Sophie Hélène de Bourbon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Marie Sophie von Frankreich 1786 von Élisabeth Vigée-Lebrun skizziert

Marie Sophie Hélène Béatrice de Bourbon, Fille de France (* 9. Juli 1786 in Versailles; † 19. Juni 1787 [1] in Versailles) war Prinzessin von Frankreich und Navarra.

Leben[Bearbeiten]

Prinzessin Sophie Hélène Béatrice von Frankreich wurde als viertes Kind und zweite Tochter von König Ludwig XVI. von Frankreich und seiner Gemahlin Marie Antoinette von Österreich geboren. Der Säugling wurde von Mercy als „außergewöhnlich groß und stark“ beschrieben. Marc de Bombelles, französischer Diplomat und eifriger Tagebuchschreiber, schrieb über sie, dass „man sich das endlos lange Leiden der Königin vorstellen kann, als sie ein solch prächtiges Wesen gebar“.

Erst in der späteren Entwicklung des Säuglings traten Missbildungen im Körperbau auf. Ihren Namen erhielt sie offiziell zu Ehren der Tante des Königs Sophie von Frankreich (1734–1782). Die Namensgeberin könnte allerdings auch Sophie von Fersen, eine Schwester von Axel von Fersen gewesen sein. Die Prinzessin starb im Alter von 11 Monaten an einer Form von Lungentuberkulose. Kurz nach ihrem Tod schrieb Madame Élisabeth, die Schwester des Königs, an Madame de Bombelles: „Wenn du gesehen hättest, wie schön sie war, als sie starb! Es ist unglaublich. Am Vorabend war sie noch weiß, von einer Farbe der Rose, abgemagert und bis zuletzt reizend.“

Sophie Hélène Béatrice 1786,
gemalt von Élisabeth Vigée-Lebrun

Es gibt nur zwei Porträtskizzen von Prinzessin Sophie Hélène Béatrice. Sie wurden von Élisabeth Vigée-Lebrun im Rahmen der Erstellung des Gruppenporträt von Marie Antoinette und ihren Kindern angefertigt.

Theorien zu ihrem frühen Tod[Bearbeiten]

Der Königin, deren Ruf zum Zeitpunkt der Geburt – kurz nach dem Ende der Halsbandaffäre – schon auf dem Tiefpunkt war, wurde inoffiziell die Schuld am Tod der Tochter gegeben. Auch heute noch halten sich die Vermutungen hartnäckig aufrecht, die Missbildungen seien die Folge eines missglückten Abtreibungsversuches, da Sophie eventuell nicht die leibliche Tochter des Königs gewesen sei.[2] Was mit größter Wahrscheinlichkeit nicht stimmt.

Eine weitere Vermutung in Bezug auf Sophies Missbildungen ist, dass diese möglicherweise vom Korsett-Tragen herrührten. Kritiker der Königin warfen ihr vor, sie hätte während der Schwangerschaft niemals auf das Korsett verzichtet und so die Gesundheit des Kindes gefährdet.[2] Dabei ist zu verdeutlichen, dass das Tragen eines Korsetts im 18. Jahrhundert weit verbreitet war und man während der Schwangerschaft passende Schwangerschaftskorsetts verwendete. Nach dem heutigem Wissen ist bekannt, dass das Tragen von einem Korsett, generell für die Trägerin sowie für das Ungeborene Kind, während der Schwangerschaft gesundheitsgefährdend ist.[2]

Porträt von Marie Antoinette mit ihren Kindern[Bearbeiten]

Porträt von Marie-Antoinette und ihren Kindern 1787,
gemalt von Élisabeth Vigée-Lebrun

Das Bild wurde von Marie Antoinettes Lieblingskünstlerin Marie Louise Élisabeth Vigée-Lebrun im Jahr 1787, dem Todesjahr von Sophie gemalt. Es ist ein mit Öl auf Leinwand gemaltes Bild im Format 104 cm x 82 cm und wird im Schloss Versailles bei Paris aufbewahrt. Dargestellt ist die Königin Marie Antoinette in mütterlich sitzender Pose, aufwendig gekleidet, mit toupiertem und gepudertem Haar und einem auffallend großen schwarz-weiß-roten Hut, der mit Straußenfedern und einem Spitzentuch dekoriert ist. Die Füße hat sie auf ein prächtiges grün-goldenes Brokatkissen gestützt. Gekleidet ist sie in ein tief ausgeschnittenes rotes Kleid, das mit schwarzem Pelz gesäumt ist. An ihre rechte Schulter schmiegt sich die Prinzessin Marie-Thérèse-Charlotte, Gräfin vom Marnes und spätere Herzogin von Angoulême. In ihren Armen hält sie den späteren Dauphin Louis-Charles, Herzog der Normandie. Während der jüngste Knabe sich zwar an der Mutter festhält, jedoch auch neugierig in die Welt schaut, sind Mutter und älteste Tochter in sich gekehrt und voller Melancholie. Am Kinderbett steht der Dauphin Louis-Joseph-Xavier-François, Herzog der Bretagne. Er zieht einen dunkelgrünen schweren seidenen Vorgang, der die Wiege offenbar verhüllt hat, zurück und schaut den Betrachter an. Er zeigt mit seiner linken Hand auf die leere Wiege. Diese leere Wiege verweist auf seine als Säugling verstorbene Schwester, Prinzessin Marie-Sophie-Hélène-Beatrice.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. / Die Bourbonen – Band 2. In: Klaus Maettke. Google-Books. Abgerufen am 30. Juli 2015.
  2. a b c [http:// http://marieantoinette.npage.de/4-sophie.html / Sophie Beatrice de Bourbon]. marieantoinette.npage. Abgerufen am 30. Juli 2015.