Mariensee (Neustadt am Rübenberge)

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Koordinaten: 52° 33′ 47″ N, 9° 29′ 12″ O

Mariensee
Wappen von Mariensee
Höhe: 41 m ü. NHN
Fläche: 9,52 km²
Einwohner: 1064 (27. Mrz. 2013)
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31535
Vorwahl: 05034
Kloster Mariensee in Mariensee
Kloster Mariensee von der Ortsstraße gesehen

Mariensee ist ein Dorf im Neustädter Land, Stadtteil des ca. 6,5 km nördlich gelegenen Neustadt am Rübenberge. Das Dorf hat 1.100 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariensee liegt geologisch gesehen auf einer Niederterrasse, die durch Erosionsprozesse der (Ur-)Leine entstand. Im heutigen Landschaftsbild kann man das gut erkennen: Zwischen Mariensee und Wulfelade geht es rechts der Straße gute 8 m in die Niederung hinunter, die schon zu Wulfelade gehört. Diese Geländestufe ist bis ca. zur Mitte des Dorfes vorhanden. Im Ort selbst lassen die „Bergstraße“, die Straße „Wittingsbach“ und der kleine Wolfsberg diesen kleinen Sandrücken erkennen. Nördlich und westlich dominieren offene Felder, unterbrochen durch kleinere Waldstücke. Östlich in der Leineniederung sind vorwiegend Wiesen und Felder anzutreffen, während sich südlich bis nach Empede der Klosterforst erstreckt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortes war zunächst Catenhusen, was auf einen mittelalterlichen Ritter oder Lehnsherren namens „Cato“ zurückzugehen scheint. Das Haus dieses Ritters liegt auf dem heutigen Gelände des Instituts für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Institutes gegenüber der Klosterkirche. Die erste urkundliche Erwähnung ist unter dem Namen lacus sancte Marie für das Jahr 1207 belegt.[1]

Der Legende nach wurde bei einem Hochwasser der Leine eine Marienstatue angespült, was als göttliches Zeichen gewertet wurde und zur Umbenennung des Ortes in Mariensee führte.

Um 1600 gab es in dem Klosterdorf zwei Meier- und sechs Kötnerhöfe. Eine Schmiede und eine Wassermühle bestimmten ebenso das Dorfleben. Zwischen 1820 und 2000 erhöhte sich die Einwohnerzahl von Mariensee von etwa 400 auf circa 1200 Personen. Der größte Anstieg erfolgte durch Zuwanderung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

1748 wurde in Mariensee der Lyriker Ludwig Hölty („Üb' immer Treu und Redlichkeit…“) als Sohn des dortigen Pastors Phillipp Ernst Hölty geboren. Seine Dichtung ist durch die ländliche Umgebung des Ortes geprägt. Im Kloster Mariensee erinnert die Hölty-Stube, eine kleine literarische Gedenkstätte, an Leben und Werk des Dichters. Neben dem Kloster befindet sich ein Gedenkstein für Ludwig Hölty. Die Hauptstraße in Mariensee trägt seinen Namen.

Der ehemalige Pastor Gerhard David Niemann ist ein Vorfahr des Physikers Max Planck.

Am 1. März 1974 wurde Mariensee in die Stadt Neustadt am Rübenberge eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariensee hat mit Empede und Wulfelade einen gemeinsamen Ortsrat.

Amtierender Ortsbürgermeister ist Heinrich Zieseniß (CDU).[3][4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baulich wird das Dorf dominiert durch das Kloster Mariensee.[5] Der Turm der in das Bauwerk integrierten Klosterkirche ist nur wenig höher als deren Hauptschiff. Dennoch ist er weithin zu sehen, z. B. vom Lohberg bei Wulfelade, aus verschiedenen Positionen in der Leineniederung und auf der Straße zwischen Suttorf und Basse.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Schützenverein Mariensee e.V. kann der Schießsport ausgeübt werden.[6]
  • Der Sportverein TSV Mariensee – Wulfelade e.V. von 1989 bietet in 13 Sparten vielfältige Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung in Mariensee.[7]

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Institut für Nutztiergenetik

Heute ist das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, mit seinem Institut für Nutztiergenetik der größte Marienseer Arbeitgeber. Es zieht wegen seiner Forschungstätigkeit Wissenschaftler und Doktoranden aus aller Welt an.

Ein Bäcker, ein Schlachter, Frisöre, ein Blumengeschäft, mehrere Betriebe aus dem Gesundheitssektor, sowie ein Bankinstitut, verschiedene Handwerksbetriebe, ein Hotel und eine Gaststätte sind ebenso vorhanden.

Die Freiwillige Feuerwehr Mariensee trägt zur öffentlichen Sicherheit des Ortes bei.[8]

In Mariensee gibt es eine Grundschule, einen Kindergarten, eine Turnhalle und einen Sportplatz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Kreft, Mariensee – Das Klosterdorf. Geschichten und Berichte über Kloster und Dorf., 1997.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mariensee (Neustadt am Rübenberge) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ehlich, Hans: Bauern Bürger brennende Dörfer, Nr. 4 der Calenberger Blätter, Wunstorf: Oppermann Verlag, S. 130.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 198.
  3. Ortsrat der Ortschaft Mariensee. Abgerufen am 9. April 2016.
  4. Heinrich Zieseniß. Abgerufen am 9. April 2016.
  5. Internetseite des Klosters Mariensee. Abgerufen am 11. April 2016.
  6. Schützenverein Mariensee e.V. Abgerufen am 11. April 2016.
  7. TSV Mariensee - Wulfelade e.V. Abgerufen am 11. April 2016.
  8. Freiwillige Feuerwehr Mariensee. Abgerufen am 11. April 2016.