Marienwerder (Barnim)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Marienwerder
Marienwerder (Barnim)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marienwerder hervorgehoben
Koordinaten: 52° 51′ N, 13° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Barnim
Amt: Biesenthal-Barnim
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 40,32 km²
Einwohner: 1745 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16348
Vorwahl: 03335
Kfz-Kennzeichen: BAR, BER, EW
Gemeindeschlüssel: 12 0 60 154
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Berliner Str. 1
16359 Biesenthal
Webpräsenz: marienwerder-barnim.de
Bürgermeister: Mario Strebe
Lage der Gemeinde Marienwerder im Landkreis Barnim
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Über dieses Bild

Marienwerder ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Barnim des Bundeslandes Brandenburg. Sie ist Mitglied des Amtes Biesenthal-Barnim. Marienwerder bezeichnet gleichzeitig einen Ortsteil der gleichnamigen Gemeinde.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Marienwerder liegt westlich der Kreisstadt Eberswalde.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Marienwerder wird gebildet aus den Ortsteilen[2]

sowie den Wohnplätzen[3]

  • Forsthaus Grafenbrück
  • Grafenbrücker Mühle
  • Grafenbrückschleuse
  • Pechteich
  • Ruhlsdorfer Schleuse

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die (Groß-)Gemeinde Marienwerder wurde am 1. Mai 2001 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Marienwerder und Sophienstädt gebildet.[4] Am 31. Dezember 2002 kam die ebenfalls vormals selbstständige Gemeinde Ruhlsdorf dazu.[5] Alle drei Gemeinden gehörten zu diesem Zeitpunkt zum 1992 gebildeten Amt Groß Schönebeck (Schorfheide). Dieses wurde zum 26. Oktober 2003 aufgelöst; die Gemeinde Marienwerder wurde dem Amt Biesenthal-Barnim zugeordnet.[6]

Ortsteil Marienwerder

Die Gründung des Ortes im Jahr 1746 geht auf Friedrich den Großen zurück. Im Zuge des Neubaus des Finowkanals sollte an der Leesenbrücke ein Spinnerdorf errichtet werden.

Ortsteil Ruhlsdorf

Ruhlsdorf wurde erstmals 1315 urkundlich erwähnt. Typische Gehöfte mit traufständigen Wohnhäusern und giebelständigen Stallungen sind noch heute erhalten.

Ortsteil Sophienstädt

Sophienstädt entstand aus einem Vorwerk, das nach 1700 angelegt wurde. Ein Großfeuer im Jahre 1824 zerstörte viele Fachwerkhäuser, die jedoch wieder neu errichtet worden.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1 077
1890 1 153
1910 1 080
1925 1 376
1933 1 493
1939 1 524
1946 1 470
1950 1 445
1964 1 065
1971 990
Jahr Einwohner
1981 835
1985 797
1989 731
1990 721
1991 713
1992 716
1993 719
1994 739
1995 731
1996 742
Jahr Einwohner
1997 780
1998 863
1999 900
2000 918
2001 1 181
2002 1 705
2003 1 717
2004 1 751
2005 1 763
2006 1 768
Jahr Einwohner
2007 1 771
2008 1 757
2009 1 731
2010 1 765
2011 1 768
2012 1 758
2013 1 762
2014 1 739
2015 1 745

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[7][8], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Marienwerder besteht aus 12 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[9]

  • CDU 3 Sitze
  • Wählergruppe für kommunalpolitisch interessierte Bürger 3 Sitze
  • Wählergruppe Bürgerbündnis Marienwerder 2 Sitze
  • Die Linke 2 Sitze
  • Wählergruppe für Heimat, Tourismus und ländliche Entwicklung 1 Sitz
  • Wählergruppe für Wirtschaft und Tourismus 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mario Strebe ist seit 2008 Bürgermeister der Gemeinde. Er wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 als Einzelbewerber mit 61,5 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[10] gewählt.[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 17. Juli 2000 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber auf blauem Wellenschildfuß ein linksgewendetes rotes Segelboot mit silbern-befensterter Kajüte, blauem Segel, belegt mit einer silbernen Garnspule, und rotem Wimpel an der schwarzen Mastspitze.“[12]

Die Entstehung des Wappens reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1935 wurde die von dem Heraldiker Ottfried Neubecker gestaltete Fassung vom preußischen Staatsministerium als Gemeindewappen von Marienwerder genehmigt.

Das Boot auf den Wellen beschreibt die Lage des Ortsteils zwischen dem Oder-Havel-Kanal im Norden und dem Finowkanal im Süden, was Marienwerder auch die Bezeichnung „Insel“ eintrug. Die Spindel erinnert an die Gründung des Ortes als Spinnerdorf durch Friedrich den Großen im 18. Jahrhundert.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Marienwerder und in der Liste der Bodendenkmale in Marienwerder stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Das Ortsbild des Ortsteils Marienwerder wird geprägt durch die 1855 erbaute Dorfkirche in neugotischem Stil.

Die Ruhlsdorfer Kirche wurde 1775 erbaut. Der quadratische Saalbau zeichnet sich durch eine Besonderheit aus – eine Ein-Zeiger-Uhr im Kirchturm. Im Ortsteil befindet sich am Ruhlesee das Feriendorf Dorado für Klassen- und Gruppenfahrten auf einer Fläche von 43.000 m².[13]

Die Kirche im Ortsteil Sophienstädt wurde 1914 durch Georg Büttner erbaut. In der Nähe des Ortsteils liegt das Naturschutzgebiet Mergelluch.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Suzanne Vega im Juli 2016
Lift beim „Inselleuchten“ 2008

Seit dem Jahr 2004 findet jährlich an einem Wochenende im Sommer das Festival „Inselleuchten“ an der Leesenbrücker Schleuse statt.[14] Zu den zweitägigen Open-Air-Konzerten wird die „Insel“, an der Schleuse beidseitig vom Wasser des Finowkanals umflossen, durch Lichtinstallationen geschmückt. Viele Kleinkünstler bieten ein Nebenprogramm mit Gesang, Tanz, Jonglage und Artistik.

Seit 2007 führt der Schauspieler und Musiker Axel Prahl durch das Programm, der neben der Moderation auch selbst musiziert und improvisiert.[15] Prominente Künstler, die beim „Inselleuchten“ Konzerte gaben, waren bisher beispielsweise Heinz Rudolf Kunze, Annett Louisan, Katja Riemann, Joachim Witt, Klaus Hoffmann, Marianne Rosenberg, Andreas Kümmert, Suzanne Vega mit Gerry Leonard, die Rockbands Silly und Lift oder auch der Popchor Scala & Kolacny Brothers und die 17 Hippies. Veranstalter ist der Verein Kulturreich Barnim, Ausrichter die Agentur PUBLIC aus Lanke.[16] Unterstützt wird das Festival vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leesenbrücker Schleuse

Die Bundesstraße 167 zwischen Liebenwalde und Eberswalde verläuft im Norden des Gemeindegebietes. Über die Anschlussstellen Finowfurt und Lanke an der A 11 ist Marienwerder mit dem Autobahnnetz verbunden.

Im Ortsteil Ruhlsdorf befindet sich der Bahnhof Ruhlsdorf-Zerpenschleuse. Er liegt an der Regionalbahnlinie RB 27 von Berlin-Karow nach Groß Schönebeck, der sogenannten „Heidekrautbahn“, die von der Niederbarnimer Eisenbahn AG (NEB) betrieben wird.

Der Werbellinkanal, der den Werbellinsee mit dem Oder-Havel-Kanal und dem Finowkanal verbindet, durchquert das Gemeindegebiet. Am Finowkanal befinden sich die Leesenbrücker, die Grafenbrücker und die Ruhlsdorfer Schleuse.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Axel Prahl (* 1960), Schauspieler, wohnte von 2003 bis 2010 in Marienwerder.[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marienwerder (Barnim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Marienwerder vom 4. Juni 2003 PDF
  3. Gemeinde Marienwerder auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung
  4. Bildung einer neuen Gemeinde Marienwerder. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 16. März 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 22, Potsdam, den 30. Mai 2001, S. 390 PDF
  5. Bildung der neuen Gemeinde Marienwerder. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 6. August 2002. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, 2002, Nummer 38, Potsdam, den 11. September 2002, S. 837 PDF
  6. Fünftes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Barnim, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Uckermark (5.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S. 82), geändert durch Gesetz vom 01. Juli 2003 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr.10, S. 187)
  7. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Barnim. S. 18–21
  8. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  9. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  10. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  11. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  12. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  13. Website des Feriendorfs Dorado
  14. Website des Inselleuchten-Festivals
  15. Sabine Rakitin: Der Magnet von Marienwerder. In: Märkische Oderzeitung. Märkisches Medienhaus, Frankfurt (Oder) 12. Juli 2016, S. 18.
  16. Inselleuchten – Marienwerder 2016. www.kulturfeste.de, 24. März 2016, abgerufen am 14. Juli 2016.
  17. Eine Orchidee vor dem Eingehen gerettet. In: Märkische Onlinezeitung, 9. Juli 2014