Mari Kiviniemi

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Mari Kiviniemi, 2009

Mari Johanna Kiviniemi (* 27. September 1968 in Seinäjoki) ist eine finnische Politikerin (Zentrum) und war vom 22. Juni 2010 bis zum 22. Juni 2011 finnische Ministerpräsidentin. Kiviniemi ist seit August 2014[1] stellvertretende Generalsekretärin der OECD.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mari Kiviniemi wurde als Tochter eines Bauern in der westfinnischen Kleinstadt Seinäjoki geboren.[2] Von 1985 bis 1986 verbrachte sie ein Jahr als Austauschschülerin im niedersächsischen Scheeßel, wo sie die Eichenschule besuchte.[2] 1988 begann sie ihr Studium an der Universität Helsinki.[3]

Kiviniemi ist Mutter zweier Kinder.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mari Kiviniemi ist seit 1995 Parlamentsabgeordnete. Ab 2005 bekleidete sie in der Regierung Finnlands das Amt des Ministers für Außenhandel und Entwicklung und ab 2006 das des Ministers für öffentliche Verwaltung und Lokales. Im Juni 2010 wurde sie mit 1357:1035 Stimmen in einer Abstimmung gegen Wirtschaftsminister Mauri Pekkarinen für zwei Jahre zur Vorsitzenden der Zentrumspartei gewählt. Am 22. Juni folgte sie Matti Vanhanen im Amt des finnischen Ministerpräsidenten (finn. Pääministeri, schwed. Statsminister). Sie ist nach Anneli Jäätteenmäki (2003) der zweite weibliche Regierungschef des Landes. Mari Kiviniemi führte eine Regierung aus ihrer Partei, der Nationalen Sammlungspartei, dem Grünen Bund und der Schwedischen Volkspartei, die nach der Parlamentswahl 2007 gebildet worden war, bis Juni 2011.

2012 hatten interne Streitigkeiten im Zentrum zugenommen, so dass Kiviniemi im April unter Verweis auf mäßige Umfragewerte für die Partei ankündigte, nicht erneut für den Parteivorsitz zur Verfügung zu stehen. Uneinigkeit herrscht vor allem in der EU- und Euro-Frage. Gleichzeitig dringen Teile der Partei auf eine Rückbesinnung auf ihre alte Rolle als Interessenvertretung der agrarisch strukturierten Landgebiete.[4][5]

Im Oktober 2015 wurde Mari Kiviniemi mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Kiviniemi wird damit für ihre ständige Förderung der deutsch-finnischen Beziehungen in ihren politischen Ämtern, u.a. als Vorsitzende der finnisch-deutschen Parlamentariergruppe, gewürdigt.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mari Kiviniemi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mari Kiviniemi, Deputy Secretary-General, OECD-Mitteilung
  2. a b DER SPIEGEL 33/2010 vom 16. August 2010, Die finnische Ministerpräsidentin Mari Kiviniemi paukt Deutsch für ihren Berlin-Besuch, Seite 140
  3. marikiviniemi.net - Tausta, abgerufen am 24. August 2010
  4. Kiviniemi kandidiert nicht als Parteivorsitzende (schwed.) Hufvudstadsbladet online, 1. April 2012, abgerufen am 10. Juli 2012
  5. Marianne Lydén: Kiviniemi beunruhigt über zerstrittenes Zentrum (schwed.) Hufvudstadsbladet online, 2. April 2012, abgerufen am 10. Juli 2012
  6. Großes Bundesverdienstkreuz für Mari Kiviniemi Deutsche Botschaft Helsinki, 26. Oktober 2015, abgerufen am 2. März 2016