Marianne Rosenberg

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Marianne Rosenberg (2018)

Marianne Rosenberg (* 10. März 1955 in Berlin-Lankwitz) ist eine deutsche Pop- und Schlagersängerin und Songwriterin. Sie war vor allem in den 1970er Jahren mit Titeln wie Er gehört zu mir und Marleen erfolgreich.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marianne Rosenberg ist das dritte von sieben Kindern von Otto Rosenberg, einem Sinto und Überlebenden des Völkermords an den europäischen Roma und Sinti (Porajmos) und langjährigem Vorstandsmitglied des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Sie wuchs in einer Künstlerfamilie auf. Ihre Schwester Petra Rosenberg ist die Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg.

Im Alter von vierzehn Jahren gewann Rosenberg einen Talentwettbewerb im Romanischen Café im Europa-Center. Danach nahm sie ihre erste Schallplatte Mr. Paul McCartney auf, die ihr erster Erfolg wurde. Mit ihren weiteren Titeln Fremder Mann (1971), Jeder Weg hat mal ein Ende (1972), Er gehört zu mir (1975) und Marleen (1976) erreichte ihre Karriere in den 1970er Jahren ihren Höhepunkt. Sie hatte zahlreiche Auftritte in Rundfunk und Fernsehen (darunter mehrmals in der ZDF-Hitparade) und wurde zu einem der erfolgreichsten Schlagerstars des Jahrzehnts.

1975 nahm Rosenberg erstmals an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil, platzierte sich aber mit ihrem Lied Er gehört zu mir nur auf Platz 10. Trotzdem wurde das Lied zum Hit. 1976 und 1977 erhielt sie jeweils den bronzenen Bravo Otto der Jugendzeitschrift Bravo. 1976 sang sie bei der luxemburgischen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest Tout peut arriver au cinéma (Lieder der Nacht). Sie scheiterte aber an ihrem Landsmann Jürgen Marcus, der für Luxemburg zum Finale nach Den Haag fuhr. Die deutsche Vorentscheidung 1978, bei der Marianne Rosenberg mit Nein, weinen werd’ ich nicht Platz 7 erreichte, wurde nur im Radio und nicht im Fernsehen ausgestrahlt. 1980 versuchte sie sich abermals bei der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest. Ihr Titel Ich werd’ da sein, wenn es Sturm gibt erreichte nur Platz 12. Nicht wesentlich besser erging es ihr bei der deutschen Vorentscheidung 1982, als sie mit Blue-Jeans-Kinder Platz 8 erreichte.

Mit der Schlagerszene brach sie danach jahrelang, wirkte bei Filmen mit und nahm Platten mit Vertretern der damaligen Neuen Deutschen Welle, speziell mit Extrabreit auf. Das mit dieser Band eingespielte Lied Duo Infernal (Rückkehr der phantastischen Fünf) fällt insbesondere durch seinen punkigen Charakter auf. Um aus eingefahrenen Bahnen auszubrechen, änderte sie Ende der 1980er Jahre ihr Auftreten, gab sich mit schrillen Bühnenauftritten ein neues Image und bezog darüber hinaus zu politischen Themen Stellung. Auch mit ihren neuen Songs hatte sie Erfolg und avancierte zur Ikone der Schwulenbewegung.

1988 wurde ein Remix ihres großen Hits Er gehört zu mir als Single veröffentlicht und lenkte durch hohen Airplay-Einsatz erneut die Aufmerksamkeit auf die Sängerin. 1989 sang sie für den Soundtrack der Fernsehserie Rivalen der Rennbahn den Song I Need Your Love Tonight, produziert von Dieter Bohlen, der auch Text und Musik schrieb, und hatte damit einen Überraschungserfolg, so dass das Lied unter den Top 60 Platz fand. 1989 veröffentlichte sie das Album Uns verbrennt die Nacht und hatte mit der ersten Singleauskopplung Ich denk an Dich einen Hit. Das Album war in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Harald Steinhauer entstanden, der auch bei ihren nächsten Alben Und Du kannst nichts dagegen tun und Feuerrosen die Produktion übernahm.

1994 nahm sie mit Dieter Bohlen einen weiteren Song in englischer Sprache auf. Anywhere I Lay My Head erschien auf dem Soundtrack zu der ZDF-Serie Die Stadtindianer, wurde jedoch nicht als Single veröffentlicht. 1996 nahm sie an einem Gedenkkonzert für Rio Reiser teil. Nach einer Reihe Alben, die im Laufe der neunziger Jahre erschienen waren, darunter die im Studio live eingesungene Doppel-CD 5 Tage & 5 Nächte, veröffentlichte sie 1998 ihr Album Luna, mit zum großen Teil selbstkomponierten Songs und Texten ihrer Freundin Marianne Enzensberger. Luna wurde ein Jahr später nochmals veröffentlicht, angereichert um eine im Radio erfolgreiche Coverversion des Cher-Hits Strong Enough. Es folgte das Album Himmlisch, das sich schlechter verkaufte, als Vorabkritiken vermuten ließen. Es wurde von Alex Christensen produziert, der im Techno-Genre wie mit U 96 „Das Boot“ bekannt wurde.

Im Jahr 2000 lehnte die Künstlerin einen gemeinsamen Auftritt mit ihrem Vater in einer Fernsehshow mit den empörten Worten ab: „Die wollen Rosenberg-Schlager garniert mit einer Prise Auschwitz … Das ist eine Respektlosigkeit gegenüber meinem Vater.“[1] 2004 spielte sie unter dem Titel Für immer wie heute ihre großen Hits und einige neue Tracks in völlig neuen Arrangements ein. Das Album erreichte die Top 20 der deutschen Albumcharts, die Singles erreichten die Top 100. Es folgte eine Tournee zur Platte. Parallel dazu trat sie in einigen deutschen Städten mit einem Chanson- und Liederprogramm auf, das aus der Zusammenarbeit mit Christian Schodos 2003 entstand und das die beiden damals unter dem Titel Cocktails for two in der Berliner Bar jeder Vernunft uraufführten.

Im September 2006 veröffentlichte Rosenberg ihre Autobiografie Kokolores. Es folgte Liveauftritte mit dem Jazzkonzept im September und Oktober 2006. Auf dem zugehörigen Hörbuch zur Biografie sind vier Musikstücke als Bonus vertreten. Das Goethe-Institut führt ihre Autobiografie bei vier zum Genre Literatur der Sinti und Roma gewählten Rezensionen zusammen mit den Sintizze Philomena Franz und Dotschy Reinhardt auf.[2] Im März 2008 erschien das Chanson- und Jazzalbum I’m a Woman. Am 17. Oktober 2008 nahm sie an einem Nico-Tribut-Konzert teil. An der Volksbühne Berlin sang sie drei Lieder zu Ehren der verstorbenen deutschen Sängerin, unter anderem Femme Fatale von The Velvet Underground und My Funny Valentine.

Im Jahre 2009 sprach und sang Marianne Rosenberg die Rolle der Mama Odie im Disney-Zeichentrickfilm Küss den Frosch. Ende Februar 2011 veröffentlichte sie ein neues Album mit 13 Titeln unter dem Namen Regenrhythmus. Außerdem erschien im August 2011 die Single Die Ballade von Wolfgang und Brigitte der Berliner Band Wir sind Helden, auf der auch eine Version des Liedes mit Rosenberg als Sängerin enthalten ist. Rosenberg saß in der Jury der elften Staffel von Deutschland sucht den Superstar. Zuvor war sie als scharfe Kritikerin der Castingshows aufgetreten. Sie begründete ihre geänderte Auffassung damit, dass man ihr glaubhaft zugesichert habe, dass von nun an „Talente eine ehrliche Chance bekommen“.[3]

Zusammen mit dem Produzenten Dirk Riegner gründete Rosenberg die Band Schattenherz. Das Album Das Leben ist schön erschien im Oktober 2013. Rosenbergs langjähriger Lebensgefährte ist der Journalist und Politiker Michael Klöckner.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut eigener Aussage hatte Rosenberg Ende der 1970er Jahre eine dreijährige Liebesbeziehung mit dem Moderator Ilja Richter, die beide auf Drängen von Rosenbergs Plattenfirma jedoch verheimlichten. Sie selber sagte später über diese Zeit: „Wir wollten sogar heiraten und eine Familie gründen“.[4]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben

Jahr Titel Chartplatzierungen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
1971 Fremder Mann
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 16. November 1971
1972 Lieder
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 20. Dezember 1972
1974 Träume
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: September 1974
1976 Ich bin wie du
42
(4 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: Januar 1976
Lieder der Nacht
20
(18 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: November 1976
1977 War es wirklich gestern?
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: September 1977
1978 Flüsterndes Gras
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: August 1978
1979 Und die Liebe, sie kam
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1979
1980 Traumexpress
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1980
1981 Ich brauche dich …
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 1981
1984 Spiegelbilder
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: März 1984
1989 Uns verbrennt die Nacht
59
(9 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 25. September 1989
1991 Und du kannst nichts dagegen tun …
37
(10 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 23. September 1991
1993 Set the Night on Fire
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 28. Juni 1993
Feuerrosen
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 25. Oktober 1993
1998 Luna
48
(3 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 19. Oktober 1998
2000 Himmlisch
90
(1 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 13. November 2000
2008 I’m a Woman
300! 300! 300!
Erstveröffentlichung: 7. März 2008
2011 Regenrhythmus
29
(3 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 25. Februar 2011

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehshows[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994: RSH-Gold in der Kategorie „Comeback des Jahres National“[5]
  • 2019: radio B2-Ehrenpreis für das Lebenswerk[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marianne Rosenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jetzt verdeckt ein Engel diese Schande. In: Berliner Zeitung. 10. Juli 2001
  2. Julia Blandfort, Deutsche Autoren und Genres. Mehr als ein Zigeunermärchen – die Literatur der Sinti und Roma, Goethe-Institut e. V. April 2012
  3. Sonja Álvarez: „DSDS“-Jurorin Marianne Rosenberg – „Bohlen ein Arschloch? Die Rolle ist ihm zu klein geworden“. In: Der Tagesspiegel. 7. Januar 2014, abgerufen am 8. Januar 2014
  4. Er gehört zu Mutti. In: Spiegel Online. 27. September 2004, abgerufen am 19. August 2017.
  5. RSH-Gold ’94. Verleihung der Auszeichnungen RSH-Gold ’94 von Radio Schleswig-Holstein
  6. Beim „radio B2 Schlagerhammer“: Nachwuchspreis für Stefan-Mross-Freundin. Abgerufen am 29. August 2019.