Marinebasis Haifa

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Teilansicht der Marinebasis Haifa Liegeplätze an der Aussenmole
Wappen von Haifa
INS Hanit auf der Marinebasis Haifa
INS Nitzachon auf der Marinebasis Haifa
Wilhelm II. geht am 25. Oktober 1898 in Haifa an Land

Die Marinebasis Haifa (בסיס חיפה, transkribiert Basis Cheyfa, abgekürzt Ba"Ch, englisch Naval Base Haifa) ist der Hauptstützpunkt der Israelischen Marine.[1] Sie befindet sich im nordwestlichen Teil des Hafens von Haifa.[2] Kommandant des Militärhafens ist seit November 2011 Brigadegeneral Elijahu („Eli“) Scharwit.[3][4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tell Abu-Hawam gilt als Vorläufer von Haifa und hatte einen Hafen der heute im Zentrum von Haifa liegt. Die Frühgeschichte der militärischen Nutzung des Hafens von Haifa ist ungesichert. Später haben Templer,[5] das Osmanische Reich und Napoleon[6] Hafen und Reede von Haifa (auch „Kaiffa“ „Hayfa“) genutzt. Durch die Palästinareise Kaiser Wilhelms II. besuchte der Kaiser am 25. Oktober 1898 Haifa. Berichte der Zeitung Le Matin, dass der Kaiser dort eine Flottenbasis errichten wolle, erwiesen sich als falsch.[7] Als regulärer Marinestützpunkt wird der Hafen im 20. Jahrhundert durch britische Planungskommissionen mehrfach erwähnt.[8] Am 23. September 1918 wurde das Gebiet durch Einheiten der British Expeditionary Force besetzt.[9] Durch das Völkerbundsmandat für Palästina kam der Hafen von Haifa bis zum 14. Mai 1948 unter britische Verwaltung. In Haifa wurde 1938 als Nachfolgeeinrichtung der Betar Marineakademie (1935–1938 in Civitavecchia, Italien),[10] die zweite jüdische Marineakademie gegründet. Der Hafen war im Zweiten Weltkrieg britische Militärbasis für Operationen, Versorgungswesen und Reparaturen.[11] Am 14. Mai 1948 verließ Sir Alan Gordon Cunningham der letzte Hochkommissar von Palästina Haifa um mit der HMS Euryalus in Richtung Großbritannien zu reisen.[12] Die endgültige Evakuierung des britischen Stützpunktes wurde zum 30. Juni 1948 angesetzt und später als „Z-Day“ bekannt.[13][14] Es haben Verhandlungen zum finanziellen Ausgleich der von den Briten errichteten Anlagen stattgefunden.[15][16] Bis zum Abzug der Briten sind im Hafengebiet von Haifa Kampfhandlungen mit verschiedenen Gruppierungen bekannt.[17][18][19] Am 1. Juli 1948 hisste David Ben Gurion als formales Zeichen der Übernahme die israelische Flagge über dem Hafen von Haifa.[20] Bereits vor Abzug der Briten und noch als Mitglied der Palyam wurde im April 1948 Aryeh („Arieh“) Kaplan (auch „Kipi“) zum ersten Kommandanten der Marinebasis Haifa ernannt.[21] Nach 1948 wurde die Marinebasis ausgebaut. Seit 1956 gibt es dort Einrichtungen zur Stationierung von U-Booten.[22] Die 6. Flotte der US Navy besucht Haifa jährlich mit rund 20 Schiffen und nutzt auch seine Instandsetzungseinrichtungen.[23][24] Bei einer Munitionsexplosion an Bord des im Hafen befindlichen israelischen Flugkörperschnellboots INS Tarschisch am 16. Januar 2008 wurden sieben Personen verletzt.[25] Für weitere[26] U-Boote, die 2014 von Deutschland geliefert werden sollen, wurden 2011 die Planungen mit Unterstützung von Jedidja Ja'ari („Yedidia Yaari“) (ehemals Stützpunktkommandant) für neue U-Boot-Hangars abgeschlossen.[27]

Stationierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Haifa sind unter anderem die Flugkörperschnellboot-Flottille mit insgesamt 13 Einheiten einschließlich der drei Korvetten der Sa'ar-5-Klasse, die U-Boot-Flottille mit drei Einheiten der Dolphin-Klasse[28] die Flugkörperschnellboot- und die U-Boot-Schule sowie Teile der Patrouillenboot-Flottille (Geschwader 914) und eine Unterwassereinsatzeinheit stationiert. Von den U-Booten ist bekannt, dass sie mit nuklearen Waffen bestückt sind.[29]

Bekannte Kommandanten der Marinebasis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1948 Aryeh („Arieh“) Kaplan[30] (auch „Kipi“) (אריה קפלן)
  • Isaac Gazit (יצחק גזית)
  • Uri Paz (אורי פז)
  • 1975–1976 Zeev Almog (זאב אלמוג)
  • 1976–1979 Abraham Dror (אברהם דרור)
  • 1979–1981 Eli Rahav (אלי רהב)
  • 1985–1989 Ben Shushan (אברהם בן שושן)
  • 1992–1994 Ami Ayalon (עמי איילון)
  • 1996–2000 Alex Tal (אלכס טל)
  • 1999–2001 Eljezer Marom (אלי מרום)
  • 2000–2004 Jedidja Ja’ari (ידידיה יערי)
  • 2005–2007 Yochai Ben-Yosef[31] (יוחאי בן יוסף)
  • 2007–2009 Ram Rutberg[32] (רם רוטברג)
  • 2011 Elijahu („Eli“) Scharwit (אלי שרביט)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. C. Hurewitz: The Middle East and North Africa in World Politics: A Documentary Record. 2. Auflage. Yale Univ. Press, 1979, ISBN 0-300-02203-4.
  • Simon Stern: Der Kampf für die Errichtung des Hafens von Haifa während der britischen Mandatszeit. Chair Oktober 1981. (Hebräischer Text zur Hafenentwicklung mit zahlreichen Planskizzen) ybz.org.il (PDF; 1,4 MB)
  • Eran Kaplan: The Jewish Radical Right: Revisionist Zionism and Its Ideological Legacy (Studies on Israel). Univ. of Wisconsin Press, 2004, ISBN 0-299-20380-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Port of Haifa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag zum Hafen bei globalsecurity.org (englisch) abgerufen am 22. August 2012
  2. Wikimapia
  3. Bericht von Eli Scharwit bei israeldefense.com (englisch) abgerufen am 22. August 2012
  4. Bericht bei Israel Defence Forces (IDF) (englisch) abgerufen am 22. August 2012
  5. Templer „The german colony“ (englisch) abgerufen am 22. August 2012
  6. The Naval Society, Naval Review, 1921. (PDF; 10,7 MB) S. 525 (englisch) abgerufen am 22. August 2012
  7. Jahrbuch des Instituts für Deutsche Geschichte, Band 4, Institut für Deutsche Geschichte, 1975, S. 238.
  8. J. C. Hurewitz: The Middle East and North Africa in World Politics. 1979, S. 34 (1915), S. 726 (1943), S. 764 (1944)
  9. The Battle of Haifa (1918) (englisch) abgerufen am 22. August 2012
  10. Eran Kaplan: The Jewish Radical Right: Revisionist Zionism and Its Ideological Legacy. 2004, S. 155 ff.
  11. Yair Braker: This is the Way it Was. bei palyam.org (englisch) abgerufen am 28. August 2012
  12. High Commissioner departs. In: The Advertiser. Adelaide, 14. May 1948. (englisch) abgerufen am 25. August 2012
  13. A Briton’s view of Israel’s creation. In: BBC News. (englisch) abgerufen am 25. August 2012
  14. Evakuierungsablauf zum „Z-Day“ 40 Commando Royal Marines (englisch) abgerufen am 25. August 2012
  15. A/AC.21/JA/38 9. April 1948 (PDF; 249 kB) UN-Dokument (englisch) abgerufen am 25. August 2012
  16. UN-Dokument A/AC.21/AP/37 15. April 1948 (englisch) abgerufen am 25. August 2012
  17. Offizieller Lagebericht aus Haifa (PDF; 126 kB) UN-Dokument (englisch) abgerufen am 22. August 2012
  18. Battle raging for control of Haifa. In: The Canberra Times. 23. April 1948. (englisch) abgerufen am 25. August 2012
  19. Barrier Miner (Broken Hill, NSW) 29. Juni 1948, Situation in Haifa (englisch) abgerufen am 25. August 2012
  20. Israeli Flag hoisted over port of Haifa. In: The Canberra Times. 2. Juli 1948. (englisch) abgerufen am 25. August 2012
  21. Aryeh Kaplan bei jewishsoldiers.com (englisch) abgerufen am 22. August 2012
  22. Autobiografie von Aryeh Kaplan bei palyam.org (englisch) abgerufen am 22. August 2012
  23. Bulletin of the Atomic Scientists, Januar 1994 Seite 64 (englisch) abgerufen am 25. August 2012
  24. Eintrag zur Stützpunktnutzung bei globalsecurity.org (englisch) abgerufen am 22. August 2012
  25. 7 hurt when shell explodes at Haifa base . In: Haaretz, 17. Januar 2008 (online)
  26. Defense Industrie Daily Germany Sells Israel More Dolphin Subs Agenda deutscher U-Bootlieferunge, (englisch) abgerufen am 22. August 2012
  27. Revital Hoval: In the shadow of the Polinum. haaretz.com, 17. Juli 2011 (englisch) abgerufen am 22. August 2012
  28. Eintrag zu den U-Booten bei globalsecurity.org (englisch) abgerufen am 25. August 2012
  29. Made in Germany. In: Der Spiegel. Nr. 23, 2012 (online).
  30. Aryeh Kaplan: This is the Way it Was bei palyam.org (englisch) abgerufen am 28. August 2012
  31. Israel bei Nato-Marine-Übung Newsletter der Botschaft des Staates Israel / Abteilung Öffentlichkeitsarbeit; abgerufen am 22. August 2012
  32. Ram Rutberg bei eucom.mil (englisch) abgerufen am 25. August 2012

Koordinaten: 32° 49′ 44,9″ N, 34° 59′ 38,2″ O