Marianne Strobl

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Marianne Strobl (* 1865; † nach 1914) war eine österreichische Fotografin.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtisches Gaswerk Leopoldau (1911)
lili rere
SS Thalia, Postkarte ca. 1909 (140 × 88 mm)[1]

Marianne Strobl war unter dem Namen M. Strobl zwischen etwa 1894 und mindestens 1914 in Wien als Fotografin tätig; aus der Zeit nach 1918 sind keine Fotomappen oder Bildpostkarten mehr von ihr gefunden worden. Ihr Vornamenskürzel sollte Vorurteilen und damit Auftragseinbußen in dem damals männerdominierten Beruf entgegenwirken, da so ihre Person als Frau, der nicht einmal eine Fachausbildung als Fotograf offengestanden hatte, so dass sie sich in Amateurvereinen fotografische Kenntnisse aneignen musste, nicht sofort ersichtlich war. Ab 1905 gehörte sie dann aber der Genossenschaft der Photographen an. Bis 1924 soll ihr Ehemann, Josef Strobl, in ihrem Unternehmen mitgearbeitet haben.[2] Ihr Atelier befand sich in der Halmgasse 3 im 2. Bezirk in der Nähe des Praters. Mit dieser Anschrift war es ab 1896 unter „Fotografin, Atelier“, von 1897 bis 1935 unter „Kunstanstalt für Photographie“ sowie 1936 und 1937 wieder unter „Photograph“, also auch nach 1914, im Wiener Adressbuch eingetragen.[3]

Für eine Frau zu dieser Zeit ungewöhnlich und vermutlich als erste Person in Österreich-Ungarn spezialisierte sich Strobl auf die Industriefotografie. Im Auftrag der Stadt Wien, von Behörden, Museen und Privatpersonen dokumentierte sie die städtische Infrastruktur, Fahrzeuge, Baustellen, wie etwa den Bau der Gasometer in Simmering und Liesing über mehrere Jahre hinweg, oder auch die Erforschung des Ötscherhöhlensystems. Marianne Strobl war auch für den Österreichischen Lloyd in Triest tätig. Sie fotografierte auch in größerem Umfang Innenräume und erlangte dabei Bekanntheit als Spezialistin für Blitzlichtaufnahmen.

Ihre Werke werden unter anderem in den Fotosammlungen des Museums für angewandte Kunst, des Wien Museums, der Österreichischen Nationalbibliothek und der Albertina sowie des Photoinstituts Bonartes aufbewahrt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrike Matzer (Hg.): Marianne Strobl, »Industrie-Photograph« 1894–1914. (= Beiträge zur Geschichte der Fotografie in Österreich, Band 15), Fotohof edition, 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marianne Strobl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die am 13.11.1909 ab Triest gelaufene Postkarte trägt rückseitig die Signatur „Photographie von M. Strobl, Wien, k. k. Prater“.
  2. Brigitte Borchhardt-Birbaumer: Ausstellung „Verschleiert emanzipiert“ in: Wiener Zeitung vom 21.12.2017 (online).
  3. Vergleiche die Angaben in den einzelnen Adreßbuchjahrgängen wie folgt: 1896, 1897, 1935 und 1937.