Marie Schröder-Hanfstängl

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Marie Hanfstängl (1890)

Marie Schröder-Hanfstängl, geborene Marie Schröder (30. April 1847[A 1] in Breslau5. September 1917 in München) war eine deutsche Opern- und Bühnensängerin (Sopran) und Gesangspädagogin.

Leben[Bearbeiten]

Marie Schröder-Hanfstängl, Tochter eines Kaufmanns, begann in Breslau ihre Gesangsausbildung auf Veranlassung des Freiherrn von Wolzogen und mehrere bedeutender Musiker wie Organist Freudenberg und Orgelspieler Schnorr von Carolsfeld, studierte darauf zwei Jahre bei Pauline Viardot-Garcia in Baden-Baden und ging 1866 nach Paris, um ihre Studien bei Rossini, Charles Gounod, Delibes, Massenet und Vanucini zu vervollkommnen.

1867 nahm sie Engagement am Théâtre lyrique und debütierte dort als „Agathe“ im Freischütz. Dort sang sie mehr als 60 mal die „Agathe“, 120 mal die „Margarethe“ (mit Gounod studiert), 100 mal die „Hilda“ (mit Giuseppe Verdi studiert), ferner 80 mal die „Königin der Nacht“, 50 mal „Donna Diana“ etc.

1870 wollte sie an die die Italienische Oper wechseln, was aber durch den Deutsch-Französischen Krieg verhindert wurde.

Nach Deutschland zurückgekehrt, wurde sie 1871 am Hoftheater in Stuttgart engagiert und 1873 zur königlich württembergischen Kammersängerin ernannt. Sie gastierte während der Weltausstellung 1873 in Wien mit so großem Erfolg, dass ihr dort lukrative Angebote zugingen, die sie aber ablehnte. Seit 1873 war sie die Gattin des Fotografen Erwin von Hanfstängl in Stuttgart.

1878 machte sie bei Vannuccini in Florenz noch Gesangstudien und wurde dort Ehrenmitglied der Philharmonischen Gesellschaft. Danach arbeitete sie am Stadt-Theater in Frankfurt und 1895 bis 1897 unterrichtete sie Gesang an Dr. Hoch’s Konservatorium, wo Margarete Dessoff eine ihre Schülerinnen war. Nach ihrer Pensionierung lebte sie in München.

Schöne, trefflich geschulte Stimme und glänzende Virtuosität des Vortrags machten sie zu einer ausgezeichneten Koloratursängerin. Zu ihren besten Rollen gehörten: Rosine (Barbier von Sevilla), Gretchen (Gounods Faust), Amine (Nachtwandlerin), Philine (Mignon), Lucia, Martha etc.

1902 veröffentlichte sie ein Lehrbuch Meine Lehrweise der Gesangskunst, das auf ihrer Erfindung der "Gesangsklaviatur" beruhte.

Schülerinnen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 925 f., (Digitalisat).
  • Peter Cahn: Das Hoch'sche Konservatorium in Frankfurt am Main (1878-1978), Frankfurt am Main: Kramer, 1979.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Geburtsjahr nach Eisenberg, das BMLO schreibt 1848