Maria Advocata

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Madonna Advocata in der Chiesa Santa Maria del Rosario a Monte Mario aus dem 7. Jahrhundert

Das Marienbildnis Maria Advocata, früher auch Madonna del Monasterium Tempuli oder Madonna di San Sisto genannt, ist eine antike Ikone von Maria, der Mutter Jesu. Sie befindet sich in der Chiesa della Madonna del Rosario auf dem Monte Mario in Rom und gilt als eine der ältesten erhaltenen Marienikonen und als die älteste Roms.

Ikonografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ikone wurde noch in antiker enkaustischer Technik auf einer 42,5 cm breiten und 71,5 cm hohen Holztafel gemalt. Vermutlich entstand sie im oder vor dem 6. Jahrhundert in Syrien oder Palästina.

Das Holz des Malgrundes ist stark zerfressen, das Bildnis auf Goldgrund, insbesondere das Gesicht, der Goldnimbus und eine Hand jedoch noch gut sichtbar. In späterer Zeit wurden die fürbittenden Hände zum Schutz vor Küssen mit Goldblechen bekleidet und ein Goldkreuz an der Schulter hinzugefügt. Diese Goldbleche wurden bei der Restaurierung von 1960 wieder entfernt, sind heute aber noch als unmittelbare Applikation vor der Ikone zu sehen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß einer alten Überlieferung soll ein Pilger die Ikone schon vor der ersten ikonoklastischen Periode aus Jerusalem oder Konstantinopel nach Rom gebracht haben. Der erste Ort der Verehrung der Ikone in Rom war das „Monasterium Tempuli“ in Trastevere. Um das Jahr 1100, als sie bereits als älteste Marienikone Roms galt, wurde sie zu einem Lukasbild erklärt, sei also vom Evangelisten Lukas selbst gemalt worden. Der heilige Ordensgründer Dominikus übertrug die Ikone 1221 eigenhändig und barfuß in das von ihm gegründete römische Frauenkloster „San Sisto“ bei den Caracalla-Thermen. Nach zweimaligem Umzug des Klosters wird die Maria Advocata seit 1931 auf dem Monte Mario behütet. Da die Dominikanerinnen klausuriert leben, geriet die Marienikone weitgehend in Vergessenheit. Der Journalist Paul Badde hatte sie im Jahr 2007 „wiederentdeckt“ und darüber publiziert.[1] Papst Benedikt XVI. hat das Kloster am 24. Juni 2010 aufgesucht und vor der „Advocata“ gebetet, wie auch schon sein Vorgänger Johannes Paul II. am 16. November 1986.[2][3] Vom 13. November bis 15. Dezember 2012 wurde sie erstmals außerhalb des Klosters in der Ausstellung „Tavole miracolose - Le Icone medioevali di Roma e del Lazio del Fondo Edifici di Culto“ im römischen Palazzo Venezia gezeigt.[4]

Kopien der Maria Advocata aus dem 7.-13. Jahrhundert werden in Rom in den Basiliken Santa Maria in Aracoeli auf dem Kapitol, Santi Bonifacio e Alessio, Santa Maria in Via Lata, San Lorenzo in Damaso[5], in der Kirche Santa Maria della Concezione in Campo Marzio und in der Capella Paolina im Apostolischen Palast in der Vatikanstadt aufbewahrt.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Agiosoritissa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Anwältin von Zion - Roms verborgener Schatz, Bericht von Paul Badde über die Wiederentdeckung der Maria Advocata vom 4. Januar 2007 auf Kath.net
  2. Benedikt XVI. betet mit Dominikanerinnen auf dem Monte Mario, Beitrag bei Radio Vatikan vom 24. Juni 2010
  3. Benedikt XVI.: Kontemplative Dominikanerinnen leben in Herzmitte des Mystischen Leibes: Beim Besuch im Kloster „Santa Maria del Rosario“, Nachricht bei Zenit.org vom 24. Juni 2010
  4. Die Maria Advocata erobert Rom, Artikel von Paul Badde zur Ausstellung vom 25. November 2012 auf Kath.net
  5. Raimondo Spiazzi: La chiesa e il monastero di San Sisto all'Appia: raccolta di studi storici. Edizioni Studio Domenicano, Bologna 1992, ISBN 978-88-7094-124-1, S. 139 (italienisch, Online-Version (Vorschau) in der Google-Buchsuche).
  6. La Madonna delle Grazie. In: Tibursuperbum.it. Abgerufen am 12. Juni 2017 (italienisch).