Maria, die Magd

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Filmdaten
OriginaltitelMaria, die Magd
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1936
Länge91 Minuten
AltersfreigabeFSK keine, Vorbehaltsfilm
Stab
RegieVeit Harlan
DrehbuchVeit Harlan
Axel Eggebrecht nach der Novelle Die Kindsmagd von Walter Harlan
ProduktionMinerva-Tonfilm GmbH (Berlin)
MusikLeo Leux
KameraWerner Bohne
SchnittWalter von Bonhorst
Besetzung

Maria, die Magd ist ein 1936 nach der Novelle Die Kindsmagd von Walter Harlan gedrehter deutscher Spielfilm von Veit Harlan. Neben der von Veit Harlan 1939 in stark veränderter Form unter dem Titel Das unsterbliche Herz verfilmten Tragödie Das Nürnbergisch Ei ist der Film die zweite Verfilmung einer Vorlage seines Vaters. Die Hauptrollen spielen Hilde Körber als Maria und Hans Schlenck als ihr Verlobter Franz. Der zur Zeit des Nationalsozialismus gedrehte Film gehört zu den Vorbehaltsfilmen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alice, eine erfolgreiche Schauspielerin, und ihr Mann, ein nicht minder erfolgreicher Rechtsanwalt, haben den kleinen Sohn Gerd. Da die Eltern ständig auf Reisen sind, kümmert sich die Magd Maria um das Kind, an dem sie mit großer Liebe hängt. Eines Tages nimmt Maria Gerd mit in ihr Heimatdorf, wo ihr Freund Franz auf sie wartet. Sehr schnell wird er auf Marias Liebling Gerd eifersüchtig. Bei einem Dorffest verlobt sich Maria mit Franz.

Während Gerd unbeaufsichtigt ist, sucht er am Fluss nach Krebsen. Als ein Unwetter losbricht, sucht Maria angsterfüllt mit fast allen Dorfbewohnern erfolglos nach dem Jungen. Maria ist ob der vergeblichen Suche so verzweifelt, dass sie sich das Leben nehmen will, was Franz noch rechtzeitig verhindern kann. Gerd wird dann zum Glück doch noch unverletzt gefunden. Der Vorfall bewirkt insoweit etwas Gutes, da Gerds Mutter – nachdenklich geworden – sich aufgrund des Geschehens zukünftig mehr selbst um ihren Sohn kümmern will. Maria bleibt bei Franz, ihrem künftigen Ehemann, im Dorf.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde von der Minerva-Tonfilm GmbH (Berlin) unter der Produktionsleitung von Gerhard Tandar produziert. Die Aufnahmeleitung lag bei Adolf Essek. Die Bauten stammen von Erich Grave und Hans Minzloff. Die Dreharbeiten fanden von Juli bis August 1936 in Ruhlsdorf bei Teltow (Mark Brandenburg) und im Harz statt. Der Film wurde am 2. Oktober 1936 im Hamburger Lessing-Theater uraufgeführt. Am 23. Oktober 1936 startete er im Atrium in Berlin.

Der Verleihtitel für den Film lautete in Österreich: …und abends, wenn die Musik spielt.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Text zu dem Lied „Du hast für meine Liebe nur ein Lächeln“ schrieb Bruno Balz.[1] Sein Beitrag zum Film wurde wegen seiner Homosexualität nicht erwähnt.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde von der Filmprüfstelle am 25. September 1936 freigegeben, erhielt jedoch ein Jugendverbot.

Heute erfährt der Film wenig Beachtung. Der Medienwissenschaftler Horst O. Hermanni nennt den Film einen psychologischen Frauenroman.[2] Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er wegen der in ihm enthaltenen nationalsozialistischer Propaganda als Vorbehaltsfilm eingestuft. Seine öffentliche Aufführung ist seitdem nur eingeschränkt möglich. Heute beansprucht die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung die Auswertungsrechte.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Bruno Balz“ in der Internet Movie Database (englisch)
  2. Horst O. Hermanni: Von Jean Gabin bis Walter Huston. Das Film ABC. Books on demand, 2002, ISBN 3-8334-2377-3, S. 406.