Maria Baptist

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Maria Baptist (* 30. August 1971 in Berlin) ist eine deutsche Musikerin des Modern Jazz (Pianistin, Komponistin, Dirigentin) und Hochschullehrerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Baptist wurde 1971 in Ost-Berlin geboren. Ihr Großvater war Orchestermusiker und Komponist, ihr Vater ist Pianist. Sie begann mit 6 Jahren das Klavierspiel und komponierte mit 11 Jahren. Mit 15 Jahren beeinflussten sie Dave Brubeck und Keith Jarrett. 1988 gründete sie ihr erstes Piano-Trio. Sie begann das Klavierstudium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin bei Wolfram Heicking und gewann erste internationale Klavier- und Improvisationswettbewerbe. Sie ergriff die Möglichkeit, für das Studium 1993 nach New York zu ziehen und bis 1995 an der New School zu studieren. Etwa 1996 führte sie ihr erstes Konzertprogramm für Big Band auf. Mit dem orchestralen Komponieren kam sie während ihres Studiums in New York mit Maria Schneider in Berührung, die sie maßgeblich förderte.

1996 kehrte Baptist zurück nach Berlin. Sie gewann eine Reihe Wettbewerbe, so den Leipziger Nachwuchsjazzpreis, den Big Band Kompositionswettbewerb beim HR, den Förderpreis des NDR und den Thad Jones Komponistenwettbewerb für großes Orchester mit dem Danish Radio Jazz Orchestra in Kopenhagen. Musiker wie Ingrid Jensen, Rolf Kühn und Gitte Haenning als auch Ensembles wie die RIAS Big Band, die hr-Bigband und das Budapest Jazz Orchestra arbeiteten in dieser Zeit mit Baptist zusammen.

Nach ihrem Klavierstudium begann sie das Studium der klassischen Komposition. Sie wurde Dozentin an der Berliner Musikhochschule und von 2001 bis 2010 Gastprofessorin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin, wo sie heute als Professorin in den Fächern Komposition, Arrangement, Improvisation und Tonsatz unterrichtet.

Das künstlerische Schaffen von Baptist ist äußerst vielseitig: “Irgendwo zwischen Jazz und Klassik, ist ihr Stil ganz von ihrer Persönlichkeit getragen.” (Südwest Presse)[1]

Im Jahr 2014 veröffentlichte Baptist ihr in New York aufgenommene Piano Solo Album „Self-Portrait“. Die sich anschließende Tournee führte sie durch 25 Städte in 3 Ländern Europas.[2] Die Einspielung „Self-Portrait“ wurde von der Kritik hochbejubelt; „Ich habe mich schlicht verliebt in dieses Selbstportrait. In einen Strom von Liebe und Traurigkeit, Sehnsucht und Zerbrechlichkeit, der ihren Stücken entspringt“ (aboutjazz)[3]. Baptist begeistert mit ihrem „energetischen Spiel“ (Piano News)[4], ihrer „hervorragenden Technik und ihrem reichen Klangspektrum“ (Kieler Nachrichten)[5] das Publikum.

Außerdem arbeitet Baptist intensiv mit ihrem Jazz Trio. Die „überaus eigenständige Pianosprache ihres Trios“ (AAZ)[6], ist auf vier von den Kritikern bejubelten Einspielungen dokumentiert: Crazy Dreams (2000), Music for my Trio (2005), Spring in Berlin (2010) und Gate 29 (2012).

Dem Gegenüber stehen mehrere der Klassik verbundene Zusammenarbeiten, wie Baptists Einspielung von Schönbergs „Pierrot Lunaire“ mit Jazz Improvisationen im Geiste seines Schöpfers. Herauszustellen ist Baptists Album „Episodes“ (2013) für Klavier und Streichquartett, mit dem Baptist „der Brückenschlag zwischen dem Vokabular des Jazz und dem der Kammermusik gelingt“ (rbb).[7]

Parallel kooperiert Baptist als Dirigentin und Komponistin mit renommierten Orchestern wie der Reykjavik Bigband, der hr-Bigband, dem Sunday Night Orchestra, Budapest Jazz Orchestra oder der NDR Bigband. Im Jahr 2011 leitete sie das Bundesjugendjazzorchester. Als Ergebnis veröffentlichte sie ihr erstes Big-Band-Album „City Grooves“, das von der Kritik gelobt und für den ECHO Jazz nominiert wurde.

2014 ruft Baptist ihr Maria Baptist Jazz Orchestra (MBJO) ins Leben. Welchen Stellenwert das Orchester hat, wird anhand der Reaktion der Kritiker deutlich: Baptist steht „in einer Liga mit den Impulsgebern des modernen Big Band Jazz wie Schneider, Gruntz, McNeely oder Bley“ (all about Jazz).[8]

Maria Baptist pendelt aktuell zwischen Berlin und ihrer Wahlheimat New York.

Kompositionen[Bearbeiten]

Baptist komponiert für unterschiedliche Besetzungen (Orchester, Bigband, Streichquartett, Jazztrio, Solopiano) und musikalische Genres (Jazz, Klassik, Pop).

Diskografische Hinweise[Bearbeiten]

  • Maria Baptist Piano Solo:
    • Self-Portrait (2014)
    • Sometimes Alone (2005)
  • Maria Baptist Trio:
    • Gate 29 (2012)
    • Spring in Berlin (2010)
    • Music for my Trio (2006)
    • Crazy Dreams (2000)
  • Maria Baptist Piano & String Quartet: Episodes (2013)
  • Maria Baptist & Bundesjazzorchester: City Grooves (2011; Neuauflage 2013 als Music for Jazz Orchestra zusammen mit einem Live-Mitschnitt vom Jazzfest Berlin 2011)[9]
  • Telmo Pires / Maria Baptist: Sinal (2009)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Südwest Presse, Eine Hommage an New York, 16. Februar 2015
  2. Piano News, Die Tourdaten für Maria Baptist solo, 11. September 2014
  3. http://www.aboutjazz.de/2014/09/maria-baptist-self-portrait/, abgerufen am 22. September 2014
  4. Piano News, Ein Selbstportrait: Maria Baptists Tour und CD, 11. September 2014
  5. Kieler Nachrichten, Orchestrale Klangfarben, 18. September 2014
  6. Augsburger Allgemeine Zeitung, Hoch erfreulich, 24. September 2012
  7. Rundfunk Berlin Brandenburg, Ulf Drechsel Kommentar CD Booklet
  8. http://www.allaboutjazz.com/maria-baptist-music-for-jazz-orchestra-by-jack-bowers.php
  9. Biographie (jazz-fun.de)