Mariensee (Neustadt am Rübenberge)

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Mariensee
Wappen von Mariensee
Koordinaten: 52° 33′ 47″ N, 9° 29′ 12″ O
Höhe: 41 m ü. NHN
Fläche: 9,52 km²[1]
Einwohner: 1035 (2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 109 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31535
Vorwahl: 05034
Mariensee (Niedersachsen)
Mariensee

Lage von Mariensee in Niedersachsen

Kloster Mariensee in Mariensee
Kloster Mariensee in Mariensee
Kloster Mariensee von der Ortsstraße gesehen

Mariensee ist ein Dorf im Neustädter Land, Stadtteil des ca. 6,5 km nördlich gelegenen Neustadt am Rübenberge in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariensee liegt geologisch gesehen auf einer Niederterrasse, die durch Erosionsprozesse der (Ur-)Leine entstand. Im heutigen Landschaftsbild kann man das gut erkennen: Zwischen Mariensee und Wulfelade geht es rechts der Straße gute 8 m in die Niederung hinunter, die schon zu Wulfelade gehört. Diese Geländestufe ist bis ca. zur Mitte des Dorfes vorhanden. Im Ort selbst lassen die „Bergstraße“, die Straße „Wittingsbach“ und der kleine Wolfsberg diesen kleinen Sandrücken erkennen. Nördlich und westlich dominieren offene Felder, unterbrochen durch kleinere Waldstücke. Östlich in der Leineniederung sind vorwiegend Wiesen und Felder anzutreffen, während sich südlich bis nach Empede der Klosterforst erstreckt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortes war zunächst Catenhusen, was auf einen mittelalterlichen Ritter oder Lehnsherren namens „Cato“ zurückzugehen scheint. Das Haus dieses Ritters liegt auf dem heutigen Gelände des Instituts für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Institutes gegenüber der Klosterkirche. Die erste urkundliche Erwähnung ist unter dem Namen lacus sancte Marie für das Jahr 1207 belegt.[2]

Der Legende nach wurde bei einem Hochwasser der Leine eine Marienstatue angespült, was als göttliches Zeichen gewertet wurde und zur Umbenennung des Ortes in Mariensee führte.

Um 1600 gab es in dem Klosterdorf zwei Meier- und sechs Kötnerhöfe. Eine Schmiede und eine Wassermühle bestimmten ebenso das Dorfleben. Zwischen 1820 und 2000 erhöhte sich die Einwohnerzahl von Mariensee von etwa 400 auf circa 1200 Personen. Der größte Anstieg erfolgte durch Zuwanderung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

1748 wurde in Mariensee der Lyriker Ludwig Hölty („Üb' immer Treu und Redlichkeit…“) als Sohn des dortigen Pastors Phillipp Ernst Hölty geboren. Seine Dichtung ist durch die ländliche Umgebung des Ortes geprägt. Im Kloster Mariensee erinnert die Hölty-Stube, eine kleine literarische Gedenkstätte, an Leben und Werk des Dichters. Neben dem Kloster befindet sich ein Gedenkstein für Ludwig Hölty. Die Hauptstraße in Mariensee trägt seinen Namen.

Am 1. März 1974 wurde Mariensee in die Stadt Neustadt am Rübenberge eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsratswahl Mariensee 2016[4]
Wahlbeteil.: 64,2 %
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
68,6 %
31,4 %

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gemeinsame Ortsrat von Mariensee, Empede/Himmelreich und Wulfelade setzt sich aus zwei Ratsfrauen und sieben Ratsherren zusammen. Im Ortsrat befinden sich zusätzlich 19 beratende Mitglieder.[5][6]

Sitzverteilung:

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister ist Heinrich Zieseniß (CDU). Sein Stellvertreter ist Heinrich Dettmering (CDU).[5][6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Mariensee wurde von dem ehemaligen Justiziar (Neustadt a. Rbge.), Autor und Heraldiker Klaus Jürgen Kortmann[7][8] entworfen.

Wappen von Mariensee (Neustadt am Rübenberge)
Blasonierung:Gespalten von Blau und Rot; rechts über drei silbernen Wellenlinien die silberne Gottesmutter, die auf dem rechten Arm das Kind und in der Linken einen Stab hält; links ein silbernes Büffelhorn.“
Wappenbegründung: Mit der Mariengestalt im vorderen blauen Feld soll auf das Kloster hingewiesen werden. Dabei wird die Madonna aus dem 15. Jahrhundert verwandt, die sich in der Damenempore der Klosterkirche befindet. Gleichzeitig wird hier die seltene Gelegenheit wahrgenommen, einen Ortsnamen grafisch darzustellen. Mariensee hat ein sogenanntes „redendes Wappen“: Die Wellenlinien unter der Marienstatue symbolisieren den See, den es früher auch gegeben haben soll. Um nicht den Anschein zu erwecken, es handele sich bei dem vorgeschlagenen Wappen um ein rein kirchliches Wappen, hat der Entwurfsverfasser im hinteren Feld mit dem Wölper Büffelhorn einen Hinweis auf den Gründer des Klosters und Namensgeber des Ortes, den Grafen Bernhard II. von Wölpe gegeben, denn bis dahin (um 1200) hat der Ort „Catenhusen“ geheißen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baulich wird das Dorf dominiert durch das Kloster Mariensee.[9] Der Turm der in das Bauwerk integrierten Klosterkirche ist nur wenig höher als deren Hauptschiff. Dennoch ist er weithin zu sehen, z. B. vom Lohberg bei Wulfelade, aus verschiedenen Positionen in der Leineniederung und auf der Straße zwischen Suttorf und Basse.

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Schützenverein Mariensee e.V. kann der Schießsport ausgeübt werden.[10]
  • Der Sportverein TSV Mariensee – Wulfelade e.V. von 1989 bietet in 13 Sparten vielfältige Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung in Mariensee.[11]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Institut für Nutztiergenetik

Heute ist das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, mit seinem Institut für Nutztiergenetik der größte Marienseer Arbeitgeber. Es zieht wegen seiner Forschungstätigkeit Wissenschaftler und Doktoranden aus aller Welt an.

Ein Bäcker, ein Schlachter, Frisöre, ein Blumengeschäft, mehrere Betriebe aus dem Gesundheitssektor, sowie ein Bankinstitut, verschiedene Handwerksbetriebe, ein Hotel und eine Gaststätte sind ebenso vorhanden.

Die Feuerwehr Mariensee trägt zur öffentlichen Sicherheit des Ortes bei.[12]

In Mariensee gibt es eine Grundschule, einen Kindergarten, eine Turnhalle und einen Sportplatz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Kreft: Mariensee – Das Klosterdorf. Geschichten und Berichte über Kloster und Dorf. 1997.
  • Nadine Jentzsch, Wolf Russow: Mariensee: Chronik des Klosters Mariensee 1258-1273-2007. Klosterladen Kloster Chorin, 2008, ISBN 3-936932-13-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Unsere Ortschaften stellen sich vor – Mariensee. In: Internetseite der Stadt Neustadt am Rübenberge. 2016, abgerufen am 14. Oktober 2017.
  2. Hans Ehlich: Bauern Bürger brennende Dörfer. In: Calenberger Blätter. Nr. 4. Oppermann Verlag, Wunstorf, S. 130.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 198.
  4. Wahlbekanntmachung – Endgültiges Wahlergebnis der Wahlen zu den Ortsräten. In: Internetseite Neustadt a. Rbge. Gemeindewahlleiter der Stadt Neustadt a. Rbge., 14. September 2016, abgerufen am 1. Dezember 2017 (PDF; 7 MB).
  5. a b Ortsrat der Ortschaft Mariensee. In: Ratsinformationssystem der Stadt Neustadt am Rübenberge. Abgerufen am 1. Dezember 2017.
  6. a b Mandatsträger der Stadt. In: Ratsinformationssystem der Stadt Neustadt am Rübenberge. Abgerufen am 1. Dezember 2017.
  7. Wappenentwürfe von Klaus Jürgen Kortmann. Auf: Wikimedia Commons, abgerufen am 1. Dezember 2017.
  8. Kathrin Götze: Wie ein General die Phantasie anregt. In: Internetseite Hannoversche Allgemeine Zeitung. 3. April 2017, abgerufen am 1. Dezember 2017.
  9. Klosters Mariensee. In: Internetseite des Klosters. Abgerufen am 11. April 2016.
  10. Schützenverein Mariensee e.V. In: Internetseite Sportiversum. Abgerufen am 11. April 2016.
  11. TSV Mariensee – Wulfelade von 1989 e.V. In: Internetseite TSV Mariensee – Wulfelade. Abgerufen am 11. April 2016.
  12. Dirk von Werder: Erfolgreiches Jahr für die Feuerwehr Mariensee. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung. 30. Januar 2017, abgerufen am 11. April 2016.