Marianne Leuzinger-Bohleber

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Marianne Leuzinger-Bohleber

Marianne Leuzinger-Bohleber (* 1947 in Glarus) ist eine Schweizer Psychoanalytikerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leuzinger-Bohleber studierte Medizin, klinische Psychologie und deutsche Literatur an der Universität Zürich und in den USA. 1980 promovierte sie und ist seit 1981 als Psychoanalytikerin (Schweizerische Gesellschaft für Psychoanalyse, Deutsche Psychoanalytische Vereinigung) tätig. Seit 1988 lehrt sie an der Gesamthochschule Kassel (seit 2003 Universität Kassel), wo sie 1996 das Institut für Psychoanalyse begründete, dem sie vorsteht.

Von 2002 bis 2016 war Leuzinger-Bohleber geschäftsführende Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt am Main.[1] Sie leitete dort den Schwerpunkt „Grundlagenforschung und klinische Psychoanalyse“ und war verantwortlich für einige große Forschungsprojekte im Bereich der Psychotherapieforschung (LAC Depressionsstudie) und der Frühprävention (ERSTE SCHRITTE, EVA Projekt: Evaluation zweier Frühpräventionsprojekte für Kinder mit schwierigen Kindheiten in Frankfurter Kindertagesstätten, MAKREKI: Mathematische Kreativität bei Kindern mit schwierigen Kindheiten, KIGRU: Übergangsprojekt von Kindern vom Kindergarten zur Grundschule). Diese Projekte wurden im Rahmen des IDeA-Zentrums der Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) durchgeführt. Das DIPF (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung), die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und das Sigmund-Freud-Institut tragen dieses interdisziplinäre Institut, an dem ca. 120 Wissenschaftler in etwa 30 Projekten arbeiten, gemeinsam.

Marianne Leuzinger-Bohleber ist Vice Chair des Research Boards der International Psychoanalytical Association und Visiting Professor am University College London. Sie ist Mitglied der Action Group für Neuropsychoanalyse und Mitglied der wissenschaftlichen Beiräte verschiedener Fachpublikationen zu Psychoanalyse, Psychotherapie und Neurowissenschaften.

Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit ist Leuzinger-Bohleber berufspolitisch engagiert und schreibt gelegentlich über diese Themen, wie im Februar 2020 in der Frankfurter Allgemeinen unter dem Titel Das Monopol der Verhaltenstherapie. Da 60 der 61 Professoren für Klinische Psychologie eine verhaltenstherapeutische Ausrichtung haben, stünde zu befürchten, dass die neue Psychotherapeuten-Ausbildung bevorzugt durch Verhaltenstherapeuten geprägt werde.[2]

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgewählte Forschungsprojekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige ausgewählte Forschungsprojekte

Ausgewählte Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zusammen mit Sabine Andresen: STEP-BY-STEP. Abschlussbericht über das Pilotprojekt Step-by-Step zur Betreuung von traumatisierten Flüchtlingen in der Erstaufnahmeeinrichtung „Michaelisdorf“ in Darmstadt. Hrsg.: Hessisches Ministerium für Soziales und Integration. August 2017 (kcgezinswetenschappen.be [PDF; 7,3 MB; abgerufen am 3. Juli 2020]).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. sfi-frankfurt.de: Marianne Leuzinger-Bohleber (Memento des Originals vom 14. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sfi-frankfurt.de (aufgerufen am 3. Oktober 2017)
  2. Marianne Leuzinger-Bohleber: Das Ende Sigmund Freuds? Das Monopol der Verhaltenstherapie. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. Februar 2020 (faz.net [abgerufen am 17. Juli 2020]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]