Mariasdorf

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Mariasdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Mariasdorf
Mariasdorf (Österreich)
Mariasdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberwart
Kfz-Kennzeichen: OW
Fläche: 20,52 km²
Koordinaten: 47° 22′ N, 16° 14′ OKoordinaten: 47° 22′ 0″ N, 16° 13′ 53″ O
Höhe: 412 m ü. A.
Einwohner: 1.145 (1. Jän. 2018)
Bevölkerungsdichte: 56 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7433
Vorwahl: 03353
Gemeindekennziffer: 1 09 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mariasdorf 37
7433 Mariasdorf
Website: www.mariasdorf.at
Politik
Bürgermeister: Reinhard Berger (SPÖ)
Gemeinderat: (2017)
(19 Mitglieder)
11
5
3
11 
Insgesamt 19 Sitze
Lage der Marktgemeinde Mariasdorf im Bezirk Oberwart
Bad TatzmannsdorfBadersdorfBernsteinDeutsch Schützen-EisenbergGrafenschachenGroßpetersdorfHannersdorfJabingKemetenKohfidischLitzelsdorfLoipersdorf-KitzladenMariasdorfMarkt AllhauMarkt NeuhodisMischendorfNeustift an der LafnitzOberdorf im BurgenlandOberschützenOberwartPinkafeldRechnitzRiedlingsdorfRotenturm an der PinkaSchachendorfSchandorfStadtschlainingUnterkohlstättenUnterwartWeiden bei RechnitzWiesfleckWolfauBurgenlandLage der Gemeinde Mariasdorf im Bezirk Oberwart (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Mariasdorf14v.jpg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Mariasdorf (ungar. Máriafalva) ist eine Marktgemeinde mit 1145 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018) im südlichen Burgenland in Österreich. Überregional bekannt ist Mariasdorf durch die im 15. Jahrhundert erbaute Pfarrkirche Mariasdorf Mariä Himmelfahrt, die auch das Gemeindewappen ziert.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im südlichen Burgenland im Bezirk Oberwart, etwa 15 km westlich der Staatsgrenze zu Ungarn.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktgemeinde Mariasdorf umfasst die Katastralgemeinden bzw. Ortschaften (außer Mariasdorf jeweils Dorf, in Klammern Einwohner Stand 1. Januar 2018[1]):[2]

Tauchen liegt nördlich des Kernorts Mariasdorf, die übrigen drei Ortsteile östlich von ihm.

Das östliche Gemeindegebiet mit Bergwerk, Grodnau und Neustift gehört zum Bernsteiner Gebirge, die westlichen Orte Mariasdorf und Tauchen liegen in einer etwas flacheren, zum Flüsschen Pinka hin abfallenden Landschaft.

Deutscher Ortsname Ungarischer Ortsname
Bergwerk Őribánya
Grodnau Grodnó
Mariasdorf Máriafalva
Neustift bei Schlaining Szalónakújtelek
Tauchen Fehérpatak

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Oberschützen, Bad Tatzmannsdorf, Stadtschlaining und Bernstein.

Die nächstgelegenen Kleinstädte sind Pinkafeld (8 km westlich) und Oberwart (9 km südlich). Die nächste größere Stadt ist Steinamanger (Szombathely) in Ungarn, das etwa 30 km östlich von Mariasdorf liegt. Auch Graz (70 km südwestlich) und Wien (90 km nördlich) sind in kurzer Zeit erreichbar und wichtige Ziele für Berufspendler aus der Region.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort gehörte jahrhundertelang zu Ungarn (Deutsch-Westungarn) und seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Mariasdorf wurde 1388 erstmals urkundlich erwähnt. In einer auf den 4. Mai d. J. datierten Urkunde verpfändete der ungarische König und spätere deutsche Kaiser Sigismund die Herrschaft Bernstein einschließlich ihrer namentlich genannten Dörfer an die Gebrüder Kanizsai.[4]

Während des Mittelalters entwickelte sich das Gebiet zu einer Bergbauregion mit Eisen-, Kupfer- und Schwefelkiesabbau. Die Herrscherfamilie Kanizsai ließ für die hier arbeitenden Bergleute die bis heute erhaltene gotische Kirche errichten, eines der bekanntesten mittelalterlichen Bauwerke des Burgenlands.

1849 wurde Mariasdorf durch einen Großbrand weitgehend zerstört.[4]

Um 1870 begann in Tauchen der Braunkohle-Abbau,[5] der bis 31. März 1967 aufrecht blieb[6] und am 30. Dezember des Jahres endgültig Geschichte wurde.[7]

Zwischen 1899 und 1913 kam es durch Auswanderungen nach Nordamerika zu einem starken Bevölkerungsverlust.[4]

Die bis dahin eigenständigen Gemeinden Bergwerk, Grodnau, Mariasdorf, Neustift bei Schlaining und Tauchen wurden im Rahmen des Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 1971 zur neuen „Gemeinde Mariasdorf“ vereinigt.[8]

Die Gemeinde Mariasdorf besitzt seit 1. Mai 1988 das Recht zur Führung der Bezeichnung „Marktgemeinde“.[9]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mehrheit der Einwohner ist evangelischen Glaubens. Circa 50 % waren 2016 Mitglied der Evangelischen Kirche A.B. Österreich. Weniger als 20 Einwohner bekannten sich zur Evangelischen Kirche H.B. Österreich (Reformierte Kirche). 35 % waren katholischen Glaubens und gehörten der Diözese Eisenstadt an. 15 % gehörten keiner Glaubensgemeinschaft an.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die römisch-katholische Pfarrkirche Mariasdorf Mariae Himmelfahrt zählt zu den schönsten Kirchen des Burgenlands


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2017
 %
60
50
40
30
20
10
0
56,66
(-1,55)
26,78
(-2,14)
16,56
(+3,69)


Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 19 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[10] 2012[11] 2007[12] 2002[13] 1997[13]
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
SPÖ 438 56,66 11 475 58,21 12 496 58,28 12 496 58,15 11 392 49,94 10
ÖVP 207 26,78 5 236 28,92 5 234 27,50 5 270 31,65 6 317 40,38 8
FPÖ 128 16,56 3 105 12,87 2 121 14,22 2 87 10,20 2 76 9,68 1
Wahlberechtigte 1039 1072 1048 1036 1009
Wahlbeteiligung 80,65 % 83,58 % 85,50 % 87,74 % 84,54 %

Gemeindevorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Bürgermeister Reinhard Berger (SPÖ) und Vizebürgermeister Hans Prisching (SPÖ) gehören weiters Klaus-Eduard Jonach (FPÖ), Günter Sorger (SPÖ) und Markus Taucher (ÖVP) dem Gemeindevorstand an.[14]

Zur Umweltgemeinderätin wurde Sabine Nothnagel (SPÖ) gewählt.[14]

Zu Ortsvorstehern und Vorsitzenden der Ortsausschüsse wurden ernannt: Hans Georg Mühl (SPÖ, für Tauchen), Sabine Nothnagel (SPÖ, für Neustift bei Schlaining) und Manfred Ostermann (SPÖ, für Bergwerk). In Grodnau wird die Funktion des Ortsvorstehers von Bürgermeister Berger Reinhard (SPÖ) und in Mariasdorf von Vizebürgermeister Hans Prisching (SPÖ) vorgenommen.[14]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Reinhard Berger (SPÖ), der auch die Leitung des Gemeindeamts über hat.[15] Er trat nach der Bürgermeisterdirektwahl am 6. Oktober 2002 die Nachfolge von Karl Kreimer (SPÖ) an.[13] Bei der Wahl am 1. Oktober 2017 bekam es Berger nur mit einem Mitbewerber zu tun, da die ÖVP in Person von Markus Taucher auf eine Kandidatur verzichtete. Damit lief es auf ein Duell zwischen Berger und Klaus-Eduard Jonach (FPÖ) hinaus, das Berger mit 76,84 % ganz klar für sich entscheiden konnte, der damit in seine vierte Amtsperiode geht.[10]

In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde Hans Prisching (SPÖ) zum Vizebürgermeister Vizebürgermeister gewählt.[14]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariasdorf Wappen.png Das Wappen wurde am 16. April 1988 verliehen.

Blasonierung: „In Rot über einem mit einem goldenen Bergwerksstollen belegten grünen Dreiberg eine goldene, schwarzbedachte Kirche, begleitet von natürlichen Pappelbäumen.[16]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelisches Schul- und Bethaus Mariasdorf
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Mariasdorf
  • Pfarrkirche Mariasdorf Mariae Himmelfahrt: Die spätgotische Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt zählt zu den schönsten des Burgenlandes. Der Bau wurde, nachdem die Brüder Kanizsay das Herrschaftsgut Bernstein erhalten hatten[17], um 1400 am Standort einer bereits existierenden Kirche begonnen, aber wohl im frühen 15. Jahrhundert eingestellt. Bis dahin bestand wohl nur der Chorraum. Am Ende des Jahrhunderts wurden die Arbeiten mit dem Bau des Kirchenschiffs fortgesetzt. Das Westportal wurde 1490 vollendet. Das Sakramentshaus an der Nordwand trägt die Jahreszahl 1483. Auch Sakristei, Beinhaus und die beiden Treppentürme stammen wohl aus dieser Bauphase.[18] Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Kirche umgebaut, um sie an den damaligen Zeitgeschmack des Barock anzupassen. 1882–1899 wurden diese Umbauten unter der Leitung von Imre Steindl, des Architekten des Budapester Parlaments, weitgehend rückgängig gemacht und das Bauwerk wieder in gotischer Formensprache gestaltet. Zeugen dieses zweiten, neugotischen Umbaus sind der Hochaltar, die Kanzel, das Taufbecken und die Buntglasfenster.[18]
Die Kirche Mariae Himmelfahrt dient heute als römisch-katholische Pfarrkirche im Pfarrverband Mariasdorf-Bernstein im Bistum Eisenstadt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über zwei Volksschulen (in Mariasdorf und Grodnau), die erwähnte römisch-katholische Pfarrkirche, Evangelische Filialgemeinden A.B. in allen Orten, Sportplätze in allen Orten und einen Radrundweg. Das nächste Gymnasium befindet sich im drei Kilometer entfernten Nachbarort Oberschützen.

In Mariasdorf gibt es keine Straßennamen. Postadressen setzen sich aus dem Namen des Ortsteils und der Hausnummer zusammen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mariasdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018), (Excel)
  2. Burgenland – Jois – Markt Sankt Martin – 72. Mariasdorf. In: Österreichischer Amtskalender online. Verlag Österreich, Wien 2002–, ZDB-ID 2126440-5.
  3. Statistik Austria: Volkszählung vom 15. Mai 2001 -- Erwerbspendler nach Pendelziel (PDF; 7 kB) Nach dieser Zählung hatten 2001 von den 543 in der Gemeinde gemeldeten Erwerbstätigen 67 (also 1/8) ihren Arbeitsplatz in Wien.
  4. a b c Geschichte von Mariasdorf. In: mariasdorf.at, abgerufen am 13. Dezember 2013.
  5. Johann Schnablegger: Abbau eines vier Klafter mächtigen Braunkohlenflözes von sehr feuergefährlicher Beschaffenheit in Mariasdorf, Ungarn. In: Zeitschrift des Berg- und Hüttenmännischen Vereines für Kärnten, Heft Nr. 5/1871 (III. Jahrgang), ZDB-ID 1353266-2, S. 100–108.
  6. Gunther Seel: „Es war ein harter Job, aber es war ein Job!“ Masterarbeit. Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Klagenfurt 2009, OBV
  7. Tauchen endgültig stillgelegt. In: Burgenländische Freiheit. XXXVIII. Jahrgang, Nr. 1/1968, S. 3, unten links.
  8. Landesgesetzblatt für das Burgenland 44/1970: Gesetz vom 1. September 1970 über Gebietsänderungen von Gemeinden (Gemeindestrukturverbesserungsgesetz) (pdf-Dokument; abgerufen am 1. Jänner 2018)
  9. Bgld LGBl 1988/26. In: Landesgesetzblatt für das Burgenland, Jahrgang 1988, S. 46. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/lgb.
  10. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Mariasdorf 2017 (abgerufen am 10. Jänner 2018)
  11. Land Burgenland: Wahlergebnis Mariasdorf 2012 (abgerufen am 10. Jänner 2018)
  12. Land Burgenland: Wahlergebnis Mariasdorf 2007 (abgerufen am 10. Jänner 2018)
  13. a b c Land Burgenland: Wahlergebnis Mariasdorf 2002 (abgerufen am 10. Jänner 2018)
  14. a b c d Marktgemeinde Mariasdorf: Gemeinderat (abgerufen am 10. Jänner 2018)
  15. Marktgemeinde Mariasdorf: Gemeindeamt (abgerufen am 10. Jänner 2018)
  16. Marktgemeinde Mariasdorf: Wappen (abgerufen am 10. Jänner 2018)
  17. Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt auf der Homepage von Mariasdorf
  18. a b Diözese Eisenstadt: Pfarrkirche Mariasdorf