Mariapfarr

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Mariapfarr
Wappen Österreichkarte
Wappen von Mariapfarr
Mariapfarr (Österreich)
Mariapfarr
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Tamsweg
Kfz-Kennzeichen: TA
Fläche: 47,35 km²
Koordinaten: 47° 9′ N, 13° 44′ OKoordinaten: 47° 9′ 0″ N, 13° 44′ 0″ O
Höhe: 1119 m ü. A.
Einwohner: 2.375 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 50 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5571
Vorwahl: 06473
Gemeindekennziffer: 5 05 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pfarrstraße 7
5571 Mariapfarr
Website: www.mariapfarr.at
Politik
Bürgermeister: Franz Doppler (SPÖ)
Gemeinderat: (2014)
(17 Mitglieder)
7
7
3
Insgesamt 17 Sitze
Lage der Gemeinde Mariapfarr im Bezirk Tamsweg
GöriachLessachMariapfarrMauterndorfMuhrRamingsteinSankt Andrä im LungauSankt Margarethen im LungauSankt Michael im LungauTamswegThomatalTwengUnternbergWeißpriachZederhausSalzburgLage der Gemeinde Mariapfarr im Bezirk Hallein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Samsonumzug in Mariapfarr
Samsonumzug in Mariapfarr
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Mariapfarr

Mariapfarr (Lungauer Dialekt: Pfoch) ist eine Gemeinde im Bezirk Lungau in Salzburg, Österreich, mit 2375 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018).

Mariapfarr ist eine der 15 Gemeinden des Bezirks Lungau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariapfarr wurde 923 erstmals urkundlich erwähnt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2018[1]):

  • Mariapfarr (1612)
  • Pichl (353)
  • Zankwarn (410)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Mariapfarr, Pichl und Zankwarn.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Mariapfarr hat 17 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeindevertretungswahl 2014 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Franz Doppler (SPÖ).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde ist: „In Rot ein aus dem linken Schildrand hervorbrechender weißer Adlerfang“.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenansicht der Pfarr- und Wallfahrtskirche vor der letzten Innenrenovierung
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Mariapfarr
Bereits 923 wurde eine erste Kirche in Mariapfarr (Althofen) als „ecclisia ad lungovue“ urkundlich erwähnt und gilt als Mutterkirche des Lungaus.
1217 überließ Konrad aus dem Geschlecht der Herren von Pfarr vor seinem Kreuzzug ins Heilige Land sein Gehöft samt Kapelle der Kirche.[2] Die ortsbildbeherrschende Pfarrkirche „Unserer Lieben Frau“ wurde vorerst als romanischer Bau im 12/13. Jahrhundert errichtet (heutiges Presbyterium) und später im 15. Jahrhundert als gotischer Bau aus- und umgebaut. 1854 zerstörte ein Brand das Kirchen-, das Turmdach sowie die Glocken und den Musikchor mit der Orgel. Bis 1858 erfolgte die weitgehendste Wiederherstellung.[3] 1946 wurden Fresken aus dem 13. und 14. Jahrhundert freigelegt.[4]
Ab dem Jahr 2014 wurde der Kircheninnenraum umfassend restauriert und umgestaltet. Ein neuer Volksaltar wurde installiert, der neugotische Hochaltar wieder in den Zustand vor der Renovierung im Jahr 1947 versetzt und die spätgotischen Altarbilder umfassend restauriert[5]. Das schmiedeeiserne Gitter von 1731 wurde einige Meter nach hinten versetzt, was im Vorfeld zu Protesten seitens eines Teils des Bevölkerung führte[6]. Weiters wurde ein barrierefreier Zugang zum Kircheninnenraum geschaffen.
Am 5. April 2018 erhob Papst Franziskus die Wallfahrtskirche per Dekret zur Basilica minor[7].
  • Pfarr- und Wallfahrtsmuseum: das Museum zeigt kostbare Ausstellungsstücke, eine Dokumentation über Joseph Mohr, sowie eine Weihnachtskrippe mit Figuren aus dem 18. Jahrhundert. Es befindet sich in den historischen Räumlichkeiten des alten Pfarrhofs.
  • Stillenacht Museum in Mariapfarr: Joseph Mohr wirkte von 1815 bis 1817 als Koadjutor in Mariapfarr und schrieb in dieser Zeit, 1816, den Text des weltberühmten Weihnachtsliedes Stille Nacht, heilige Nacht.
Dies wurde erst 1995 bekannt durch das Auffinden einer eigenhändigen Niederschrift von Joseph Mohr. Dieses Autograph – datiert auf die Zeit um 1823 stellt das älteste Dokument für die Entstehungsgeschichte des Liedes dar. Das Stillenacht Museum ist Teil des Pfarr- und Wallfahrtsmuseums.
Im Mai 2011 wurde das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ als nationales immaterielles UNESCO-Kulturerbe Österreichs anerkannt.
  • Das Wohnhaus von Joseph Mohrs Vater und dessen Vorfahren, die „Schargler Keusche“, steht noch heute als Kulturdenkmal im Ortsteil Stranach.
  • Stille-Nacht-Brunnen: 2011 wurde im Rahmen der Pfarrhofsanierung im Gedenken an Joseph Mohr der Stille-Nacht-Brunnen errichtet. Der Brunnen – gekrönt von einer Büste von Joseph Mohr – wurde von Pfarrer Bernhard Rohrmoser entworfen.
  • Kirche in Althofen
  • Suppan-Kapelle: Als weiteres Kulturdenkmal steht im Ortsteil Pichl die Suppan-Kapelle.
  • Schloss Niederrain
  • Burgruine Pichl
  • Burg Mariapfarr

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariapfarrer Samsonfigur mit weiblichem Zwerg
  • Samsonumzug: Der Samsonumzug ist ein sehr alter Brauch im Lungau, bei dem eine Riesenfigur, der Samson, umhergetragen wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Schitter, Pfarrer und Heimatforscher, Verfasser der beiden Bände „Heimat Mariapfarr“
  • Erwin Resch (* 1961), österreichischer Skirennläufer

Personen mit Beziehung zum Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Schitter: Heimat Mariapfarr im Lungau, Eigenverlag, Mariapfarr 1975.
  • Josef Schitter: Mariapfarr II – Streiflichter aus der Ortsgeschichte, Aufsatzsammlung 1983 bis 1988, Eigenverlag, Mariapfarr 1989.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mariapfarr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018) (pdf), (Excel)
  2. [1]; abgerufen am 1. Sep. 2013
  3. Historisch-statistisches Handbuch der Erzdiöcese Salzburg, Band 2
  4. [2]; abgerufen am 1. Sep. 2013
  5. Regionalmedien Austria: Kirchweihfest in Mariapfarr: die Lungauer Mutterkirche erstrahlt in neuem Glanz. In: meinbezirk.at. (meinbezirk.at [abgerufen am 11. Juli 2018]).
  6. Mariapfarr: Streit um Gitter in Kirche. 24. Januar 2012 (orf.at [abgerufen am 11. Juli 2018]).
  7. Pfarre Mariapfarr – Unser Pfarrbrief. Abgerufen am 11. Juli 2018.