Maria-und-Martha-Kirche (Bautzen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Maria-und-Martha-Kirche
Maria and martha church bautzen 101.JPG
Daten
Ort Bautzen, Sachsen
Baumeister Christian Schramm
Baujahr 1888/89
Höhe 68 m
Koordinaten 51° 10′ 34,8″ N, 14° 25′ 56,3″ OKoordinaten: 51° 10′ 34,8″ N, 14° 25′ 56,3″ O

Die Maria-und-Martha-Kirche, obersorbisch Cyrkej Marje a Marty, ist eine Kirche der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde St. Petri in Bautzen und die größte allein protestantische Kirche der Stadt, da der Dom St. Petri beiden Konfessionen dient. Sie befindet sich außerhalb der äußeren Stadtmauer im Stadterweiterungsgebiet, welches zwischen 1870 und dem Ersten Weltkrieg entstand. Um die Kirche am August-Bebel-Platz befindet sich der Busbahnhof Bautzens.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Marien- und Marthenkirche an der Steinstraße vor dem Abriss von 1899
Portal an der Südseite mit Figuren der 4 Evangelisten und Relief von Maria und Martha

Eine Maria-und-Martha-Kirche in Bautzen wurde erstmals 1359 an der heutigen Steinstraße erwähnt. 1382 taucht ihr Name in Verbindung mit einem Maria-Marthen-Hospital auf. Sowohl Hospital als auch Kirche wurden mehrfach durch Brände zerstört und zwar in den Jahren 1488, 1620 und 1686. Im Zuge des starken Stadtwachstums nach Osten ab etwa 1870, beschloss der Stadtrat die alte, aus damaliger Sicht wenig erhaltenswerte Kirche abzureißen und einen Neubau in den neuen, stark an Bedeutung gewinnenden, östlichen Stadtteilen anzulegen.

Zwischen 1888 und 1891 wurde dann die neue Maria-und-Martha-Kirche als Katechismus- und Garnisonkirche im neogotischen Stil nach Plänen des Dresdner Architekten Christian Schramm errichtet. 1971 erfolgte eine Umgestaltung des Altarraumes. Nach einem schweren Sturmschaden wurde der 68 m hohe Turm 1975 vereinfacht.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel wurde 1985 von Hermann Eule Orgelbau Bautzen als opus 526 erbaut. Die Prospekt- bzw. Gehäusegestaltung soll an einen Baum erinnern, als Symbol für das Wachstum der Gemeinde. Das Schleifladen-instrument hat 34 Register (2691 Pfeifen) auf zwei Manualen und Pedal. Die Spieltrakturen sind mechanisch, die Registertrakturen pneumatisch.

I Hauptwerk C–c4
1. Gedacktpommer 16′
2. Prinzipal 8′
3. Rohrflöte 8′
4. Oktave 4′
5. Spitzflöte 4′
6. Quinte 223
7. Waldflöte 2′
8. Quinte 113
9. Cornett III-V 8′
10. Mixtur V 2′
11. Trompete 8′
Tremulant
II Schwellwerk C–c4
12. Spitzprinzipal 8′
13. Gedackt 8′
14. Salicional 8′
15. Unda maris 8′
16. Prinzipal 4′
17. Holzflöte 4′
18. Nasat 223
19. Oktave 2′
20. Terz 135
21. Sifflöte 1′
22. Scharff V 1′
23. Dulcian 16′
24. Cromorne 8′
Tremulant
Pedal C–f1
25. Prinzipalbass 16′
26. Subbass 16′
27. Quintbass 1023
28. Oktavbass 8′
29. Gemshorn 8′
30. Holzoktave 4′
31. Hintersatz V 4′
32. Posaune 16′
33. Fagott 8′
34. Clarine 4′
Tremulant

Dohlen im Turm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Projekt „Nestgucker“ brachte der MDR eine Deutschlandpremiere ins Fernsehen und ins Internet. Seit April 2005 gab es im Internet rund um die Uhr erstmals Einblicke in das Leben einer Dohlen-Familie, welche in 46 m Höhe an der Maria-und-Martha-Kirche nistete. Im SachsenSpiegel wurde regelmäßig über die Langzeitbeobachtung berichtet. Vogelkundler erwarten aus der Auswertung der über 200 Aufnahmekassetten neue Erkenntnisse zum Verhalten der Tiere.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Silke Kosbab, Kai Wenzel: Bautzens verschwundene Kirchen. Lusatia-Verlag, Bautzen 2008, ISBN 978-3-936758-48-1, Seiten 118–147.
  • Claudia Scharschmidt: Kirchen zwischen Königsbrück und Weißenberg. Lusatia-Verlag, Bautzen 2011, ISBN 978-3-936758-75-7, Seite 20–21.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Maria- und Martha-Kirche (Bautzen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien