] Es ist der einzige Kulturpreis ihrer Heimatstadt Leverkusen. Die Laudatio bei der Verleihung in Schloss Morsbroich hielt Anna Thalbach.[2]

Für ihre 2015 erschienene Künstlerbiografie über Andy Warhol, Factory Man, erhielt sie im November 2015 den Preis Luchs des Monats für Kinder- und Jugendliteratur.[14]

Ehrenamtliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maren Gottschalk ist seit 1998 Mitfrau im Zonta Club Leverkusen. Zunächst engagierte sie sich als Pressefrau, von 2014 bis 2016 war sie Präsidentin des Vereins.[15] Der Club ist an eine internationale Dachorganisation angeschlossen und versteht sich als „Zusammenschluss berufstätiger Frauen in verantwortungsvollen Positionen“, mit dem Ziel, „die Lebenssituation von Frauen im rechtlichen, politischen, wirtschaftlichen und beruflichen Bereich zu verbessern“.[16] Aktuell fungiert sie dort als Webmasterin und Social-Media-Beauftragte.

Ebenso ist sie seit 1983 aktives Mitglied der Jörg Weise Association, deren Chairman sie in den Jahren 2012 bis 2020 war. Der Verein fördert Kinder und Jugendliche, die nicht die finanziellen Möglichkeiten besitzen, um an internationalen Bildungsprogrammen teilzuhaben.[17] Seit dem Jahr 2000 ist sie Mitfrau im Journalistinnenbund.[6]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roman[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beiträge in Anthologien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Ich brauche jemand, der verrückt nach mir ist“. Marlene Dietrich (1901–1992), Schauspielerin und Sängerin. In: Magdalena Köster, Susanne Härtel (Hrsg.): „Sei mutig und hab Spaß dabei“. Acht Künstlerinnen und ihre Lebensgeschichte. Beltz & Gelberg, Weinheim 1998, ISBN 978-3-407-80849-3.
  • „In die Schönheit der Erde weiß ich nur Dunkles zu sagen“. Ingeborg Bachmann (1926–1973), Lyrikerin, Schriftstellerin. In: Susanne Härtel, Magdalena Köster (Hrsg.): „Ich werde niemand zu Füßen liegen“. Acht Künstlerinnen und ihre Lebensgeschichte. Band 2, 2. Auflage, Beltz & Gelberg, Weinheim 2004, ISBN 978-3-407-78914-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Maren Gottschalk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dr. Maren Gottschalk. In: boedecker-kreis-nrw.de. Friedrich-Bödecker-Kreis NRW, abgerufen am 7. März 2021.
  2. a b Britta Krauß: Leverkusen: Neugier auf hohem Niveau. In: rp-online.de. 2. Dezember 2007, abgerufen am 7. März 2021.
  3. Studiogast: Maren Gottschalk. In: planet-wissen.de. ARD, 4. Februar 2021, abgerufen am 7. März 2021.
  4. Bairische Chronik: Literatur zum Werk – Comm. In: geschichtsquellen.de – Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters. Bayerische Akademie der Wissenschaften, 20. Juli 2020, abgerufen am 8. März 2021.
  5. Susanne Hagen: "Die Kinder können sich ganz gut durchsetzen". Gespräch mit Maren Gottschalk. In: wdr.de. 17. Juni 2016, abgerufen am 7. März 2021.
  6. a b c Eva Hehemann: Watch-Salon: Die historisch bewanderte Autorin – Fünf Fragen an Maren Gottschalk. In: Watch-Salon – Weblog vom Journalistinnenbund. 3. Mai 2017, abgerufen am 8. März 2021.
  7. Gregor Papsch: Ikone des Widerstands – Wer war Sophie Scholl? Diskussion mit Maren Gottschalk, Rike Reiniger und Robert Zoske,. In: swr.de – SWR2. 2. Februar 2021, abgerufen am 8. März 2021.
  8. Niels Beintker: Der Weg zum Widerstand: Zwei neue Biografien über Sophie Scholl. In: br.de – Bayerischer Rundfunk. 28. Dezember 2020, abgerufen am 8. März 2021.
  9. Cord Aschenbrenner: Nazi-Gegnerin Sophie Scholl: Der Mensch hinter der Heldin. In: sueddeutsche.de. 28. Dezember 2020, abgerufen am 8. März 2021.
  10. Daniela Wakonigg: "Sophie Scholl hätte gern in einer solchen Demokratie gelebt". In: hpd.de – Humanistischer Pressedienst. 24. November 2020, abgerufen am 8. März 2021.
  11. Frank Weiffen: „Schossen mir all die Bilder hoch“: Neue Romanbiografie aus Leverkusen über Frida Kahlo. In: ksta.de – Leverkusener Anzeiger. 9. September 2020, abgerufen am 8. März 2021.
  12. Regina Tanne und Gundi Große: WDR 5 Neugier genügt – Redezeit: Der Aufstieg der Frida Kahlo – Maren Gottschalk. In: wdr.de – WDR5. 21. September 2020, abgerufen am 8. März 2021.
  13. Preisträger – Kurt-Lorenz-Preis. Abgerufen am 7. März 2021 (deutsch).
  14. mkl: Leverkusen: Preis für Gottschalks Factory Man. In: rp-online.de. 21. November 2015, abgerufen am 7. März 2021.
  15. Ana Schumacher Ostrić: Einrichtung in Quettingen: Zonta Club hilft Mädchentreff. In: ksta.de – Leverkusener Anzeiger. 22. Januar 2015, abgerufen am 8. März 2021.
  16. Wer wir sind | Zonta International | Zonta Club Leverkusen. Abgerufen am 8. März 2021.
  17. Santander spendet 2.500,- Euro an Jörg Weise Association. In: deutsches-business.tv. Michael Assen, 26. September 2016, abgerufen am 8. März 2021.