Margonin

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Margonin
Wappen von Margonin
Margonin (Polen)
Margonin
Margonin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Chodzież
Fläche: 5,15 km²
Geographische Lage: 52° 58′ N, 17° 5′ OKoordinaten: 52° 58′ 0″ N, 17° 5′ 0″ O
Einwohner: 3024
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 64-830
Telefonvorwahl: (+48) 67
Kfz-Kennzeichen: PCH
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 190 GnieznoKrajenka
DW 193 Chodzież-Gołańcz
Nächster int. Flughafen: Bydgoszcz-Szwederowo
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 11 Schulzenämter
Fläche: 122,00 km²
Einwohner: 6372
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 52 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3001043
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Janusz Piechocki[2]
Adresse: ul. Kościuszki 13
64-830 Margonin
Webpräsenz: www.margonin.pl



Margonin ist eine Stadt in Polen in der Wojewodschaft Großpolen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Margonin liegt an einem gleichnamigen Fluss, der bei Szamocin in die Netze mündet, und an einem See. Die Entfernung zur Stadt Bromberg im Osten beträgt etwa 65 Kilometer Luftlinie. Posen, die Hauptstadt der Wojewodschaft Großpolen, befindet sich ca. 65 Kilometer Luftlinie südlich von Margonin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Margonin nördlich der Stadt Posen und westlich der Stadt Bromberg auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Rittergut Margoninsdorf um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Kirche in Margonin
Häuserreihe in Margonin

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt vom 15. Mai 1364, als der Erzbischof Jarosław Skotnicki von Gnesen und der Bischof von Posen Jan Doliwa sich darauf einigten, dass die Pfarrei Margonin zum Bistum Posen gehören sollte. 1383 wird ein Theodricus de Margonin genannt.[3] 1402 erhielt Margonin das Stadtrecht. Während des Schwedisch-Polnischen Kriegs wurde die Stadt 1655 zerstört. Am 20. Juli 1696 wurde dem Ort erneut das Stadtrecht verliehen. 1725 wurde ein Waisenhaus errichtet. Bei einem Sturm wurde die Kirche 1737 schwer beschädigt und daher zwischen 1753 und 1755 wieder aufgebaut. Bei der Ersten Teilung Polens fiel die Stadt 1773 an Preußen. Sie gehörte damals dem Grafen Skorzewski, der in der Nähe, auf Schloss Margoninsdorf, saß.[3] Die Grundherrschaft hatte die Gerichtsbarkeit und das Patronat sowohl über die katholische Kirche als auch über die 1775 auf einem in den See hineinragenden Hügel erbaute evangelische Kirche.[4] 1783 bestand die Stadt aus 195 mit Schindeln gedeckten Häusern.[4] Im 19. Jahrhundert befand sich der Bankier Lessing im Besitz der Gutsherrschaft.[3]

Die Zeit der Zugehörigkeit zu Preußen wurde von 1807 bis 1815 unterbrochen von der Zugehörigkeit zum Herzogtum Warschau. Margonin gehörte dann bis 1919 zum Kreis Kolmar i. Posen.

1894 hatte die Stadt einen Bahnhof der Linie PosenNeustettin der Preußischen Staatsbahn mit einer Güternebenstelle.[5] Ab 1905 wurde die Stadt von Gaslaternen beleuchtet. 1908 erfolgte der Anschluss an die Eisenbahnstrecke Gollantsch (Gołańcz) – Kolmar (Chodzież).

Nach dem Ersten Weltkrieg musste Margonin 1920 aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags an Polen abgetreten werden. Am 5. September 1939 wurde die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt. Margonin wurde in den Reichsgau Wartheland, Regierungsbezirk Posen, eingegliedert. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Margonin am 22. Januar 1945 nach Kämpfen von der Roten Armee besetzt. Die Stadt wurde im selben Jahr der Volksrepublik Polen übergeben. Soweit die deutschen Bewohner nicht vor Kriegsende geflohen waren, wurden sie anschließend von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Bei einer Verwaltungsreform kam die Stadt 1975 zur neu gebildeten Wojewodschaft Piła. Diese wurde 1998 aufgelöst, und die Stadt kam zur Wojewodschaft Großpolen.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1783: 1.347, darunter 222 Juden (die übrigen etwa je zur Hälfte protestantische Deutsche und Polen)[4]
  • 1788: 1.257, darunter 232 Juden[3]
  • 1816: 1.649, darunter 701 Evangelische, 565 Katholiken und 383 Juden[3]
  • 1837: 1.765[3]
  • 1861: 2.207[3]
  • 1885: 1.824, darunter 779 Evangelische, 913 Katholiken und 132 Juden[5]
  • 2014: 3.020

Persönlichkeiten aus Margonin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • die Kirche des Adalbert von Prag (św. Wojciecha) aus dem 17. Jahrhundert, wiederaufgebaut 1753–1755
  • der neogotische Palast, errichtet 1842–1852
  • die Lindenallee, angelegt 1765
  • der Marktplatz mit Bauten aus dem 19. Jahrhundert

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt den Fußballverein Klub Sportowy „Leśnik“ Margonin.

Gemeinde Margonin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde Margonin gehören die folgenden kleineren Ortschaften:

Name deutscher Name
(1815–1919)
deutscher Name
(1939–1945)
Adolfowo Adolphsheim Adolfsheim
Bugaj Wilhelmstreu Wilhelmstreu
Dębiniec Eichenau Eichenau
Karolinka Karlshöh Karlshöh
Klaudia Vorwerk Klaudia  ?
Klotyldzin Klothildenhof Klothildenhöh
Kowalewo Kowalewo
1905–19 Schmiedenau
Schmiedenau
Lipiniec Lipin Hauland Lipin Hauland
Lipiny Lipin Grunholdsdorf
Marcinek Obermühle Obermühle
Margonin Margonin Margonin
Margońska Wieś Margoninsdorf Margoninsdorf
Młynary Müllerfelde Müllerfelde
Ofelia Vorwerk Ofelia  ?
Próchnowo Prochnowo Rochnau
Radwanki Radwonke Radwonke
Studźce Alyrode Alyrode
Sułaszewo Vorwerk Sulaszewo  ?
Sypniewo Sypniewo
1905–19 Seeort
Seeort
Tereska Vorwerk Tereska  ?
Witkowice Wittkowitz  ?
Zbyszewice Zbyszewice  ?
Żoń Wilhelmstreu Wilhelmstreu

(Die deutschen Bezeichnungen stammen aus der preußischen Zeit (1815–1919) bzw. aus der Zeit der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg (1939–1945).)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt wird von den Wojewodschaftsstraßen 190 und 193 durchquert. Die Stadt Szamocin liegt etwa sieben Kilometer nördlich. Der Flughafen Posen-Ławica liegt etwa 65 Kilometer südlich von Margonin. Der Flughafen Bydgoszcz liegt etwa 60 Kilometer östlich von Margonin. Der nächsten Bahnhöfen sind in Chodzież, ca. 14 Kilometer westlich von Margonin, in Gołańcz, ca. 14 Kilometer östlich von Margonin und in Białośliwie, ca. 14 Kilometer nördlich von Margonin.

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 365–367.
  • Johann Friedrich Goldbeck: Vollständige Topographie des Königreichs Preußen. Band 2: Topographie von Westpreußen. Marienwerder 1789 (Nachdruck: Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen, Hamburg 1991), S. 102–103.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Margonin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Website der Gemeinde, Władze Urzędu MiG, abgerufen am 27. Januar 2015
  3. a b c d e f g * Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 365–367.
  4. a b c Johann Friedrich Goldbeck: Vollständige Topographie des Königreichs Preußen. Band 2: Topographie von Westpreußen. Marienwerder 1789 (Nachdruck: Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen, Hamburg 1991), S. 102–103.
  5. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/pos_kolmar.html