Marielle de Sarnez

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Marielle de Sarnez (2014)

Marielle de Sarnez (* 27. März 1951 im 7. Arrondissement von Paris) ist eine französische Politikerin des Mouvement démocrate. Von 1999 bis 2017 war sie Mitglied des Europäischen Parlaments und dabei zeitweise stellvertretende Vorsitzende der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marielle de Sarnez begann ihr Engagement in der Politik, um die Kandidatur von Valéry Giscard d’Estaing bei der Präsidentschaftswahl 1974 zu unterstützen. Sie arbeitete auch aktiv an der Gründung der Partei UDF mit.

In den 1970ern und 1980ern arbeitete sie mit Jean Lecanuet, Simone Veil und Raymond Barre zusammen.

Von 1993 bis 1997 war sie Beraterin von François Bayrou und arbeitete dann mit ihm im Bildungsministerium als dieser Bildungsminister war. Seitdem ist sie ihm politisch nah geblieben. Im Jahr 1999 wurde sie Mitglied des Europäischen Parlaments. Mitbegründerin der Europäischen Demokratischen Partei (EDP) wurde sie 2004 erneut gewählt. Weiterhin wurde sie 2001 Stadträtin von Paris und 2006 zur Vorsitzenden des Pariser UDF-Verbands gewählt.

2007 leitete sie die Wahlkampagne François Bayrous zur Präsidentschaftswahl. Sie wurde Kandidatin der UDF-Mouvement démocrate in Paris für die Parlamentswahl und erhielt 11,9 Prozent der Stimmen. Ebenfalls 2007 war sie Spitzenkandidatin für die Kommunalwahl in Paris: Ihre Partei Mouvement démocrate erhielt 9,08 Prozent der Stimmen.

Im Jahr 2009 wurde sie zur Spitzenkandidatin im Wahlkreis Île-de-France bei der Europawahl 2009 ernannt und leitet die Wahlkampagne des Mouvement démocrate.

Tätigkeit als EU-Abgeordnete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De Sarnez war stellvertretende Vorsitzende in der Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa und Mitglied im Ausschuss für internationalen Handel und in der Delegation in der Paritätischen Parlamentarischen Versammlung AKP-EU.[1] Sie legte ihr Mandat am 17. Mai 2017 nach ihrer Ernennung zur Ministerin im Kabinett Philippe nieder.

Ministerin und nationale Abgeordnete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De Sarnaz wurde nach der Wahl von Emmanuel Macron zum französischen Staatspräsidenten zur beigeordneten Ministerin für Europaangelegenheiten in der neuen Regierung unter Édouard Philippe ernannt. Nur gut einen Monat später erklärte sie nach Aufkommen des Verdachts einer illegale Beschäftigung von Mitarbeitern der MoDem-Europaabgeordneten für Parteizwecke ihren Verzicht auf das Ministeramt im Zuge der Neubildung der Regierung nach der Parlamentswahl an; kurz vor ihr hatten bereits die beiden anderen Minister des MoDem, François Bayrou und Sylvie Goulard. ihren Rückzug erklärt.[2]

Bei der Parlamentswahl 2017 wurde de Sarnaz für Paris in die Nationalversammlung gewählt. Sie kündigte bei ihrem Rückzug als Ministerin an, nun den Vorsitz der Parlamentsfraktion des MoDem übernehmen zu wollen[2], zog aber kurz vor der Wahl zurück.[3] Nachfolgerin als Ministerin wurde die bisherige Direktorin der Verwaltungshochschule ENA, Nathalie Loiseau.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website des Europäischen Parlaments
  2. a b François Bayrou et Marielle de Sarnez quittent le gouvernement. In: Le Monde (online). 21. Juni 2017, abgerufen am 21. Juni 2017 (französisch).
  3. Marc Fesneau élu président du groupe MoDem à l'Assemblée nationale. In: Le Figaro (online). 25. Juni 2017, abgerufen am 4. August 2017 (französisch).
  4. Regierungsumbau: Macron ernennt drei neue Ministerinnen. ORF, 21. Juni 2017, abgerufen am selben Tage.