Marignac (Charente-Maritime)

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Marignac
Marignac (Frankreich)
Marignac
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Charente-Maritime
Arrondissement Jonzac
Kanton Pons
Gemeindeverband Haute-Saintonge
Koordinaten 45° 31′ N, 0° 28′ WKoordinaten: 45° 31′ N, 0° 28′ W
Höhe 20–90 m
Fläche 13,50 km2
Einwohner 420 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 31 Einw./km2
Postleitzahl 17800
INSEE-Code

Marignac – Kirche Saint-Sulpice

Marignac ist eine westfranzösische Gemeinde mit 420 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Charente-Maritime in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marignac liegt in einer Höhe von ca. 60 Meter ü. d. M. und in einer Entfernung von etwa 32 Kilometer (Fahrtstrecke) südöstlich von Saintes in der Kulturlandschaft der Saintonge. Die Hauptstadt des Kantons, Pons, liegt etwa zehn Kilometer nordwestlich. Weitere Orte mit eindrucksvollen romanischen Kirchen liegen nur wenige Kilometer entfernt: Biron, Bougneau, Échebrune, Chadenac, Avy, Pérignac u. a.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2016
Einwohner 350 355 341 347 347 379 420

Im 19. Jahrhundert hatte der Ort zeitweise über 600 Einwohner, doch durch die Reblauskrise und den Verlust von Arbeitsplätzen infolge der zunehmenden Mechanisierung der Landwirtschaft ging die Einwohnerzahl danach stetig zurück.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft (Getreide und Wein) spielt immer noch die größte Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde, deren Böden zum Weinbaugebiet der Fins Bois in der Region Cognac gehören. Viele Trauben werden jedoch auch zu Wein gekeltert und über die Appellation „Charentais“ oder als Aperitif Pineau des Charentes vermarktet. Auch der Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) ist zu einem wichtigen Faktor im Wirtschaftsleben der Gemeinde geworden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter gehörten Kirche und Ort zu einem Priorat der gut 100 Kilometer nordöstlich gelegenen Abtei Charroux. Der Ort und seine beiden romanischen Kirchen wurden im Verlauf des Hundertjährigen Krieges (1337–1453) in Mitleidenschaft gezogen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche in Usseau

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Marignac (Charente-Maritime)

  • Wichtigste Sehenswürdigkeit von Marignac ist die bereits im Jahr 1896 als Monument historique[1] anerkannte romanische Kirche Saint-Sulpice mit ihrem Kleeblattchor (Trikonchos).
  • Die ehemalige Pfarrkirche im 1825 eingemeindeten Ortsteil Usseau besitzt ein mehrfach gestaffeltes Archivoltenportal; die Fensteröffnung im undekorierten Giebelfeld weist darauf hin, dass die Kirche ehemals gewölbt war. Der langgezogene gotische Chor und der wehrhaft wirkende Glockenturm auf der Südseite sind jeweils Erneuerungen des 15. Jahrhunderts. Der Kirchenbau wurde im Jahr 2000 als Monument historique eingestuft.[2]
Die Felswand „Falaise de Cordis“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes de la Charente-Maritime. Flohic Editions, Band 2, Paris 2002, ISBN 2-84234-129-5, S. 597.
  • Thorsten Droste: Poitou. Westfrankreich zwischen Poitiers und Angoulême – die Atlantikküste von der Loire bis zur Gironde. DuMont, Köln 1999, ISBN 3-7701-4456-2, S. 222.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marignac (Charente-Maritime) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Église Saint-Sulpice, Marignac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Ancienne église d’Usseau, Marignac in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Site naturel de Marignac-Cordis, bei FFME: Le Cracq Jeunes Escalade (franz.)