Maria von Teck

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Queen Mary (1925)

Maria von Teck (engl. Mary of Teck; gebürtig Her Serene Highness Princess Victoria Mary Augusta Louise Olga Pauline Claudine Agnes of Teck) – (* 26. Mai 1867 im Kensington Palace, County of London, London; † 24. März 1953 in Marlborough House, City of Westminster, London) war die Gemahlin des britischen Königs Georg V.

Von 1910 bis 1936 war sie als Queen Mary Königin des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland (ab 1927 Nordirland) sowie Kaiserin von Indien (Empress of India). Nach dem Tod ihres Ehemanns am 20. Januar 1936 trug sie den offiziellen Titel Dowager Queen (Königinwitwe).

Herkunft und Kindheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria von Teck (1889)

Princess Mary of Teck wurde am 26. Mai 1867 als erstes Kind des deutschstämmigen Herzogs Franz von Teck und dessen Gemahlin Mary Adelaide von Cambridge im Londonder Kensington Palace geboren. Ihre Mutter war eine Enkelin Georgs III. und Cousine der regierenden britischen Königin Victoria, somit entstammte Mary einer nicht regierenden Nebenlinie des britischen Königshauses.

Am 27. Juli 1867 wurde sie durch den Erzbischof von Canterbury, Charles Longley in der Chapel Royal des Kensington Palace getauft.

Die in Familienkreisen liebevoll nach ihrem Geburtsmonat „Princess May“ genannte Prinzessin erhielt durch ihre Mutter und eine Gouvernante eine zeitgemäße Erziehung. Aufgrund des verschwenderischen Lebensstils ihrer Eltern, die aufgrund ihrer morganatischen Ehe eine nur relativ geringe Apanage erhielten, lebte die Familie wegen finanzieller Schwierigkeiten zwischen 1883 und 1885 bei Verwandten im Ausland. Während eines Aufenthalts in Florenz entwickelte Mary Interesse an Kunst, Kultur und Geschichte.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

George und Mary mit Queen Victoria (1893)

Durch die morganatische Abstammung ihres Vaters war Mary eine hochrangige Heirat eigentlich verwehrt. Allerdings hielt ihre Patentante Königin Victoria sie für eine mögliche zukünftige Königin, weshalb sie die Verlobung mit ihrem Enkel, dem designierten Thronfolger Albert Victor, Duke of Clarence and Avondale, arrangierte. Die Verlobung wurde im Dezember 1891 offiziell verkündet, doch nur sechs Wochen später am 14. Januar 1892 verstarb Albert Victor infolge einer Lungenentzündung.

Auf Wunsch der Königin heiratete Mary am 6. Juli 1893 den jüngeren Bruder ihres verstorbenen Verlobten, Prince George, Duke of York in der Chapel Royal des St James’s Palace. Die Brautleute waren durch ihre Abstammung von Georg III. Cousin und Cousine zweiten Grades. Durch die Heirat erhielt Mary den Titel Duchess of York sowie die Anrede Her Royal Highness (Ihre Königliche Hoheit). Als Residenzen wurden dem Paar ein Apartment im St James’s Palace und York Cottage auf dem Landsitz Sandringham House zugewiesen. Obwohl die Verbindung arrangiert war, entwickelte sich zwischen Georg und Mary ein Liebesbund. Sie war ihrem Ehemann eine verlässliche Stütze, Georg blieb seiner Frau zeitlebens treu verbunden und pflegte keine außerehelichen Affären.

Aus der Verbindung gingen sechs Nachkommen hervor:

Über die Mutterliebe zu ihren sechs Kindern, darunter gleich zwei spätere Könige, herrschte geteilte Meinung. Einerseits trennte sie ihren jüngsten Sohn John von seinen Geschwistern und versteckte ihn vor der Öffentlichkeit, weil sie sich seiner Epilepsie schämte – er wurde als „Monsterkind“ bezeichnet, unter Hausarrest gehalten und starb früh –, andererseits unterrichtete sie ihre Kinder in Geschichte und Musik.

Ihr ältester Sohn Eduard berichtete von ihr als liebender Mutter. Sie versuchte vergeblich, ihn von der Abdankung abzubringen. Ihr zweiter Sohn, der spätere König Georg VI., entwickelte sich zu einem scheuen und stotternden Mann.

Princess of Wales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Tod Königin Victorias am 22. Januar 1901 wurde Eduard VII., der Vater ihres Gatten, ihr Nachfolger. Im Auftrag des Monarchen begab sich das neue Kronprinzenpaar auf eine mehrmonatige Reise durch das Britische Empire. Die Reise führte sie über Gibraltar, Malta, Port Said, Aden, Ceylon, Mauritius und Singapur nach Australien, Neuseeland, Kanada, Neufundland und in die Kapkolonie. Georg und Mary nahmen Glückwünsche für den neuen König entgegen und dankten den Dominions für deren Unterstützung während des Zweiten Burenkriegs (1899-1902). Am 9. November 1901 erhielt Georg den Titel Prince of Wales, Mary wurde zur Princess of Wales.

1904 begleitete Mary ihren Ehemann nach Österreich-Ungarn und ins Königreich Württemberg, sowie von Oktober 1905 bis Mai 1906 auf einer achtmonatigen Rundreise durch Britisch-Indien. 1906 besuchten sie die Hochzeit des spanischen Königs Alfons XIII. mit Victoria Eugénie von Battenberg (17. Mai 1906) und die Krönung des norwegischen Königs Haakon VII. (22. Juni 1906).

Königin und Kaiserin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. Mai 1910 trat ihr Mann als Georg V. die Thronfolge an, am 22. Juni 1911 wurde das Paar gekrönt. Ihre erste Reise als kaiserliches Paar ging nach Indien. Dort nahm sie mit ihrem Gemahl im Dezember 1911 als einzige britische Monarchin am großen Delhi Durbar im Coronation Park von Delhi teil.

Mit ihrer Schwiegermutter und Vorgängerin, Königin Alexandra, kam es zu Auseinandersetzungen. Diese wollte beim Begräbnis Eduard VII. den Vortritt haben, verließ den Buckingham Palast nur zögerlich und behielt zudem einen Teil der Kronjuwelen, die sie der neuen Königin hätte abtreten müssen.

Am 6. Mai 1935 feierte das Königspaar Silbernes Thronjubiläum. Allerdings war der König, ein extrem starker Raucher, zu dieser Zeit schon sehr krank. Er starb am 20. Januar 1936, vermutlich beschleunigt durch Schmerzmittel, die ihm auf Veranlassung seiner Gattin verabreicht worden sein sollen.

Jahre als Königinwitwe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königin Mary und ihre Enkeltöchter Margaret (Mitte) und Elisabeth (rechts)

Eduard VIII., als bisheriger Kronprinz nun Nachfolger seines Vaters und von seiner Mutter vorerst unterstützt, schockierte das Königreich jedoch mit seinem Wunsch, Wallis Simpson zu heiraten. Mary lehnte es ab, die bürgerliche Schwiegertochter in spe jemals zu treffen. Eduard dankte ab, und ihr zweitältester Sohn wurde stattdessen als Georg VI. gekrönt. Dabei stand sie ihm mit moralischer Unterstützung zur Seite und organisierte zudem nicht nur die Krönung des königlichen Paares, sondern nahm auch, als erste Witwe eines britischen Königs überhaupt, daran teil.

Im Zweiten Weltkrieg ließ der König seine Mutter evakuieren; sie kam seinem Wunsch widerstrebend nach und zog zu ihrer Nichte Mary, Duchess of Beaufort, der Tochter ihres Bruders Adolphus. Diesem fiel sie jedoch ziemlich zur Last: so ließ sie unter anderem von deren Wohnsitz Badminton House den Efeu entfernen, weil sie ihn als hässlich und als Gefahr für die Gesundheit empfand.

1952 starb Georg VI., und ihre Enkelin wurde Königin Elisabeth II. Da der Titel Queen Mother nun an deren Mutter bzw. Marys Schwiegertochter Elizabeth Bowes-Lyon überging, die sich gleich doppelt Queen Elizabeth the Queen Mother nannte, erhielt Mary zur Unterscheidung der drei lebenden Königinnen den Titel Dowager Queen Mother (Witwe Königin Mutter), den sie aber nicht annahm. Mary starb noch vor der Krönung ihrer Enkelin im Alter von 85 Jahren an Lungenkrebs, beziehungsweise offiziell an Magenproblemen. Ihr letzter Wunsch war es, dass ihr Tod die Festlichkeiten nicht stören sollte.

Einfahrt der RMS Queen Mary im Hafen von New York am 20. Juni 1945

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1934 sollte ein neuer Passagierdampfer der Cunard Line auf den Namen Victoria getauft werden. Auf die Bitte an den König, das bis dahin nur als Nr. 534 bezeichnete Schiff nach „Britanniens größter Königin“ zu taufen, soll die Königin nonchalant geantwortet haben, dass sie sich geehrt fühle. Der Reederei blieb nichts anderes übrig, als dies stillschweigend zu akzeptieren, und so wurde von der gleichnamigen Monarchin nun die RMS Queen Mary getauft. Die aktuelle Queen Mary 2 wiederum knüpft an den Namen dieses Schiffes an.

Bereits 1913 war nach ihr der Schlachtkreuzer HMS Queen Mary benannt worden, der jedoch 1916 von der Kaiserlichen Marine in der Skagerrakschlacht versenkt wurde.

Nach ihr ist das Königin-Marie-Land in der Antarktis benannt.

Von Sir Edwin Lutyens wurde Queen Mary’s Dolls’ House für sie ins Leben gerufen.

Queen Mary zählte über Jahrzehnte zur Förderin der Governesses’ Benevolent Institution, einer Hilfsorganisation für in Notlagen geratene Gouvernanten. Ein Altersheim dieser Organisation ist nach ihr benannt.

Titel & Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 26. Mai 1867 - 6. Juli 1893: Her Serene Highness Princess Mary of Teck
  • 6. Juli 1893 - 22. Januar 1901: Her Royal Highness The Duchess of York
  • 22. Januar 1901 - 9. November 1901: Her Royal Highness The Duchess of Cornwall and York
  • 9. November 1901 - 6. Mai 1910: Her Royal Highness The Princess of Wales
  • 6. Mai 1910 - 20. Januar 1936: Her Majesty The Queen Mary / Her Imperial Majesty The Queen-Empress (für Indien)
  • 20. Januar 1936 - 24. März 1953: Her Majesty Queen Mary, The Queen Dowager

Orden und Ehrenzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Staat Orden/Ehrenzeichen Klasse
1889 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Vereinigtes Königreich The Imperial Order of the Crown of India Companion
1893 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Vereinigtes Königreich The Royal Order of Victoria and Albert Mitglied 1. Klasse
1894 Portugal Konigreich 1830Portugal Portugal Ordem Real de Santa Isabel
1902 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Vereinigtes Königreich Royal Family Order of King Edward VII Mitglied 2. Klasse
1902 Athiopien 1897Äthiopien Äthiopien Order of the Star of Ethiopia Großkreuz
1904 Erste Hellenische RepublikErste Hellenische Republik Griechenland Order of St Elisabeth Großkreuz
1905 JapanJapan Japan Orden der Edlen Krone Großkreuz
1905 PersienIran Persien Imperial Order of the Sun
1906 DanemarkDänemark Dänemark Golden Wedding Badge
1906 Spanien 1875Spanien Spanien Real Orden de Damas Nobles de la Reina María Luisa Lady
1907 Preussen KonigreichKönigreich Preußen Preußen Königlich Preußischer Louisenorden Mitglied 1. Klasse
1909 Russisches Kaiserreich 1883Russisches Kaiserreich Russland Orden der Heiligen Großmärtyrerin Katharina Mitglied 1. Klasse
1911 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Vereinigtes Königreich The Most Exalted Order of the Star of India Knight Grand Commander
1916 Serbien Konigreich 1882Königreich Serbien Serbien Order of the Star of Karageorge Großkreuz
1917 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Vereinigtes Königreich The Most Excellent Order of the British Empire Dame Grand Cross
1919 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien Rote Kreuz-Medaille
1919 Rumänien KonigreichRumänien Rumänien Rote Kreuz-Medaille
1926 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Vereinigtes Königreich The Most Venerable Order of the Hospital of St. John Dame Grand Cross
1927 FrankreichFrankreich Frankreich Légion d'honneur Großkreuz
1927 Agypten 1922Ägypten Ägypten Kemal-Damenorden
1928 Afghanistan Emirat 1919Afghanistan Afghanistan Order of the Supreme Sun Collane
1932 Athiopien 1897Äthiopien Äthiopien Orden der Königin von Saba Großkreuz
1935 Jugoslawien Konigreich 1918Jugoslawien Jugoslawien St.-Sava-Orden Großkreuz
1936 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich The Most Excellent Order of the British Empire Grand Master and First and Principal
Dame Grand Cross
1936 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Royal Victorian Order Dame Grand Cross
1937 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Royal Family Order of King George VI Mitglied 1. Klasse
1937 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Royal Victorian Chain
1938 Erste Hellenische RepublikErste Hellenische Republik Griechenland Orden der Heiligen Olga und der Heiligen Sophia Mitglied 1. Klasse
1939 Rumänien KonigreichRumänien Rumänien Orden der Krone von Rumänien Großkreuz
1952 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Royal Family Order of Queen Elizabeth II Mitglied 1. Klasse

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Kress: Mary Victoria. In: Sönke Lorenz (Hrsg.): Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Kohlhammer, Stuttgart / Berlin / Köln 1997, S. 354 f, ISBN 3-17-013605-4.
  • Marita A. Panzer: Englands Königinnen, von den Tudors zu den Windsors. Piper TB 5297, München / Zürich 2008, ISBN 978-3-492-25297-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Maria von Teck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgängerinnen Amt Nachfolgerinnen
Alexandra von Dänemark Queen Consort des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland
1910–1927
Titel erloschen
Titel neu geschaffen Queen Consort von Großbritannien und Irland
1927–1936
Elizabeth Bowes-Lyon