Marie Luise von Hessen-Kassel

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Marie Luise von Hessen-Kassel, Prinzessin von Oranien

Marie Luise von Hessen-Kassel (* 7. Februar 1688 in Kassel; † 9. April 1765 in Leeuwarden) war eine Prinzessin von Hessen-Kassel und durch Heirat Fürstin von Nassau-Diez und Prinzessin von Oranien. Marie Luise, von ihren Untertanen als „Marijke Meu“ verehrt, war Statthalterin von Friesland, Groningen und Drenthe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marie Luise war eine Tochter des Landgrafen Karl von Hessen-Kassel (1654–1730) aus dessen Ehe mit Marie Amalia (1653–1711), Tochter des Herzogs Jakob Kettler von Kurland. Im Jahr 1700 wurde der Prinzessin zu Ehren der zuvor wüste und nunmehr von glaubensflüchtigen Hugenotten aus Frankreich neu besiedelte Ort Hammonshausen bei Frankenau in Louisendorf umbenannt.

Sie heiratete am 26. April 1709[1] in Kassel den Fürsten Johann Wilhelm Friso von Nassau-Diez, seit 1702 auch Fürst von Oranien (1687–1711).

Nach dem frühen Tod ihres Mannes übernahm Marie Luise die Statthalterschaft in Friesland, Groningen und Drenthe von 1711 bis 1731 als Regentin für ihren Sohn. Während dieser Zeit erwarb sie ein Gebäude in Leeuwarden, welches sie als Princessehof ausbaute, und die außerhalb der Stadt gelegene Marienburg. Heute beherbergt der Princessehof ein Keramikmuseum, dessen Grundstock die Porzellansammlung der Fürstin bildet. Die Gartenanlage der Marienburg wurde von Johann Hermann Knoop gestaltet, den sie zu diesem Zweck aus Kassel nach Leeuwarden kommen ließ. Die Marienburg vermachte sie der Reformierten Diakonie; sie wechselte noch mehrmals den Besitzer und wurde im 19. Jahrhundert durch einen Villenneubau ersetzt. Dort befand sich von 1923 bis 1959 die Pädagogische Akademie. Mittlerweile steht an dieser Stelle ein Neubau der Christelijke Scholengemeenschap Comenius.[2]

Die Fürstin war noch einmal nach dem Tod ihrer Schwiegertochter Regentin für ihren Enkel Wilhelm, ab 1759 bis zu ihrem Tod. Marie Luises Regentschaft war von ihrem sozialen Engagement geprägt, wodurch sie als Marijke Meu (Tante Marijke) sehr populär wurde. In Auseinandersetzung mit den Generalstaaten sicherte sie aus dem oranischen Erbe die Herrschaft IJsselstein.

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus ihrer Ehe hatte Marie Luise zwei Kinder, wobei der Sohn nach dem Tod des Vaters geboren wurde:

⚭ 1727 Erbprinz Friedrich von Baden-Durlach (1703–1732)
⚭ 1734 Prinzessin Anna von Großbritannien (1709–1759)

Vorfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wilhelm V. Landgraf von Hessen-Kassel (1602–1637)
 
 
 
 
 
 
 
Wilhelm VI. Landgraf von Hessen-Kassel (1629–1663)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Amalie Elisabeth von Hanau-Münzenberg (1602–1651)
 
 
 
 
 
 
 
Karl Landgraf von Hessen-Kassel (1654–1730)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Georg Wilhelm Kurfürst von Brandenburg (1595–1640)
 
 
 
 
 
 
 
Hedwig Sophie von Brandenburg (1623–1683)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Elisabeth Charlotte von der Pfalz (1597–1660)
 
 
 
 
 
 
 
Marie Luise von Hessen-Kassel
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wilhelm Kettler Herzog von Kurland (1574–1640)
 
 
 
 
 
 
 
Jakob Kettler Herzog von Kurland (1610–1682)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Sophie von Preußen (1582–1610)
 
 
 
 
 
 
 
Amalia von Kurland (1653–1711)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Georg Wilhelm Kurfürst von Brandenburg (1595–1640)
 
 
 
 
 
 
 
Luise Charlotte von Brandenburg (1617–1676)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Elisabeth Charlotte von der Pfalz
 
 
 
 
 
 

Anmerkung: Aufgrund von innerfamiliären Heiraten sind der brandenburgische Kurfürst Georg Wilhelm und seine Frau Elisabeth Charlotte zweifache Urgroßeltern von Marie Luise.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pauline Puppel: Das Prinzip der Subsidiarität. Die Herrschaft der verwitweten Fürstinnen von Nassau-Diez(-Oranien), in: Fürstliche Witwen in der Frühen Neuzeit. Zur Kunst- und Kulturgeschichte eines Standes, hg. von Ulrike Ilg, Petersberg 2015, S. 14–26.
  • Marijke Bruggeman: Nassau en de macht van Oranje. De strijd van de Friese Nassau's voor de erkenning van hun rechten, 1702–1747. Uitgeverij Verloren, Hilversum 2007, ISBN 978-90-6550-945-1 (holländisch).
  • Arie Pieter van Nienes, Marijke Bruggeman: Archieven van de Friese stadhouders. Inventarissen van de archieven van de Friese stadhouders van Willem Lodewijk tot en met Willem V, 1584–1795. Uitgeverij Verloren u. a., Hilversum 2002, ISBN 90-6550-736-1, S. 294 (holländisch)
  • Christian Röth: Geschichte von Hessen. Vollmann, Kassel 1856, S. 322.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marie Luise von Hessen-Kassel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesgeschichtliches Informationszentrum Hessen; abgerufen am 28. Februar 2018
  2. Mariënburg te Leeuwarden. stinseninfriesland.nl; abgerufen am 8. März 2018