Marienschule Euskirchen

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Marienschule Euskirchen
Schulform Gymnasium
Schulnummer 166790
Gründung 1868
Adresse

Basingstoker Ring 3

Ort Euskirchen
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 39′ 21,6″ N, 6° 46′ 41,3″ OKoordinaten: 50° 39′ 21,6″ N, 6° 46′ 41,3″ O
Träger Stadt Euskirchen
Schüler etwa 1050
Lehrkräfte etwa 80
Leitung Jürgen Antwerpen
Website www.marienschule-euskirchen.de

Die Marienschule Euskirchen ist ein Gymnasium der Stadt Euskirchen mit etwa 1000 Schülern, das ursprünglich eine Mädchenschule war und in dem Jahr 1868 gegründet wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung der ersten Höheren Töchterschule (Mädchenschule für Mädchen der oberen Schichten) fand bereits durch die Anstrengungen von Johann Franz Peter Dubelmann (1865-70 Pastor der Pfarrkirche St. Martin in Euskirchen) 1868 statt, die Schule hatte aber keinen Bestand und wurde 1882 geschlossen.

Der Unterschied der zweiten Höheren Töchterschule, die im Jahr 1898 von der Schulvorsteherin Maria Müller gegründet wurde, zur Volksschule war, dass der Unterricht nur vormittags durchgeführt wurde und dass auch mehrere Sprachen (Französisch und Englisch) unterrichtet wurden. Im Frühjahr des Jahres 1904 wurde die Schule von aus Meersen stammenden Ursulinen für eine Summe von 35.000 Mark übernommen, zog 1910 in das Gebäude der heutigen Willi-Graf-Realschule um, und wurde dann am 15. April 1914 an Dominikanerinnen übergeben. Während des Ersten Weltkriegs wurde im Erdgeschoss ein Lazarett eingerichtet, der Unterricht jedoch fortgeführt.

Zur Zeit der Klosterschule hieß die Schule Oberlyceum Sancta Maria, wurde jedoch infolge der Gleichschaltung 1940 geschlossen und durch die Städtische Oberschule für Mädchen ersetzt, in die auch die 1910 gegründete Paritätische Mädchenschule integriert wurde. Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt kaufte den weiteren Besitz der Dominikanerinnen. Der Studienrat Joseph Steinmetz, der nun Schulleiter wurde, versuchte die christliche Tradition der Schule fortzusetzen, war aber kein Mitglied oder Sympathisant der NSDAP, weshalb er auch nicht zum Oberstudienrat befördert wurde. Da er als "politisch unzuverlässig" galt, wäre er wohl abgesetzt worden, doch wurden alle Schulen im Herbst 1944 geschlossen, weshalb er der Entlassung entging. Nach dem Krieg war zunächst geplant, die Schule wieder von Dominikanerinnen leiten zu lassen, die Verhandlungen hierzu führten aber zu keinem Ergebnis. Stattdessen wurde die Schule als städtische Schule wieder in Betrieb genommen und hieß fortan Studienanstalt mit Lyzeum und Frauenoberschule. Viele der nicht auf Lebenszeit angestellten Lehrer wurden entlassen, Steinmetz blieb jedoch, um die Wiederherstellung des Schullebens auf den Weg zu bringen. Im Jahre 1950 bat die letzte dominikanische Direktorin darum, der Schule wieder den alten Namen zu geben, beziehungsweise die deutsche Entsprechung "St. Marien" (für "Sancta Maria"). Da dies jedoch eine Bindung an den katholischen Glauben angedeutet hätte, wurde die Schule 1951 daher stattdessen Marienschule, städtisches neusprachliches Mädchengymnasium und Frauenoberschule oder auch, kürzer, Mädchengymnasium Marienschule Euskirchen genannt. Der Kontakt zu den Dominikanerinnen von Arenberg wurde aber nicht ganz aufgegeben. 1973 zog die Marienschule schließlich in einen Neubau (unter anderem mit Turnhalle und Cafeteria) um, wo sie sich noch heute befindet. Die ersten männlichen Schüler auf der Marienschule gab es 1975; in dieser Zeit begann auch die Kooperation mit dem Emil-Fischer-Gymnasium Euskirchen (in der Oberstufe).

Ausstattung und Angebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachen und Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sprachen werden Englisch, Französisch, Spanisch und Latein und in der Oberstufe Russisch angeboten. Der Unterricht kann als bilingualer Unterricht in Englisch durchgeführt werden. Die Marienschule nimmt an mehreren fachspezifischen Wettbewerben regelmäßig teil. So ist sie jährlich bei der Mathematik-Olympiade und dem Wettbewerb Känguru der Mathematik vertreten. Sie ist auch eine Prüfungsschule für die ESOL-Sprachprüfung der Universität Cambridge und das französische DELF-Diplom.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marienschule verfügt über eine Küche für das Fach Ernährungslehre. Es gibt eigene Computerräume und Schülerarbeitsräume, die ebenfalls mit PCs ausgestattet sind. Außerdem gibt es einen Sprachenraum für den fremdsprachlichen Unterricht, welcher auch mit PCs ausgestattet wurde. Auf dem Schulgelände befindet sich ein Schulbiotop, ein Sportplatz, sowie Bahnen zum Sprinten und Springen.

Projekte und Arbeitsgemeinschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Marienschule werden verschiedene Projekte und Arbeitsgemeinschaften angeboten:

Es gibt verschiedene Sportangebote mit Teilnahme an Wettbewerben auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene; ebenfalls ist der Erwerb des Deutschen Sportabzeichens möglich. Außerdem gibt es drei Big Bands, Chöre und Orchester mit Konzerten, Theateraufführungen (Literaturkurse und Theater-AG), eine AG Meteorologie, die AG Gesellschaftstanz sowie die Schülerbibliothek.

Auf dem Dach der Marienschule befindet sich seit 1998 eine Photovoltaikanlage, die Gewinne gehen direkt an den Förderverein.

Austauschprogramme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marienschule führt mit folgenden Städten bzw. deren Schulen einen Schüleraustausch durch:

Außerdem unterstützt die Marienschule innerhalb der Piéla-AG z.B. den Brunnenbau in der Dritten Welt.

Wettbewerb Schule des Jahres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Wettbewerb Schule des Jahres des deutschen Studentenmagazins Unicum lag die Marienschule in der Gesamtwertung auf Platz 9. Sieger war sie in der Kategorie Beste Projekte und AGs.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]