Marijan Beneš

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Marijan Beneš 2009

Marijan Beneš (serbisch-kyrillisch Маријан Бенеш; * 11. Juni 1951 in Belgrad; † 4. September 2018 in Banja Luka[1]) war ein jugoslawischer Boxer. Als Amateur wurde er 1973 Europameister im Halbweltergewicht, wurde zu Jugoslawiens Sportler des Jahres gewählt und nahm an den Olympischen Spielen 1976 teil. Als Profi wurde er zweimal Europameister im Halbmittelgewicht und war WM-Herausforderer des Verbandes WBA.

Amateurkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Amateurboxer kämpfte er für den BK Slavija in Banja Luka und gewann 277 seiner 300 Kämpfe. Er wurde 1973, 1974 und 1976 Jugoslawischer Meister im Weltergewicht, sowie 1973 Balkanmeister im Halbweltergewicht und 1976 Balkanmeister im Weltergewicht.

1970 startete er bei der 1. Junioreneuropameisterschaft in Miskolc, wo er im Viertelfinale gegen den Franzosen Jean Pierre Younsi unterlag. Bei der 2. Junioreneuropameisterschaft in Bukarest 1972 verlor er im Viertelfinale gegen den Rumänen Damian Cimpoeşu.

Den größten Erfolg seiner Karriere feierte er bei der 20. Europameisterschaft 1973 in Belgrad, wo er die Goldmedaille im Halbweltergewicht erkämpfte. Er besiegte dabei den dreifachen Englischen Meister Neville Cole (t.K.o.), den späteren Balkanmeister Paul Dobrescu aus Rumänien (t.K.o.), den amtierenden Europameister Ulrich Beyer aus der DDR (t.K.o.) und im Finale den Sowjetischen Meister Anatoli Kamnew (t.K.o.). Für diesen Erfolg wurde er 1973 zu Jugoslawiens Sportler des Jahres gewählt.

Bei der 21. Europameisterschaft 1975 in Kattowitz, musste er sich im Achtelfinale gegen Plamen Jankow aus Bulgarien geschlagen geben. 1976 startete er im Weltergewicht noch bei den 21. Olympischen Sommerspielen in Montreal, verlor jedoch in der zweiten Vorrunde gegen den späteren Silbermedaillengewinner Pedro Gamarro aus Venezuela.

In Länderkämpfen besiegte er unter anderem den späteren Olympiasieger Jerzy Rybicki aus Polen und den dreifachen Militärweltmeister Reinhard Skricek.

Profikarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beneš wechselte 1977 ins Profilager und gewann sein Debüt am 6. August in Berlin gegen Clement Tshinza (Bilanz: 31 Siege – 11 Niederlagen). Nach acht weiteren Siegen, darunter gegen den Schottischen Meister John Smith, den Französischen Meister Alain Ruocco und den Britischen Meister Pat Thomas (28-7), erlitt er am 15. Februar 1978 eine Niederlage gegen Tiger Quaye aus England, gewann jedoch den Rückkampf durch K.o. in der ersten Runde.

Nach einem erneuten Sieg gegen Tiger Quaye, schlug er am 2. September 1978 Elisha Obed (68-5) nach Punkten. Auch den zweifachen WM-Herausforderer des WBC Everaldo Costa Azevedo (72-17), besiegte er im November 1978 nach Punkten. Anschließend sicherte er sich am 17. März 1979 mit einem K.o.-Sieg in der vierten Runde gegen den gebürtigen Tunesier Gilbert Cohen (20-2), den Europameistertitel (EBU) im Halbmittelgewicht. Den Titel verteidigte er anschließend am 6. Juni desselben Jahres durch t.K.o. in der achten Runde gegen den ungeschlagenen Spanier Andoni Amana (26-0) und am 5. November durch t.K.o. in der dritten Runde gegen den ebenfalls ungeschlagenen Niederländer Adrie Huussen (19-0). Im Februar 1980 verteidigte er den EM-Gürtel noch durch ein Unentschieden gegen den Italiener Damiano Lassandro (29-4).

Am 12. Juni 1980 boxte er in Dänemark um die WBA-Weltmeisterschaft im Halbmittelgewicht, musste sich dabei jedoch dem ungeschlagenen Titelträger Ayub Kalule (33-0) über 15 Runden nach Punkten geschlagen geben. Doch bereits in seinem nächsten Kampf am 6. Oktober 1980 in Paris besiegte er den Franzosen Georges Warusfel (37-8) durch t.K.o. in der fünften Runde und wurde dadurch erneut Europameister der EBU. Nach folgenden Siegen gegen die Meister aus Puerto Rico und Chile, verlor er den EM-Gürtel am 19. März 1981 durch eine Punktniederlage an den Franzosen Louis Acariès (29-3).

Bis 1983 besiegte er noch unter anderem den Franzosen Andre Mongelema (Punktsieg), den Österreicher Franz Dorfer (t.K.o.) und den Kongolesen Mbayo Wa Mbayo (t.K.o.), verlor jedoch einen erneuten EM-Kampf am 28. Oktober 1982 knapp nach Punkten gegen den Italiener Luigi Minchillo (39-2).

Nach über siebenjähriger Ringabstinenz schlug er im Mai 1991 Salvatore Di Salvatore, den späteren Interkontinentalen Meister der IBF, durch t.K.o. in der fünften Runde. Nach fast sechs weiteren Jahren, kehrte er im Februar 1997 für einen letzten Kampf in den Ring zurück und besiegte den Debütanten Cliff McCourry durch K.o. in der zweiten Runde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „U Banjoj Luci umro legendarni boksač Marijan Beneš (67)“ in 24sata.hr