Mariä Heimsuchung (Wiesbaden)

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Mariä Heimsuchung von Süden
Mariä Heimsuchung
Messe mit Werner Bardenhewer am 24. Februar 2019

Mariä Heimsuchung in Wiesbaden, Hessen, ist ein Kirchengebäude der römisch-katholischen Kirche im Bistum Limburg. Es liegt im Ortsteil Kohlheck des Wiesbadener Vororts Dotzheim. Das Bauwerk wurde nach Plänen von Johannes Lackel erbaut und 1966 geweiht. Benannt ist die Kirche nach dem biblischen Ereignis von Mariä Heimsuchung. Das 41 Meter hohe Sichtbeton-Bauwerk ist weithin zu sehen.[1] Den Innenraum schmücken zwei große abstrakte Triptychen von Otto Ritschl.

Geschichte und Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Zahl der Katholiken in Wiesbaden durch Zuzug aus den Ostgebieten. Bischof Wilhelm Kempf richtete 1960 eine neue Gemeinde Mariä Heimsuchung in Kohlheck, einem Ortsteil von Wiesbaden-Dotzheim, ein. Die Kirche wurde nach Plänen des Berliner Architekten Johannes Lackel errichtet. Sie wurde am 3. Juli 1966 geweiht und Mariä Heimsuchung genannt, nach dem Besuch Marias bei ihrer Verwandten Elisabeth.[2]

Der Umriss des Gebäudes ist ein großes M, als Symbol für Maria, die Mutter Jesu. Der Grundriss ist der Davidsstern, der andeutet, dass sie Jüdin war. Die Materialien sind, der Zeit entsprechend, vor allem Beton, dann auch Schiefer und Glas. Licht fällt von Westen durch die verglaste Turmseite in den Innenraum und beleuchtet die hohe Wand hinter dem Altar.[3] Rechts und links vom Altar hängt jeweils ein großes abstraktes Triptychon des Wiesbadener Malers Otto Ritschl.[2][4] Der Künstler, der 1933 bis 1945 als entartet galt,[5] schuf die Werke 1973 bzw. 1976 als Teil seines Spätwerks. Große ineinandergreifende Flächen in leuchtenden Farben laden zu Meditation und Gebet ein.[6]

Die Kirche überragt die Stadt und erhielt die Beinamen „Fingerzeig Gottes“ und „Seelenabschussrampe“.[2][3] Die Kirchengemeinde wurde am 1. Januar 2013 Kirchort der größeren Gemeinde St. Peter und Paul in Wiesbaden-Schierstein, die aus sechs früheren Gemeinden im Westen Wiesbadens gebildet wird.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mariä Heimsuchung (Wiesbaden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landeshauptstadt Wiesbaden: Sakrale Bauten. Januar 2015. S. 70.
  2. a b c Beate Rasch: Kohlhecker Kirche Mariä Heimsuchung wird 50 Jahre alt. In: Wiesbadener Kurier. Abgerufen im 24. Februar 2019. 
  3. a b Benjamin Dahlhoff: Kirchort Mariä Heimsuchung. In: St. Peter und Paul, Wiesbaden, 1. Dezember 2017. Abgerufen im 1. März 2019. 
  4. Mariä Heimsuchung. Stadt Wiesbaden. Abgerufen am 24. Februar 2019.
  5. Bernd Heier: Das großartige Werk des „Abstrakten der Inneren Emigration“ – Präsentation des neuen Werkverzeichnisses Otto Ritschl in Wiesbaden. 2017. Abgerufen am 2. April 2019.
  6. Otto Ritschl. Kronberger Malerkolonie. Abgerufen am 1. März 2019.
  7. Pfarreien Wiesbaden / Eine Kirche für alle. Frankfurter Rundschau. 16. Februar 2013. Abgerufen am 1. März 2019.

Koordinaten: 50° 4′ 55″ N, 8° 11′ 38″ O