Mariel

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Mariel
Koordinaten: 23° 0′ N, 82° 45′ W
Karte: Kuba
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Mariel

Mariel auf der Karte von Kuba

Basisdaten
Staat KubaKuba Kuba
Provinz Artemisa
Einwohner 44.597 (2011)
Detaildaten
Fläche 270,6
Bevölkerungsdichte 164,8 Ew./km²
Höhe m
Gewässer Floridastraße
Vorwahl (+53) 7
Zeitzone UTC-5
Blick auf Mariel und den Hafen.
Blick auf Mariel und den Hafen.

Mariel ist eine Stadt und ein Municipio in der kubanischen Provinz Artemisa. Bis 2010 gehörte das Municipio zur aufgelösten Provinz La Habana.

Mariel liegt etwa 40 Kilometer westlich der kubanischen Hauptstadt Havanna an der südöstlichen Seite der Mariel-Bucht. Auf der östlichen Seite der Bucht liegt ein Seehafen, ein Zementwerk und ein Kraftwerk. Auf der westlichen Seite befand sich eine U-Boot-Basis, heute eine Sonderwirtschaftszone. In dem Municipio leben 44.597 Menschen auf einer Fläche von 270,6 km², was einer Bevölkerungsdichte von 164,8 Einwohner je km² entspricht.[1]

Mariel hat den kubanischen Hafen, der am nächsten zu den USA liegt. Im Jahre 1980 flüchteten von diesem Hafen rund 125.000 Kubaner in Richtung USA. Viele von ihnen erreichten ihr Ziel, einige jedoch ließen ihr Leben im Meer. Dieses als Mariel-Bootskrise bekannte Ereignis findet sich in der Eröffnungsszene des Spielfilms Scarface von Brian De Palma wieder.

Ernest Hemingways Enkelin Mariel soll nach diesem Ort benannt worden sein.

Hafenausbau von Mariel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hafen von Mariel wird zum größten Containerhafen der Karibik ausgebaut.[2] Der Bau erfolgte durch ein Joint-Venture mit dem brasilianischen Unternehmen Odebrecht und dem kubanischen Unternehmen Almacenes Universal S.A. Die Gesamtinvestitionen betragen 600 Millionen US-Dollar.[3] Die Hafeneinfahrt erhielt eine Breite von 700 Metern, die es erlaubt, zwei große Containerschiffe gleichzeitig aufzunehmen. Der Hafen ist für Schiffe mit bis zu 15 Metern Tiefgang zugänglich. (Im Vergleich dazu: Der Hafen von Havanna ermöglicht nur 11 Meter Tiefgang). Am Ende der Ausbauarbeiten sollte das Terminal eine Kapazität von 850.000 bis eine Million TEU verwalten können (Hafen Havanna: 350.000 TEU). Dieser Ausbau soll es Mariel ermöglichen, große Containerschiffe zu empfangen die von Asien über den Pazifischen Ozean und den Panamakanal nach Kuba fahren. Auch soll Mariel optimale Bedingungen für US-amerikanische Container bieten. Mariel soll damit den Hafen von Havanna von Frachtaufgaben befreien, da dieser in Zukunft nur noch touristisch genutzt werden soll.

Das Containerterminal wurde im Januar 2014 mit einer jährlichen Kapazität von 824.000 TEU eröffnet und wickelte im ersten operativen Halbjahr 57 Schiffe mit einer Größe von bis zu 15.000 TEU ab.[4] 2014 wurden im Containerterminal Mariel 211.000 TEU umgeschlagen, für 2015 wurden 315.000 TEU erwartet.[5]

Ende 2013 wurde eine 465 km² große Industrie- und Logistik-Zone (Sonderwirtschaftszone) am Hafen angelegt, für die es bis Anfang 2016 nur wenig Zusagen interessierter Unternehmen gab. Zuviel Bürokratie und zu viele Auflagen sollen der Grund dafür sein.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 2011 ARTEMISA - INFORMACIÓN SOBRE LOS CONSEJOS POPULARES (spanisch) Asamblea Nacional del Poder Popular. März 2011. Abgerufen am 29. Oktober 2013.
  2. Port of Mariel Cuba to be the largest industrial port in the Caribbean, Havana Journal, 19. Juli 2011
  3. Wirtschaftstrends Kuba, Jahreswechsel 2010/11, Publikation von Germany Trade & Invest
  4. EFE: Nueva terminal del Mariel ha operado 57 barcos desde su apertura. El Nuevo Herald, 9. Juli 2014, abgerufen am 10. Juli 2014 (spanisch).
  5. Frank Binder: Kuba setzt auf neuen Hafen Mariel. In: Täglicher Hafenbericht vom 3. Dezember 2015, S. 2
  6. Kuba macht den nächsten Schritt · Containerhafen Mariel vereinbart Kooperation mit Port of Virginia. In: Täglicher Hafenbericht vom 7. Januar 2016, S. 13