Mareuil (Dordogne)

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Mareuil
Wappen von Mareuil
Mareuil (Frankreich)
Mareuil
Gemeinde Mareuil en Périgord
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Koordinaten 45° 27′ N, 0° 27′ OKoordinaten: 45° 27′ N, 0° 27′ O
Postleitzahl 24340
ehemaliger INSEE-Code 24253
Eingemeindung 1. Januar 2017

Das Château de Mareuil aus dem 16. Jahrhundert

Die ehemalige französische Gemeinde Mareuil, oder auch Mareuil-sur-Belle, okzitanisch Maruelh, lag im Nordwesten des Départements Dordogne in der Region Aquitanien. Sie hatte zuletzt 1090 Einwohner (Stand 1. Januar 2013) und war bis zu dessen Auflösung im März 2015 der Hauptort des Kantons Mareuil und gehörte danach zum Kanton Brantôme. Ihr Gemeindegebiet gehörte zum Regionalen Naturpark Périgord-Limousin. Mareuil ist eine Commune Déléguée in der Gemeinde Mareuil en Périgord.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mareuil lag an der D 939, auf halbem Wege zwischen Périgueux und Angoulême, etwa 35 Kilometer von den beiden Großstädten entfernt. Mareuil wurde von folgenden Gemeinden umgeben:

Die Gemeinde Mareuil hatte die meisten Einwohner im Kanton Mareuil, ferner besaß sie die höchste Bevölkerungsdichte. Zum relativ großen Gemeindegebiet (drittgrößtes im Kanton Mareuil) gehörten folgende Ortschaften, Schlösser, Weiler und Gehöfte:

Beauclaveau, Beaugarie, Champeyroux, Château de Beaulieu, Château de Beauregard, Chez Buisson, Chez Ciermont, Chez Gayet, Chez Maillé, Chez Marot, Chez Prougnac, Colombières, Font-Grand, Gabardeau, L'Âge, L'Epéronias, La Becquerie, La Bregère, La Gare, La Gauterie, La Grange du Moreau, La Maurelie, La Picherie, La Valade, Le Breuil, Le Chavan, Le Maine Rangé, Le Mandagat, Le Petit Breuil, Le Repaire, Le Thévou, Les Maines, Les Plagnes, Lespinasse, Malignac, Montbreton, Pareillas, Piovit, Ringaud, Rocfiat, Saint-Laurent, Saint-Pardoux, Saint-Priest, Tivoli und Villard.

Das frühere Gemeindegebiet wird von der Belle, einem linken Nebenfluss der Lizonne, in NW-SO-Richtung durchflossen, die Entwässerung erfolgt nach Nordwest.

Der topographisch tiefstgelegene Punkt mit 105 Metern über dem Meer lag im Nordwesten an der Belle, in der Nähe des Weilers Chez Maillé. Der höchste Punkt mit 207 Metern befand sich im äußersten Nordosten in der Nähe der D 708. Bei le Chavan im Südwesten werden noch 194 Meter erreicht. Mareuil lag folglich in einer Niederung zwischen einem im Nordosten und einem im Südwesten verlaufenden Höhenrücken.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steilwand in der Angoulême-Formation (Angoumien) bei Font-Grand

Der geologische Untergrund Mareuils wird vollständig von Sedimenten des nördlichen Aquitanischen Beckens gebildet. Das Gemeindegebiet liegt auf der Südostflanke der NW-SO-streichenden Mareuil-Antiklinale, einer leicht asymmetrischen, nordostvergenten Aufwölbung in der Sedimentbedeckung des Aquitanischen Beckens. Älteste aufgeschlossene Gesteine sind kryptokristalline Kalke des Kimmeridgiums im äußersten Nordosten. Darüber folgt nach einem langen Hiatus transgressives Cenomanium, auf dem Mareuil erbaut wurde. Das Cenomanium besteht aus graugrünen, Austern führenden Mergeln und sandigen Alveolinenkalken. Darüber liegt konkordantes Turonium mit dem Ligérien und dem Angoumien (Rudistenkalke). Es zeigt im Gegensatz zu den sonst mehr oder weniger flach liegenden Formationen teilweise leichte, tektonisch bedingte Verkippungen. Auf das Turonium folgt das aus recht harten Fossilkalken bestehende Coniacium. Die Schichtenfolge wird von kreidigem, teils glaukonithaltigem Santonium abgeschlossen, welches aber nur noch auf dem nordöstlichen Höhenrücken erhalten geblieben ist. Eine weitere tektonische Besonderheit stellt eine NW-SO-streichende, parallel zum Antiklinal verlaufende Verwerfung dar (Mareuil-Störung), die sich von La Rochebeaucourt bis nördlich von Brantôme zieht und im unmittelbaren genetischen Zusammenhang mit den Bewegungen am Antiklinal steht. Es handelt sich hierbei um eine Aufschiebung mit einem Versatz von rund 30 Metern, wobei die Südwesthälfte angehoben wurde. Die Kreideformationen werden im äußersten Nordosten dann von jungpleistozänen Kolluvium, bestehend aus Alteriten des Santons, überdeckt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten geschichtlichen Zeugnisse in Mareuil gehen ins Mittelalter zurück. So wird im Jahr 1099 erstmals der Adelige Guillaume I. von Mareuil dokumentarisch erwähnt. Älteste Bauwerke im Gemeindegebiet von Mareuil sind die romanischen Kirchen von Saint-Pardoux, von Saint-Priest (12. Jahrhundert) und die Kirche Saint-Laurent von Mareuil, ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert. Die beiden Châteaus (Beaulieu und Beauregard) gehen auf das 15. Jahrhundert zurück. Das Château de Mareuil wurde im 16. Jahrhundert erbaut.

Im Jahr 1827 fusionierten die ehemals unabhängigen Gemeinden Saint-Pardoux-de-Mareuil und Saint-Priest-de-Mareuil mit Mareuil.

Die Gemeinde Mareuil schloss sich am 1. Januar 2017 mit Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier, Les Graulges, Léguillac-de-Cercles, Beaussac, Monsec, Puyrenier, Saint-Sulpice-de-Mareuil und Vieux-Mareuil zur neuen Gemeinde Mareuil en Périgord zusammen.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Mareuil war seit 2005 der parteilose Alain Ouiste.

Bevölkerungsentwicklung der ehemaligen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Mareuil
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 1137 29,9 45,2/km²
1968 1103 26,3 43,9/km²
1975 1209 29,9 48,1/km²
1982 1210 31,6 48,1/km²
1990 1194 32,2 47,5/km²
1999 1113 32,5 44,3/km²
2006 1127 32,1 44,8/km²
2007 1130 31,9 45,0/km²

Quelle: INSEE[1]

Die Bevölkerungsstatistiken für Mareuil gehen bis 1793 zurück. Absoluter Höhepunkt in den Einwohnerzahlen war das Jahr 1851 mit 1837 Einwohnern. Ein zweites Maximum war 1886 mit 1616 Einwohnern. Mit der Wende zum 20. Jahrhundert setzte dann ein starker Rückgang ein. Die Bevölkerungsentwicklung war ab den 1960ern wieder relativ stabil. Auffallend sind die starke Alterslastigkeit und das Überwiegen der weiblichen Bevölkerung; so stellen beispielsweise die über 60-jährigen 38,4 % der Gesamtbevölkerung Mareuils und 54,8 % der Gesamtbevölkerung sind weiblichen Geschlechts.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche Saint-Laurent in Mareuil

Folgende Sehenswürdigkeiten befinden sich im Gemeindegebiet von Mareuil:

  • Château de Beaulieu aus dem 15. und 18. Jahrhundert, eingetragen als Monument historique.
  • Château de Beauregard, 15., 16. und 17. Jahrhundert, ebenfalls ein monument historique.
  • Château de Mareuil aus dem 16. Jahrhundert, monument historique.
  • Romanische Kirche von Saint-Pardoux, monument historique.
  • Kirchenruine von Saint-Priest aus dem 12. Jahrhundert, monument historique.
  • Kirche Saint-Laurent in Mareuil aus dem 12. Jahrhundert. Die im gotischen Stil erbaute Kirche wurde im 15. und 16. Jahrhundert erweitert. Das Eingangsportal stammt aus der Renaissance.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Hauptverkehrsader D 939 wird Mareuil in NO-SW-Richtung von der aus Nontron kommenden D 708 nach Ribérac durchquert, ferner kreuzt in N-S-Richtung die D 99 von Les Graulges nach La Tour-Blanche.

Mareuil besaß früher auch einen Bahnhof und war von Ribérac aus auf dem Schienenweg zu erreichen. Die Linie ist aber schon seit längerer Zeit stillgelegt. Die Linie verlief dann weiter über La Rochebeaucourt und Rougnac in Richtung Angoulême.

Photogalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mareuil auf der Website des Insee

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mareuil (Dordogne) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien