Marielyst

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Marielyst
Wappen fehlt
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Marielyst (Dänemark)
Marielyst
Marielyst
Basisdaten
Staat: DanemarkDänemark Dänemark
Region: Sjælland
Kommune
(seit 2007):
Guldborgsund
Kommune/Amt:
(bis Ende 2006)
Sydfalster Kommune
Storstrøms Amt
Harde/Amt:
(bis März 1970)
Falsters Sønder Herred
Maribo Amt
Sogn: Væggerløse Sogn
Koordinaten: 54° 41′ N, 11° 58′ OKoordinaten: 54° 41′ N, 11° 58′ O
Gegründet: 1906
Einwohner:
(2020[1])
725
Postleitzahl: 4873 Marielyst
Strand von Marielyst
Strand von Marielyst
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Vorlage:Infobox Ort in Dänemark/Wartung/Höhe fehlt

Marielyst ist ein Ferienort auf der dänischen Insel Falster. Er ist Teil der Kirchspielsgemeinde (dän.: Sogn) Væggerløse Sogn, die bis zur dänischen Kommunalreform von 1970 zur Harde Falsters Sønder Herred im damaligen Maribo Amt gehörte, danach zur Sydfalster Kommune im Storstrøms Amt, die mit der nächsten dänischen Kommunalreform 2007 in der Guldborgsund Kommune in der Region Sjælland aufgegangen ist.

Während des Sommers halten sich bis zu 50.000 Personen in Marielyst auf, die ständige Einwohnerschaft beträgt aber nur 725 Personen (Stand 1. Januar 2020[1]). Die weitläufige Siedlung bestand 2014 aus 7.200 Ferienhäusern; der 15 km lange Sandstrand mit einem flachen Dünengürtel wurde 2013 zum „Besten Strand Dänemarks“ gewählt.[2]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marielyst liegt direkt an der Ostsee etwa 10 km südöstlich der Stadt Nykøbing/Falster und etwa 15 km nördlich des Fährhafens Gedser, die E 55 liegt etwa 3 km westlich. Die Ortslage ist langgestreckt an der Ostküste von Falster.

Es gibt folgende Ortsteile – sortiert von Nord nach Süd:

  • Elkenøre
  • Sildestrup
  • Stovby
  • Ortszentrum
  • Bøtø
  • Bøtø Nor

Südlich von Marielyst liegen der Bøtø-Naturpark mit zahlreichen ausgewilderten Wildpferden und das Vogelreservat Bøtø Nor.

Entwicklung zum Badeort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich nach der Sturmflut im November 1872 der Bädertourismus am Ort. Zunächst wurde 1897 nur ein Bauernhof zur Sommerpension Hotel Marielyst umgebaut. Der Besitzer Hans Jørgensen benannte den Hof nach dem Namen seiner Frau Marie. Dem Typus eines dänischen Badehotels entsprechend, war es durch einfachen Komfort gekennzeichnet. Herman Bang war ein viel beachteter Sommergast und schrieb hier seinen Skandalroman Haabløse Slægter (1880, dt. 1900 Hoffnungslose Geschlechter).[3] Zwischen 1898 und 1901 wurden die Unterkünfte nach europäischem Standard erweitert. Nun standen den Gästen Warm- und Kurbäder zur Verfügung, Croquet, Tennisplätze und Golfbahnen, ein Casino, Billardsäle und ein Theater.

Der Rechtsanwalt und spätere Leiter des dänischen Bildungsministeriums Frederik Graae (1875–1948) initiierte am 28. Juli 1906 die Gründung eines Seebades (Østersøbad). 1908/09 wurden geräumige Sommervillen in Deichnähe errichtet, benannt nach Werken des Dichters Holger Drachmann: Troldtøj, Kitzwalde und Tannhäuser. Die Häuser sind heute noch erhalten. Im Juli 1914 verbrachte Franz Kafka zusammen mit seinem Freund Ernst Weiß einige Urlaubstage in Marielyst.

Anfangs errichteten vor allem wohlhabende Hauptstädter Sommerhäuser in Marielyst; seit den 1920er Jahren zog der Ort auch Bürger aus dem nahen Nykøbing/Falster an.

Seit 1971 beherbergt das ehemalige Hotel Marielyst, direkt hinter dem Marktplatz gelegen, die Højskolen Marielyst, eine Volkshochschule für Senioren.

2014 wurde das Ortszentrum Marielyst Torv umgestaltet:[4] Die Straße wurde zu einer Fußgängerzone, Eichenholzbelag ersetzte den Asphalt und führt als Promenade bis an den Badestrand.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marielyst ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Es bestehen Busverbindungen zum Fährhafen Gedser (Autofähre Rostock–Gedser)[5] und zum Bahnhof Nykøbing/Falster (Vogelfluglinie Hamburg–Kopenhagen)[6].

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort sind die Discounter Aldi, Rema 1000 und Netto ansässig.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistikbanken -> Befolkning og valg -> BY1: Folketal 1. januar efter byområde, alder og køn (dänisch)
  2. De danske kystområder halter efter i jagten på turister Berlingske Business, 20. Juli 2015.
  3. Dag Heede u. a.: Livsbilleder. Fotografiske portrætter af Herman Bang, Syddansk Universitetsforlag, Odense 2014. ISBN 87-7674-743-3. S. 232.
  4. Marielyst Torv og Strandstrøg - formidling af en moderne badeby GHB Landschaftsarchitekturbüro, abgerufen am 1. Juli 2015.
  5. Buslinie 740 ab/bis Væggerløse, Buslinie 742 ab/bis Marielyst
  6. Buslinien 741 und 742

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Marielyst – Sammlung von Bildern