Marianna Salzmann

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Sasha Marianna Salzmann (* 21. August 1985 in Wolgograd, Sowjetunion) ist Dramatikerin, Essayistin, Kuratorin und Romanautorin. Sie war Herausgeberin des Kultur- und Gesellschaftsmagazins freitext und die Leiterin des Studio Я am Maxim-Gorki Theater Berlin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salzmann wuchs in Moskau auf. Sie emigrierte mit ihrer Familie 1995 nach Deutschland, studierte an der Universität Hildesheim Literatur, Theater und Medien und Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Ihre Gedichte und Kurzgeschichten wurden während ihres Studiums in Hildesheim in diversen Magazinen publiziert. Zusammen mit Deniz Ultu, Mutlu Ergün, Marcela Knapp und Mike Klesse gründete sie das Kultur- und Gesellschaftsmagazins freitext und war 12 Jahre lang seine Redakteurin. Gleichzeitig zu ihrem Studium begann Salzmann erste Theaterregieversuche. Sie inszenierte zusammen mit Wera Mahne „Ein Attentat auf Godot“, eine Bearbeitung von Backetts Klassiker, sowie „Rot Werden“, einen sarkastischen Liebesmonolog an Wladimir Putin. Zusammen mit dem Musiktheaterkollektiv forte blau entwickelte Salzmann Projekte für Gehörlose, Schwerhörende und Hörende. Zum Thema „Stimmen hören“erarbeitete sie mit dem Grenzkollektiv die Jeanne d'Arc Persiflage "Jeanne ist tot und kommt heute nicht mehr vorbei".

Während ihres Studiums des Szenischen Schreibens in Berlin gewann ihr erstes abendfüllendes Theaterstück Weißbrotmusik den wienerwortsaetten Preis 2009 und IKARUS 2012 als bestes Jugendstück. 2012 wurde sie für das Stück Muttermale Fenster Blau mit dem 17. Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker*innen ausgezeichnet. Salzmanns Abschlussstück an der Universität der Künste Muttersprache Mameloschn wurde 2013 als bestes Stück des Jahres mit dem Mühlheimer Publikumspreis 2013 geehrt. Stück und Autorin führten bei Umfragen von Theaterkritikern die Ranglisten in Sparten Bestes Stück, Beste Nachwuchsautorin und Dramatikerin des Jahres an. Nach dem Abschluss ihres Studiums des Szenischen Schreibens gründete Salzmann zusammen mit Maxi Obexer das Neue Institut für Dramatisches Schreiben. Sie unterrichtet politisches Schreiben, initiiert Werkstätten und Lesungen mittlerweile international.

Seit 2013 ist Salzmann die Hausautorin des Maxim Gorki Theaters Berlin. Als Kopf der freien Künstler*innen Gruppe Conflict Zine Arts Asylum leitete sie dort das Studio Я: „Das Maxim-Gorki-Theater ist das „Theater des Jahres“. Das liegt auch an Sasha Marianna Salzmann, die dort die spannendste Experimentierbühne Deutschlands leitet: das Studio Я“ (Stefan Grund, Die Welt). 2016 erklärte die Theaterzeitschrift die Deutsche Bühne Salzmann zum Kopf der Saison: „Salzmann ist mit ihrem sensiblen Blick auf eine brutale Gegenwart und ihren biographischen Blicken zurück vielleicht die deutschsprachige Theaterautorin der Stunde.“ (Detlev Baur).

2012/13 während ihres Aufenthaltes in İstanbul als Stipendiatin der Kulturakademie Tarabya begann Sasha Marianna Salzmann ihren Debütroman, den sie in den Folgejahren während ihrer regelmäßigen Türkeiaufenthalte beendete. „Außer sich“ erscheint September 2017 im Suhrkamp Verlag.

Stücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitteilung des Maxim-Gorki-Theaters zu "Wir Zöpfe", abgerufen am 3. Januar 2015.
  2. Alexander Viktorin, Max Büch: Marianna Salzmann über Muttersprache Mameloschn. Interview mit Marianna Salzmann, in: kultivision, Youtube-Kanal, 13. Mai 2013
  3. Mitteilung des Deutschen Theaters zu Mameloschn, abgerufen am 3. Januar 2015.