Mariental (Namibia)

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Coat of arms of Namibia.svg
Details
Wappen Mariental - Namibia.jpg
Details
Gemeinde
Mariental


Motto Luceat et crescat
(Lass es scheinen und wachsen)
Basisdaten
Einwohnerzahl
Fläche
Einwohnerdichte
12.300 (Zensus 2011)[1]
39 km²[1]
315,1 Einw./km²[1]
Staat
Region
Wahlkreis
Namibia
Hardap
Mariental Stadt
Gründungsdatum 24. Dezember 1894
Kfz-Kennzeichen
Telefonvorwahl
M
63
Website www.marmun.org.na
Karte Mariental (Namibia) in Namibia

Mariental ist eine Gemeinde und Regionshauptstadt der Region Hardap in Namibia. Mariental wurde am 24. Dezember 1894 gegründet und ist nach Maria Brandt, der Ehefrau des ersten deutschen Siedlers der Region, Hermann Brandt (1856–1925), benannt. Mariental hat 12.300 Einwohner.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aus Porta Westfalica stammende Landwirt Hermann Brandt kam 1894 über Südafrika zusammen mit seiner Ehefrau Anna Maria geb. Mähler als erster weißer Siedler in die Region des heutigen Marientals, wo er vom Kaptein der Orlam, Hendrik Witbooi, die Farm Gui-ganabis erwarb. Gui-ganabis wurde von Hermann Brandt nach dem Vornamen seiner Ehefrau in Mariental umbenannt.[2]
Ende der 1890er Jahre wurden 15 deutsche Soldaten auf der Farm Mariental stationiert und bereits kurz darauf wurde eine Polizeistation eingerichtet.[3]

Zwischen 1903 und 1907 kam es während der Aufstände der Herero und Nama auf dem Gebiet des heutigen Mariental wiederholt zu Kämpfen zwischen der deutschen Schutztruppe und den Aufständischen.[4]

1911 erhielt Mariental Anschluss an das Eisenbahnnetz von Deutsch-Südwestafrika, wobei die Bahnstrecke einige Kilometer westlich der ursprünglichen Farm Mariental verlief. Aufgrund der Eisenbahnanbindung stieg die Bevölkerung weiter an und erste Geschäfte und Unternehmungen entstanden vor Ort. Bereits 1912 forderten die Bewohner der Ansiedlung mit einer Petition die offizielle Erhebung von Mariental zu einem Dorf. Der Erste Weltkrieg und das damit einhergehende Ende von Deutsch-Südwestafrika verschleppten jedoch dieses Anliegen. Ab 1915 stand Mariental dann unter südafrikanischer Verwaltung.[4]

Kurz nach der Grundsteinlegung für eine Kirche im Jahr 1920 wurde die Ansiedlung von der südafrikanischen Oberhoheit offiziell zum Dorf Mariental erhoben.[4] 1946 erfolgte dann die Erhebung zur Stadt.[3][4][4]

Kommunalpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen 2015 wurde folgendes amtliche Endergebnis ermittelt.[5]

Partei Stimmen Stimmenanteil Sitze
SWAPO 1325 85,1 % 6
DTA 139 08,9 % 1
RDP 93 05,9 % 0
Insgesamt 1557 100 % 7

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariental gliedert sich in mehrere Stadtteile, u.a.

  • Empelheim mit dem „Namibia Dairies Village“

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mariental ist heute Verwaltungszentrum, Landwirtschafts- und Handelszentrum des mittleren Südens von Namibia.[3]
Die Hartlief Corporation Ltd betreibt in Mariental einen Schlachthof.[6]

Die Stadt liegt sowohl am Fischfluss als auch an der Nationalstraße B1 – der Nord-Süd-Achse des Landes – circa 250 km südlich der namibischen Hauptstadt Windhoek und ist ein Versorgungszentrum für die vor allem hier lebenden Menschen vom Volk der Nama und umliegende Farmen. Zudem führt von hier die Hauptstraße C19 Richtung Westen bis Maltahöhe sowie die Hauptstraße C20 nach Nordosten. Die Stadt verfügt über einen Flugplatz (Flugplatz Mariental; ICAO: FYML).

Der Hardap-Stausee ermöglichte die Anlage eines größeren Bewässerungsgebietes, so dass in der Umgebung von Mariental nicht nur Karakulschafe gezüchtet werden, sondern auch Wein-, Obst- und Gemüseanbau möglich ist. Die Staumauer ist 862 Meter lang, die aufgestaute Wasserfläche ist im Mittel 25 km² groß. Nördlich der Stadt entlang der B1 waren zu Boomzeiten riesige Straußenfarmen angesiedelt. Heute (Stand Februar 2016) gibt es dort keine Straußenfarmen mehr.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von touristischer Bedeutung ist vor allem der Hardap-Damm, der 1963 eingeweiht wurde. Um diesen herum befindet sich das Erholungsgebiet Hardap, ein beliebtes Naherholungsgebiet mit zahlreichen afrikanische Wildtierarten, darunter Kudus. Hier befindet sich eine Unterkunft von Namibia Wildlife Resorts. Mariental gilt auch als Tor zur Kalahari.

In Mariental selber finden sich zahlreiche Gästeunterkünfte.

Besonderes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2006 wurde die Stadt durch Öffnung der Hardapschleusen von einer Flutwelle erfasst und fast vollständig überschwemmt. Die Zerstörungen dieses Hochwassers wurden schnell beseitigt, doch war das gesellschaftliche Leben der Stadt lange Zeit lahmgelegt.[7] Seitdem ist die Stadt an der Ostseite von bis zu drei Meter hohen Deichen umgeben.

Der gemeinnützige Verein „Fahrräder für Afrika e.V.“ hat in Mariental zusammen mit der örtlichen Catholic Aids Action und dem „Bicycling Empowerment Network Namibia“ (BEN Namibia) eine Fahrradwerkstatt aufgebaut, in der HIV-Positive zu Fahrradmechanikern ausgebildet werden. Diese setzen gebrauchte Fahrräder instand, die dann günstig an die Bevölkerung verkauft werden.[8]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Danie Joubert Primary School
  • Empelheim Primary School
  • H. Vedder Primary School
  • Neue Hariseb Primary School
  • Sonop Primary School

Weiterführende Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Empelheim High School
  • Mariental Junior Secondary School
  • Mariental Secondary School

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Namibia 2011 Population and Housing Census Preliminary Results. Namibia Statistics Agency, April 2012 abgerufen am 9. Mai 2012
  2. Klaus Dierks: Biographies of Namibian personalities in alphabetical order: B 11. Februar 2012.
  3. a b c Culco.de: Namibia - Land der Mythen und Legenden 2. August 2012.
  4. a b c d e inamibia.co.na: Mariental - the Heartbeat of the South (Memento vom 21. Februar 2013 im Webarchiv archive.is)
  5. Offizielles Wahlergebnis der Regional- und Kommunalwahlen 2015, ECN, 4. Dezember 2015 (PDF; 150 kB)
  6. Offizielle Website der Hartlief Corporation Ltd. Abgerufen am 17. Februar 2016.
  7. Landunter in Mariental, Allgemeine Zeitung, 27. Februar 2006
  8. Verein Fahrräder für Afrika e.V.

Koordinaten: 24° 38′ S, 17° 58′ O