Marienau (Coppenbrügge)

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Wappen

Marienau ist ein Ortsteil von Coppenbrügge im niedersächsischen Landkreis Hameln-Pyrmont mit etwa 960 Einwohnern und liegt im Weserbergland im nördlichen Ith.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Karmeliter-Mönchen des Klosters Marienau wurde im Mittelalter eine Wallfahrt zu einem als wundertätig angesehenen Marienbild im Mittelgebirge Ith betreut. Mit der Einführung der Reformation endeten im Jahre 1565 Kloster und Wallfahrt. Die Wallfahrt wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg erneuert, 1773 wurde sie allerdings endgültig untersagt.

1732 kamen 6 Familien mit 23 Personen als Salzburger Exulanten nach Marienau und errichteten sich ab 1734 Wohnhäuser abseits des Ortes am Hang des Osterwaldes. Ihre Siedlung nannten sie Salzburg. Sie erhielten Brachland zum Urbarmachen und waren wegen der schlechten Böden auf Nebenerwerb angewiesen. 1758 gehörten zur Siedlung 15 Personen und nach der Aufnahme von Weberei stieg die Einwohnerzahl an.

Am 1. Januar 1973 wurde Marienau in den Flecken Coppenbrügge eingegliedert.[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klostergarten an der Kirche, früher Kloster Marienau

Jedes Jahr wird drei Wochen nach Ostern das Fest „Wittmus“ auf dem Marienauer Sportplatz gefeiert. Es hängt mit der Geschichte Marienaus zusammen.

Die Kirche war früher ein Gebäude des Klosters Marienau. In den Jahren 2001 bis 2004 wurde der Garten an der Kirche zu einem „Klostergarten“ umgestaltet. Er verfügt über ein naturverbundenes Kräuterbeet, an dem sich die Besucher und Einwohner bedienen dürfen. Im Klostergarten wird das Johannesfest gefeiert, das auf den Ursprung des Dorfes Marienau („Maria an der Aue“) zurückgeht. Die Recherche und das Schreiben der Dorfchronik, worauf diese Feierlichkeiten zurückgehen, wurden von der ortsansässigen Uta Zehlius erfasst und in die heutige Zeit umgesetzt.

In Marienau steht ein 1885 im Stil der Neorenaissance umgebautes Herrenhaus des Rittergutes Voldagsen (Marienau). Besitzer des Gebäudes war die Familie Bock von Nordholz. Von 1945 bis 1955 war in diesem Herrenhaus das Erwin-Bauer-Institut, als ehemalige Forschungsstelle des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Instituts und der heutigen Max-Planck-Gesellschaft, untergebracht. Es wurden in diesem Zusammenhang dort wissenschaftliche Zuchtversuche durchgeführt.

Naturschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einer Landschaftsschutzgebietverordnung von 1972 [2] wurden Teile des Gebietes von Marienau in das Landschaftsschutzgebiet Osterwald-Saupark einbezogen und mit Verordnung von 1986[3] zum Naturschutzgebiet „Naturwald Saubrink/Oberberg“ erklärt. Der gesamte Ith und damit auch das Gebiet von Marienau ist mittlerweile als Schutzgebiet im Sinne der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie an die Europäische Kommission gemeldet worden.[4]

Klettermöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl der gesamte Ith als FFH-Schutzgebiet ausgewiesen ist, kann die südöstlich ausgerichtete Klippengruppe „Marienauer Klippen“ zwischen Marienau und Lauenstein auf Anfänger- und Fortgeschrittenenrouten teilweise bestiegen werden.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Marienau gabelt sich der Weser-Leine-Radweg. Es besteht ein Rundwanderweg zwischen Coppenbrügge und Marienau mit einer Gesamtlänge von 6,1 km.

Im Jahr 2015 begannen die Bauarbeiten zu einer Ortsumgehung der Bundesstraße 1 im Raum Coppenbrügge–Marienau. [6]

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als übergreifender Verein besteht der Dorfgemeinschaft Marienau e.V. Im kulturellen Bereich besteht in Marienau der Gesangverein Marienau sowie der Verein für Kultur und Kinder. Im sportlichen Bereich besteht der Spiel- und Sportgemeinschaftsring von 1955 e.V. (SSG Marienau von 1955). Es besteht eine Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes und der Sozialverband Marienau.

Die Freiwillige Feuerwehr Marienau besteht seit 1924 und ist 37 Mitglieder (2006) stark. Sie sorgt für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe. Im Ort ist zudem der ABC-Zug der Kreisfeuerwehr beheimatet, eine Katastrophenschutzsondereinheit der Feuerwehr, die u. a. seit 2006 mit zwei Desinfektionsschleusen zur Tierseuchenbekämpfung ausgerüstet ist.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 195.
  2. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Hannover Nr. 25 vom 23. November 1972, S. 1369, § 1 Absatz 1 und Absatz 2 Ziffer 3, www.hannover.de.
  3. Amtsblatt für den Regierungsbezirk Hannover Nr.14 vom 12. Mai 1986, S. 425 naturschutz.br-h.niedersachsen.de.
  4. Kartenüberblick über in Niedersachsen gemeldete FFH-Gebiete www.kartenserver.niedersachsen.de.
  5. Einzelheiten unter www.ig-klettern-niedersachsen.de.
  6. Ortsumgehung Coppenbrügge/ Marienau im Zuge der Bundesstraße 1 | Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. In: www.strassenbau.niedersachsen.de. Abgerufen am 28. Januar 2016.
  7. Pressemitteilung des Landkreises Hameln-Pyrmont Nr. 22/2006 vom 15. Februar 2006 www.hameln-pyrmont.de.

Koordinaten: 52° 7′ N, 9° 34′ O