Maria Gugging

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Maria Gugging (Stadtteil)
Ortschaft
Katastralgemeinde Gugging
Maria Gugging (Österreich)
(48° 18′ 45″ N, 16° 14′ 57″O)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Tulln (TU), Niederösterreich
Gerichtsbezirk Klosterneuburg
Pol. Gemeinde Klosterneuburg
Koordinaten 48° 18′ 45″ N, 16° 14′ 57″ OKoordinaten: 48° 18′ 45″ N, 16° 14′ 57″ Of1
Höhe 245 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 1329 (1. Jän. 2021)
Gebäudestand 366 (2001)
Fläche d. KG 4,51 km²
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 06703
Katastralgemeinde-Nummer 1701
Zählsprengel/ -bezirk Maria Gugging (32144 034)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS
f0
f0
1329

BW

Art/Brut Center Gugging, Haus der Künstler Ostfassade mit Murals der Künstler aus Gugging; darunter Johann Hauser, Johann Garber, Johann Fischer, Franz Kernbeis, Johann Korec, Arnold Schmidt, Oswald Tschirtner, August Walla

Maria Gugging ist ein Ort von Klosterneuburg in Niederösterreich. Die Katastralgemeinde, in der sich der Ort befindet, führt nicht den Zusatz Maria, sondern heißt nur Gugging. Bis zur Umbenennung am 30. Oktober 1989 hieß auch der Ort Gugging.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Gugging („Kukkingin“) vermutlich 1072 bzw. „Gukkindorf“ 1083. Bereits aus der Jungsteinzeit gibt es menschliche Spuren in und um Maria Gugging. Handfeste Beweise für erste Menschen gibt es erst aus der Römerzeit (15 v. Chr. – 488 n. Chr.).

Am 1. April 1885 wurde die Irrenanstaltsfiliale Gugging-Kierling in Betrieb genommen. Im April 1886 fand der Baubeginn des ersten Gebäudes der am 1. Juli 1890 umbenannten und mit einer eigenen Leitung versehenen Niederösterreichische Landesnervenklinik Gugging statt.[1]

Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Gugging

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Gugging wurde vom Bauherrn Franz Völker (1868–1948), einem wohlhabenden Wiener Kaufmann, in neugotisch-nazarenischen Stil erbaut. Sie wurde 1913 eingeweiht. Zum Wallfahrtsort wurde Maria Gugging durch die Lourdesgrotte im Wienerwald, eine Nachbildung der Grotte von Lourdes in Frankreich, die der Priester Kaspar Hutter 1923 einrichtete. Ein Gnadenbild in einer Felsnische der Grotte wurde 1925 von Prälat Ignaz Seipel, damals Obmann der Christlichsozialen Partei, geweiht.

Die im Ständestaat in die Wege geleitete Umbenennung auf Maria Gugging wurde durch den „Anschluss Österreichs“ an NS-Deutschland 1938 zunichtegemacht.[2] Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Gugging zahlreiche Ärzte, eine Badeanstalt, ein Bäcker, ein Fleischer, ein Friseur, fünf Fuhrwerker, vier Gastwirte, vier Gemischtwarenhändler, zwei Hotels, zwei Landesproduktehändler, ein Maler, ein Milchhändler, ein Perlmutterdrechsler, ein Pfaidler, ein Schuster und ein Uhrmacher ansässig. Zudem waren die die Landes-Pflege- und Beschäftigungsanstalt für schwachsinnige Kinder und die Landes-Irrenanstalt verzeichnet.[3]

Im Jahr 1989 wurde der Ort von Gugging auf Maria Gugging umbenannt.

Außenansicht des Biomasseheizwerkes der EVN Wärme in Maria Gugging

Im Jahr 2007 wurde die Niederösterreichische Landesnervenklinik Gugging vollständig aufgelöst. Auf ihrem Gelände sind heute das Art/Brut Center Gugging und das Institute of Science and Technology Austria ansässig.

2008 begann EVN Wärme ein Biomasseheizwerk am Forschungsgelände des I.S.T. Austria zu errichten. Dieses versorgt neben der Forschungseinrichtung auch Wohnbauten der Gemeinde.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Maria Gugging befindet sich ein Kindergarten.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Maria Gugging – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zippel, Christine: Die Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt Gugging von 1885 bis 1938. In: Stadtgemeinde Klosterneuburg, Stadtarchiv/Stadtmuseum in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege der TU Wien, dem Institute of Science and Technology Austria (Hrsg.): Klosterneuburg Geschichte und Kultur. 1. Auflage. Band 3. Wien 2009, ISBN 978-3-85028-489-9.
  2. Wallfahrtsort Maria Gugging auf www.stephanscom.at abgerufen am 15. August 2009
  3. Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 270
  4. Kindergärten in NÖ. NÖ Landesregierung, abgerufen am 8. November 2020.