Maria Fitzherbert

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
George Romney: Maria Fitzherbert, Öl auf Leinwand, undatiert

Maria Anne Fitzherbert (geborene Smythe, * 26. Juli 1756 in Brambridge, Hampshire; † 27. März 1837 in Brighton, Sussex) war eine Engländerin römisch-katholischen Glaubens und die erste Ehefrau des späteren Königs Georg IV. von Großbritannien. Ihre nach zweifacher Verwitwung mit Georg IV. 1785 heimlich eingegangene Ehe wurde vom Königshaus als ungültig angesehen und auch daher nie geschieden. Georg IV. betrachtete sie zeit seines Lebens als seine rechtmäßige Ehefrau.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria Anne entstammte der englischen Gentry und wurde als das älteste Kind der Eheleute Walter Smythe, Gutsherr von Brambridge in Hampshire, und Mary Ann Errington geboren. Ihre väterlichen Großeltern waren Sir John Smythe, 3. Baronet, und Constantia Blount. Ihre mütterlichen Großeltern waren John Errington, Gutsherr von Beaufront in Northumberland, und Maria Levery. Sie wurde in Paris erzogen. Sie hatte eine Schwester, Frances Smythe († 1836), die Sir Carnaby Haggerston, 5. Baronet (1756–1831), heiratete. Der Halbbruder ihrer Mutter war Charles Molyneux, 1. Earl of Sefton.

Maria Anne heiratete im Juli 1775 den reichen katholischen Grundbesitzer Edward Weld (1740–1775), Gutsherr von Lulworth Castle in Dorset, und Witwer der Hon. Juliana Petre, Tochter des Robert Petre, 8. Baron Petre. Ihr Gatte starb 1775 bei einem Reitunfall und die Ehe blieb kinderlos. Sie heiratete 1778 in zweiter Ehe Thomas Fitzherbert (1746–1781), Gutsherr von Swynnerton in Staffordshire und Norbury in Derbyshire. Aus der Ehe ging ihr Sohn Charles William Fitzherbert hervor, der jung starb. Beim Tod ihres zweiten Gatten, 1781, erhielt sie dessen Londoner Stadthaus in Mayfair und hatte ein jährliches Einkommen von 2.500 £.

Im Frühjahr 1784 wurde sie vom späteren König, Georg, Prince of Wales (1762–1830), in die Londoner High Society eingeführt. Am 15. Dezember 1785 heirateten beide heimlich im Red Rice House in Mayfair. Die Eheschließung wurde vom Königshaus aufgrund des Act of Settlement und des Royal Marriages Act 1772 als ungültig angesehen. Aus politischen Gründen blieb die Verbindung geheim und Fitzherbert versprach, nichts darüber in der Öffentlichkeit verlauten zu lassen. Durch seinen verschwenderischen Lebenswandel häufte der Prince of Wales Schulden an. Sein Vater weigerte sich, ihn zu unterstützen, falls dieser nicht seine Cousine Caroline von Braunschweig heiratete. So war Prinz Georg gezwungen, aus seiner Residenz Carlton House auszuziehen und im Haus von Maria Fitzherbert zu wohnen.

1795 gab Prinz Georg schließlich nach und trennte sich von Maria, die er mit einer Jahresrente von 3.000 £ versorgte. Er heiratete am 8. Mai 1795 im St. James's Palace seine Cousine Prinzessin Caroline (1768–1821), Tochter des Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig und Prinzessin Augusta von Großbritannien. Der Prinz nahm das Zusammenleben mit Maria Fitzherbert 1799 wieder auf. 1804 ließ sie sich im Seebad Brighton unmittelbar neben der dortigen Residenz des Königs, Marlborough House, ein Haus namens Steine House errichten, das sie bis zu ihrem Tod bewohnte. 1807 verließ sie der König endgültig für seine neue Favoritin, Isabella Seymour-Conway, Marchioness of Hertford. Nach dem Tod von Georg IV., 1830, wurden die Briefe von Maria Fitzherbert gefunden und Schritte unternommen, diese zu vernichten. Der neue König, Wilhelm IV., erklärte sich bereit, Maria Fitzherbert zur Duchess zu erheben, doch sie lehnte dies ab. Zu Georgs Nichte, der späteren Königin Victoria, hatte sie ein herzliches Verhältnis.

Grabmonument der Maria Fitzherbert in Brighton

1837 wurde sie in der Kirche St John the Baptist in Brighton begraben; dort befindet sich auch eine Gedenktafel und ihr Grabmonument, das sie kniend mit drei Eheringen (als Zeichen der eingegangenen drei Ehen) zeigt. In London gehörte sie über lange Jahre zu den engagiertesten Gemeindemitgliedern der bayerischen Gesandtschaftskapelle Warwick Street Church.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Charles Langdale: The Memoirs of Mrs Fitzherbert: with an account of her marriage with H.R.H. the Prince of Wales, afterwards King George IV. Richard Bentley, London 1856.
  • WH Wilkins: Mrs Fitzherbert and George IV. Longmans, Green, & Co., London, New York und Bombay 1905.
  • Sir Shane Leslie: Mrs. Fitzherbert: A Life. Chiefly from Unpublished Sources. 2 Bände. Burns Oates, London 1939–40.
  • Anita Leslie: Mrs. Fitzherbert. Hutchinson & Co. Ltd., London 1960; Charles Scribner's Sons, New York 1960.
  • Geraldine Simpson: Mrs Fitzherbert: The Uncrowned Queen. 1971.
  • Martin J Levy: The mistresses of King George IV. Peter Owen, London 1996, ISBN 0-7206-0956-9.
  • James Munson: Maria Fitzherbert: The Secret Wife of George IV. Carroll & Graf, New York 2001, ISBN 0-7867-0904-9.
  • Valerie Irvine: The King's Wife: George IV and Mrs Fitzherbert. Hambledon & London, London 2005, ISBN 1-85285-443-X.
  • Diane Haeger: Die heimliche Ehe. ISBN 3-423-20505-9.
  • Charles Thomas Boothman: Maria Anne Fitzherbert. In: The Catholic Encyclopedia. Band 6, The Encyclopedia Press, New York 1913, S. 85 (wikisource).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Maria Fitzherbert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reginald Fuller: A short history of Warwick Street Church, formerly the Royal Bavarian Chapel. Kath. Pfarramt Warwick Street Church, London, 1973, S. 39.