Maria Szymanowska

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Maria Szymanowska
Maria Szymanowska

Maria Szymanowska, geb. Marianna Agata Wołowska (* 14. Dezember 1789 in Warschau; † 25. Juli 1831 in Sankt Petersburg) war eine polnische Klaviervirtuosin und Komponistin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Józef Elsner unterrichtete Maria Szymanowska zusammen mit Antoni Lisowski und Tomasz Grem in Klavier und Komposition. Ihre ersten öffentlichen Konzerte gab sie 1810 in Warschau und in Paris.

Sie heiratete 1810 den Landgutbesitzer Józef Szymanowski. Drei Kinder kamen zur Welt, doch die Ehe verlief unglücklich. Ihr Mann hatte für ihr musikalisches Schaffen kein Verständnis. 1820 ließ sie sich scheiden und widmete sich verstärkt dem Komponieren von Klavierstücken und Kammermusik. Konzerte gab sie weitgehend nur Freunden und Besuchern. Aus dieser Zeit stammt auch ihr berühmter Klavierzyklus „Vingt Exercices et Preludes“ und die Mehrzahl ihrer Lieder.

In Warschau begann 1822 ihr Konzertleben, das sie trotz der Fürsorge um ihre drei Kinder bestreiten musste. Sie gehörte zu den ersten Musikerinnen, die von ihrem künstlerischen Beruf leben konnten.[1] In den Jahren 1823 bis 1827 unternahm sie eine ausführliche Tournee durch Europa: Deutschland, England, Frankreich, Schweiz, Italien und Russland. Maria Szymanowska war mutmaßlich die erste Pianistin, die ihre Stücke auswendig im Konzert spielte. In Berlin und London spielte sie vor königlichem Hofe, in Weimar für Johann Wolfgang von Goethe. 1828 erhielt sie den Ruf, als Hofpianistin an den Hof der Zarin nach Petersburg zu kommen. Sie übersiedelte nach Russland, wo sie auch Klavierunterricht am Hofe erteilte. Sie unterhielt einen musikalischen Salon, der von polnischen und russischen Künstlern und Aristokraten besucht wurde sowie von Mitgliedern eines studentischen Bundes, zu dem ihre zwei polnischen Schwiegersöhne gehörten. Es sind dies der Dichter Adam Mickiewicz, der ihre Tochter Celina und der Rechtsanwalt Franciszek Malewski, der ihre Tochter Helena heiratete. Maria Szymanowska starb mit nur 41 Jahren in Petersburg an Cholera.

Wirken und Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenotaph auf dem Tichwiner Friedhof des Alexander-Newski-Klosters in Sankt Petersburg

Szymanowska, die auf ihren Tourneen ganz Europa bereist hatte,[2] setzte im kulturellen Leben mehrerer Länder musikalische Meilensteine. Sie war sowohl für ihre Kompositionen (ab 1816),[3] als auch die Art ihrer solistischen Auftritte berühmt, in denen sie zum Beispiel vermutlich als Erste ihr Programm auswendig gespielt hat. Franz Liszt wird bisher eine Generation später als der Erste betrachtet.[4] Der polnische Rechtsanwalt und Exilant Franciszek Malewski, bezeichnete sie als „höchst außergewöhnliche Frau“, sein Freund Adam Mickiewicz als „die Königin der Töne“ und Johann Wolfgang von Goethe widmete der „bezaubernden Göttin der Musik“ ein Gedicht. Kenner schätzten ihre brillante, ausdrucksstarke Darbietung der Stücke. So urteilte der Literaturkritiker Maurycy Mochnacki 1827: „Sie lässt das Klavier sprechen und singen“. Ab 1950 wurden Maria Szymanowskas Werke im Polnischen Musikverlag Krakau wieder gedruckt, Ende des 20. Jahrhunderts auch in USA. In Paris gibt es die Maria Szymanowska Gesellschaft,[5] dort fand 2011 erstmals ein wissenschaftliches Kolloquium für die Große Europäerin statt.[6]

Kompositionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das früheste bekannte Datum einer Komposition von Maria Szymanowska ist 1803.[7] Sie schrieb über hundert Kompositionen. Die meisten und interessantesten Stücke sind Klavierstücke wie Etüden, Präludien, Tänze usw. Sie komponierte über zwanzig Lieder mit Klavierbegleitung und drei Kammermusikwerke. Ihre Kompositionen werden als „vorromantisch“ beschrieben und zeichnen sich einerseits durch brillanten, virtuosen Klaviersatz, andererseits durch tiefsinnige Ausdrucksstärke (Romanzen), Einfachheit in Form und Text, mit Verzicht auf Polyphonien. Ihre Motiventwicklungen dienen hauptsächlich der Gesanglichkeit (Poniatoska 1993). Polnische und russische Gelehrte betrachten sie als wichtige Vorläuferin für Frédéric Chopin, besonders in dem Gebrauch des brillanten Stils, Mazurken, Polonaisen, Nocturnes usw. Der eine Generation jüngere Chopin hatte denselben Lehrer wie sie: Józef Elsner. Unerforscht ist, ob ihr eine Priorität bei der Einführung des Nocturnos in Polen zukommt.

Goethe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • an Ottilie von Goethe am 18. August 1823 aus Marienbad: Madame Szymanowska, ein weiblicher Hummel mit der leichten polnischen Facilität, hat mir diese letzten Tage höchst erfreulich gemacht; hinter der polnischen Liebenswürdigkeit stand das größte Talent gleichsam nur als Folie oder, wenn du willst, umgekehrt. Das Talent würde einen erdrücken, wenn es ihre Anmut nicht verzeilich machte.
  • schreibt am 18. August 1823 in sein Tagebuch: Gedichte in die zwey Albums vollbracht und geschrieben. Madame Szymanowska besuchte mich. Neugierig auf den Inhalt des Albums.
  • zu Eckermann am 1. Dezember 1831: Zuerst hatte ich, wie Sie wissen, bloß die Elegie als selbständiges Gedicht für sich. Dann besuchte mich die Szymanowska, die denselbigen Sommer mit mir in Marienbad gewesen war und durch ihre reizenden Melodien einen Nachklang jener jugendlich-seligen Tage in mir erweckte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Isolde Weiermüller-Backes/Barbara Heller, Klaviermusik von Komponistinnen vom 17. bis zum 21. Jahrhundert, Düsseldorf 2003, S. 85

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. MUGI: Maria Szymanowska
  2. MUGI: Konzertreisen.
  3. MUGI: Rezeption.
  4. MUGI: Stil des Spiels.
  5. Maria Szymanowska, eine große Europäerin
  6. MUGI: Rezeption.
  7. Siehe Weblink Französische Biografie.