Maria Est

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Maria Est
NASA-Bild von Maria Est
NASA-Bild von Maria Est
Gewässer Pazifischer Ozean
Archipel Tuamotu-Archipel
Geographische Lage 22° 1′ S, 136° 11′ WKoordinaten: 22° 1′ S, 136° 11′ W
Maria Est (Französisch-Polynesien)
Maria Est
Anzahl der Inseln
Hauptinsel
Landfläche 3 km²
Lagunenfläche 7 km²
Einwohner unbewohnt
Vorlage:Infobox Atoll/Wartung/HoeheFehlt

Maria Est (andere Namen: Moerenhouts Island, Wright Lagoon) ist ein Atoll das geografisch zum Tuamotu-Archipel, genauer zu den Actéon-Inseln in Französisch-Polynesien gehört. Die nächstgelegene Insel ist Matureivavao, 56 km nordwestlich. Das Atoll erhielt den Beinamen „Est“ um eine Verwechslung mit dem gleichnamigen Atoll Maria (Nororotu) auszuschließen, das zu den Australinseln gehört.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lagune des nahezu ovalen Atolls ist von einem fast geschlossenen Korallenriff umgeben, aus dem sich zahlreiche kleine, dicht mit tropischer Vegetation bewachsene Motus erheben. Die Riffpassagen (Hoa) sind sehr flach, sodass ein Wasseraustausch zwischen der Lagune und dem Ozean nur bei hohen Wasserständen stattfindet. Die intensive Verdunstung, verbunden mit einem nicht ständig gewährleisteten Wasserzufluss, führt zu einem gesteigerten Salzgehalt in der Lagune.

Das 6 km lange und 3,5 km breite Atoll ist von einem dichten Kokospalmenwald bedeckt, der mit Pandanus-Bäumen durchsetzt ist. Ein Teil der Kokospalmen wurde angepflanzt. Das nicht ständig bewohnte Maria Est wird von Zeit zu Zeit von Bewohnern der Nachbarinseln aufgesucht, um die Kokosnüsse für die Kopra-Produktion abzuernten. Eine Siedlung gibt es auf der Insel nicht.

Politik und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria Est gehört politisch zur Gemeinde Gambier (Commune de Gambier) und wird von der Unterabteilung Tuamotu-Gambier (Subdivision des Îles Tuamotu-Gambier) des Hochkommissariats von Französisch-Polynesien (Haut-commissariat de la République en Polynésie française) verwaltet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anzeichen für die Anwesenheit polynesischer Ureinwohner sind nicht bekannt. Wegen fehlender Süßwasservorkommen dürfte eine dauerhafte Besiedlung auch auszuschließen sein. Die Insel wurde erst im Jahr 1829 von Jacques-Antoine Moerenhout entdeckt, der mit dem Schoner Volador von Valparaíso über Pitcairn nach Tahiti segelte.[1] Auf alten Karten ist das Atoll noch als „Moerenhouts Island“ verzeichnet.

Thomas Ebrill, der britische Kapitän des Schoners Amphitrite, der mit Perlen und Sandelholz handelte, landete 1832 auf Maria Est. Er beschrieb die Insel als lang, niedrig und im Innern dicht bewaldet. Er konnte keine Anzeichen für evtl. Bewohner erkennen.[2]

Den Namen „Wright Lagoon“ erhielt Maria Est von Kapitän Bothwick Wright (auch Wight), der mit seinem Schiff Medway das Atoll am 27. März 1837 erreichte. Die Medway war ein britisches Schiff, das Sträflinge nach Australien brachte. Wright hielt sich für den Erstentdecker und berichtet, die Insel sei unbewohnt und dicht bewaldet, es wüchsen dort jedoch keine Kokospalmen.[2]

Der deutsche Ethnologe und Kolonialhistoriker Dr. Georg Friederici (1866–1947) erreichte Maria Est am 18. Juli 1909 mit dem Expeditionsdampfer Natuna im Rahmen einer wissenschaftlichen Expedition nach Deutsch-Neuguinea sowie zu den englischen und französischen Kolonien in der Südsee. Auch er fand die Insel unbewohnt vor, vermutete aber, dass die Lagune von Zeit zu Zeit von Perlentauchern aufgesucht wird.[3]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jack London beschreibt die Insel in seiner Kurzgeschichte „The seed of McCoy“[4] als: „A bad place, a very bad place!“

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Henry Buck (Te Rangi Hiroa): Explorers of the Pacific: European and American Discoveries in Polynesia, Honolulu 1953, S. 85
  2. a b Alexander George Findlay: A Directory for the Navigation of the Pacific Ocean, London 1851, Band 2, S. 852
  3. Georg Friederici: Ein Beitrag zur Kenntnis der Tuamotu-Inseln, Leipzig 1910, S. 129
  4. deutsch: Jack London, Südseegeschichten: Feuer auf See

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]