Marie-Luise Nikuta

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Marie-Luise Nikuta auf dem Straßenfest zur Cologne Pride 2006

Marie-Luise Nikuta (geborene Oberbrinkmann[1]; * 25. Juli 1938[2] in Nippes (Köln); † 25. Februar 2020[3] in Köln) war eine deutsche Mundartsängerin, -texterin und -komponistin. Sie galt als „Königin des Mottolieds“, das sie jährlich zum Kölner Karneval beisteuerte. Zusätzlich zu ihrem Engagement im Kölner Karneval war sie seit einigen Jahren auch fester Bestandteil des Cologne Pride (Kölner Christopher Street Day), für den sie 2003 ebenfalls ein Mottolied komponierte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marie-Luise Nikuta war 13 Jahre alt, als sie mit dem Kölner Kinderchor ihren ersten Hit sang: Mer fiere Fastelovend.[4] Nach einer Ausbildung zur Versicherungskauffrau und der Geburt einer Tochter widmete sie sich ab 1968 ihrer professionellen Musikkarriere. In jenem Jahr trat sie erstmals beim Literarischen Komitee auf. Ebenfalls 1968 erschien mit der Single Däu mer doch de Naache eine ihrer ersten Plattenveröffentlichungen.[5] Nikuta textete, komponierte und sang in den folgenden Jahrzehnten über 160 Karnevalslieder. Darunter Erfolgstitel wie Dat ahle Sofa, Kölsch, kölsch, kölsch, Wenn die Engelcher ens Fastelovend fiere, E paar Grosche för Ihs oder Weiste wat, mer fahre met d’r Stroßebahn noh hus.[6] Neben Auftritten in Köln nahm sie 1974 auch an der Steubenparade in New York City teil. Zusammen mit den Roten Funken, bei denen sie auch im Rosenmontagszug auf einem Festwagen mitfuhr, besuchte sie 1987 und 1991 in Windhoek den Karneval in Namibia.

Im Herbst 2014 kündigte sie ihren Rückzug von der Bühne an und wurde offiziell bei der Sessionseröffnung am 11. November 2014 auf dem Heumarkt in Köln verabschiedet. Weiterhin komponierte und textete sie aber bis zu ihrem Tod die Mottolieder des Kölner Karnevals, die zunächst ab 2015/2016 von Carolin Krause unter der Begleitung des Jugendchors St. Stephan vorgetragen wurden.[7] In den Sessionen 2017/2018 und 2018/19 wurde das Mottolied vom Shanty-Chor der StattGarde gesungen.[8] In der Sessson 2019/2020 sangen De Schlofmütze das Mottolied Et Hätz schleiht em Veedel.[9]

Marie-Luise Nikuta starb am 25. Februar 2020 in einem Kölner Seniorenheim und wurde am 2. April 2020 auf dem Kölner Friedhof Melaten (Lit. F) beigesetzt.[10][11][12]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben

  • 1974: Kölsche Spezialitäten und Lieder (BASF)
  • 1977: Der Vater hat ’nen Kater – 12 rheinische Muntermacher von und mit Marie-Luise Nikuta (Polydor)
  • 1979: Neue Lieder aus Köln (Polydor)
  • 1990: Kölsche Mädcher (Polyphon, Kompilation)
  • 1996: Kölle Alaaf (Odeon/EMI)

Singles

  • 1976: Rockefeller (Wat uns fehlt, dat es ene ...)/Nimm mich wie ich bin
  • 1978: Straßenbahn Song (Weißte wat, mr fahre met dr Stroßebahn noh Hus) – Do kannste nix dran maache
  • 1980: Ich han'ne Jung us Kölle/Wat mr hät, dat weiß mr

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nikuta erhielt als bisher einzige Frau die Willi-Ostermann-Medaille für ihr musikalisches Schaffen. Sie wurde Ehrenmitglied im Klub Kölner Karnevalisten und von vielen Karnevalsgesellschaften zur Ehrensenatorin ernannt. Für ihr langjähriges Engagement erhielt sie bei ihrer Verabschiedung den „großen Verdienstorden mit Brillanten“, eine der höchsten Auszeichnungen im Kölner Karneval, die ihr als erster Künstlerin überhaupt verliehen wurde.

Weitere Auszeichnungen:

  • 1972: Das „Goldene Herz“ der Stadt Siegburg
  • 1973: Die „Goldene Ostermann-Medaille“ der Stadt Köln
  • 1975: Den „Orden zur Erhaltung des rheinischen Frohsinns“ der Stadt Zülpich
  • 1980: Den „Schmitz-Orden“ der Kölnischen Rundschau, Köln
  • 1981: Das „Goldene Burg Wissen“ der Stadt Troisdorf
  • 1982: Das „Goldene Spinnrad“ der Stadt Mönchengladbach
  • 1988: Die „Goldene Krone“ der Stadt Hürth
  • 1988: Den Sonderstufenorden „Rheinland met Häzz“, Türnich
  • 1992: Verdienstorden in Gold, Bund deutscher Karneval
  • 1992: Verdienstorden in Gold, Festkomitee Köln
  • 1995: Verdienstorden, Rote Funken, Köln
  • 1998: Die „Goldene Mütze“ der KG „Alt-Köln“
  • Mehrfache Gewinnerin der Karnevalistischen Hitparade von RTL
  • Mehrfache Gewinnerin der Karnevalistischen Hitparade des WDR
  • Mehrfache Gewinnerin des „Närrischen Oscar“ der Zeitung Express
  • Zahlreiche Auszeichnungen der Kölner Traditionsgesellschaften für ihr Liedgut
  • Zahlreiche Auszeichnungen der Kölner Traditionsgesellschaften für das beste kölsche Lied
  • Ehren-Köbes der Karnevalsgesellschaft „Sölzer Köbesse“

Auch ehrenamtlich engagierte sich Nikuta stark. Sie war im Beirat der Aidshilfe, sammelte für den Förderverein für Demenzkranke und krebskranke Kinder. Sie war Ehrenmitglied von „Künstler helfen Kindern“. Ab 2010 trat sie beim „Rheinischen Nachmittag“ in der Palliativstation im Klinikum Merheim auf.

Mottolieder (unvollständig)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1966/1967: Kölschiger
  • 1968/1969: Kölsch, Kölsch, Kölsch
  • 1970/1971: Ruse, Tulpe, Nelke
  • 1972/1973: Karneval in Colonia
  • 1975/1976: Wenn die Engelcher ens Fastelovend fiere …
  • 1977/1978: E paar Grosche för Ies
  • 1981/1982: Kölle Alaaf – dat klingk su wunderschön
  • 1982/1983: Et schönste Märchen
  • 1983/1984: Hits us Kölle
  • 1984/1985: Loß mer levve …
  • 1986/1987: Einmol em Johr
  • 1987/1988: Colonia feiert Feste
  • 1988/1989: Wir machen Musik – Met vill Harmonie
  • 1989/1990: Hereinspaziert
  • 1990/1991: Kinema Colonia
  • 1991/1992: Et kütt wie et kütt
  • 1992/1993: Sinfonie en Doll
  • 1993/1994: Hokus, Pokus, Kölsche Zauberei
  • 1994/1995: Kommt nach Colonia …
  • 1995/1996: Typisch Kölsch
  • 1996/1997: Nix bliev wie et es
  • 1997/1998: Fastelovend un d’r Dom
  • 1998/1999: Das waren Zeiten
  • 1999/2000: Kölle loss jonn
  • 2000/2001: Köln kann sich mit allen Messen
  • 2001/2002: Janz Kölle es e Poppespill
  • 2003/2004: Klaaf un Tratsch op kölsche Art
  • 2003: Liebe Deine Nächsten (Mottolied CSD)
  • 2005/2006: E Fastelovendfoßballspill
  • 2006/2007: Mir all sin Kölle
  • 2007/2008: Uns Kulturkamelle (Jeschenke für Kölle)
  • 2008/2009: Wenn de Engelcher ens Fastelovend fiere
  • 2009/2010: In Kölle gebützt
  • 2010/2011: Köln hat was zu beaten
  • 2011/2012: Jedem Jeck sing Pappnas
  • 2012/2013: Fastelovend em Bloot, he un am Zuckerhot
  • 2013/2014: Zokunf – mer spingkse wat kütt
  • 2014: Knuddel doch mal mit, Mottolied für die Kampagne „Knuddel mal wieder“, Duett mit Donato Plögert
  • 2014/2015: Social jeck – kunterbunt vernetzt
  • 2015/2016: Mer stelle alles op d’r Kopp
  • 2019/2020: Et Hätz schleiht em Veedel (Gesungen von de Schlofmütze)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Todesanzeige Marie-Luise Nikuta. In: Kölner Stadt-Anzeiger. Nr. 51. Köln 29. Februar 2020, S. 7 (Trauern & Gedenken).
  2. Nicole Trum: Geburtstagswünsche für die Königin des Mottoliedes. Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 25. Juli 2013, abgerufen am 25. Juli 2013.
  3. Köln in Trauer: Motto-Queen Marie-Luise Nikuta im Alter von 81 Jahren gestorben. 25. Februar 2020, abgerufen am 25. Februar 2020 (deutsch).
  4. Norbert Ramme: Kölner Motto-Queen : Marie-Luise Nikuta mit Sprechchören von den Jecken verabschiedet. 11. November 2014, abgerufen am 26. Februar 2020 (deutsch).
  5. Marie-Luise Nikuta - Däu Mer Doch De Naache. Abgerufen am 26. Februar 2020.
  6. Norbert Ramme: Marie-Luise Nikuta: Die Mottoqueen wird 75. 25. Juli 2013, abgerufen am 26. Februar 2020 (deutsch).
  7. Neues Mottolied von Marie-Luise Nikuta – Eine Standesbeamtin beerbt die Mottoqueen. Kölner Rundschau vom 21. Juli 2015.
  8. Jörg Esser: StattGarde Colonia Ahoj e. V. – Vorstellung des Mottoliedes 2018. Abgerufen am 8. Februar 2018 (deutsch).
  9. Norbert Ramme: „Sie demontiert ihr eigenes Denkmal“ Neues Motto-Lied von Marie-Luise Nikuta. In: Kölner Stadtanzeiger. 7. August 2019, abgerufen am 22. Juli 2020.
  10. Kölner „Motto-Queen“: Beerdigung von Marie-Luise Nikuta wird verschoben. 15. März 2020, abgerufen am 3. April 2020 (deutsch).
  11. Inge Wozelka: Kölsche Ikone beigesetzt: Nur zwei Personen da: Stiller Abschied auf Melaten. 3. April 2020, abgerufen am 3. April 2020 (deutsch).
  12. Grabstätte in der Datenbank von Find a Grave. Abgerufen am 11. Mai 2020 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]