Marinefliegergeschwader 2

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Marinefliegergeschwader 2
— MFG 2 —
Wappen des Geschwaders 1993–2005
Wappen des Geschwaders 1993–2005
Aktiv 1. April 1958 bis 9. August 2005
Land Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr Kreuz.svg Bundeswehr
Teilstreitkraft Logo der Marine Marine
Typ Geschwader
ehem. Sitz Eggebek
Luftfahrzeuge
Kampfflugzeug/
-hubschrauber
Hawker Sea Hawk
F-104 Starfighter
Panavia Tornado
Aufklärungsflugzeug/
-hubschrauber
Fairey Gannet

Das Marinefliegergeschwader 2 (MFG 2) war ein Flugzeug-Geschwader der Deutschen Marine, welches 1958 bis 2005 in Dienst war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2. Marinefliegergruppe 1958–1960[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Befehl Nr. 41 zur Aufstellung der bundesdeutschen Marineflieger vom 26. Juni 1956 sah neben dem neu zu schaffenden Marinefliegerkommando (MFKdo) in Kiel unter anderem auch die Aufstellung zweier fliegender Verbände vor:

  • der 1. Marinefliegergruppe (1. MFGr), zuständig für den Bereich der Ostsee
  • der 2. Marinefliegergruppe (2. MFGr), zuständig für den Bereich der Nordsee

Letztere Einheit wurde am 1. April 1958 aufgestellt und war ursprünglich für den Fliegerhorst Nordholz vorgesehen. Sie wurde jedoch zunächst auf zwei andere Standorte verteilt: den Fliegerhorst Kiel-Holtenau sowie den Fliegerhorst Schleswig-Jagel.

In Jagel wurde am 1. September 1958 die 1. Staffel der 2. MFGr in Dienst gestellt, die – eigentlich für die Luftaufklärung vorgesehen – zunächst einmal der Ausbildung dienen sollte. Der Bedarf an Flugzeugen sah einige Hawker Sea Hawk, Fairey Gannet, Fouga Magister sowie einige Piaggio P.149 vor. Da jedoch weder die Infrastruktur noch die Mannschaftsstärke von 900 Mann (anfangs waren es weniger als 200) erreicht werden konnte, bestand die Gruppe zunächst nur auf dem Papier. Am 30. September 1958 konnte die Staffel jedoch ihre „volle“ Einsatzfähigkeit melden. Sie setzte sich zunächst zusammen aus:

  • 6 Sea Hawk
  • 2 Fairey Gannet und
  • 3 Fouga Magister

Bereits 1959 war der Standort Jagel zu klein geworden, und so verlegte die gesamte 2. MFGr komplett auf den Stützpunkt Schleswig-See. Kurze Zeit später kehrte zumindest die nunmehr neu gebildete 1. Aufklärungsstaffel zurück nach Jagel.

MFG 2 der Bundesmarine 1960–1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen des MFG 2
(1960 bis 1993)

Zu Beginn des Jahres 1960 erfolgten bei den Marinefliegern einige Umstrukturierungen, und so wurde aus der 2. MFgr am 1. August 1960 offiziell das Marinefliegergeschwader 2.

Fairey Gannet der Marineflieger
Eine F-104G des MFG 2

Noch nicht einmal ein Jahr später wurde es auch in Jagel zu eng, alleine die 2. Mehrzweckstaffel bestand nunmehr aus 18 Sea Hawk sowie 7 Verbindungsflugzeugen. So wurde im Oktober 1961 die Aufklärungsstaffel an das neue MFG 1 übergeben und im Tausch hierfür 18 Fairey Gannet übernommen, die die neue U-Jagdstaffel bildeten und 1962 nach Sylt verlegten.

Bereits zum Zeitpunkt der Aufstellung der Einheit war der Fliegerhorst Nordholz vorgesehen. Dieser musste jedoch erst aufwändig ausgebaut werden. Erst zu Beginn des Jahres 1963 war der Ausbau abgeschlossen und bis zum 28. April konnte das gesamte Geschwader nach Nordholz verlegt werden.

Allerdings deutete sich bereits ein erneuter Umzug an. Die ab 1960 bei der Luftwaffe eingeführten F/RF/TF-104G „Starfighter“ waren auch für die Marineflieger (als Ersatz für die Sea Hawk) vorgesehen, die Start- und Landebahn in Nordholz erwies sich für dieses Flugzeug jedoch als zu kurz. Gegen Ende 1963 begann daher der Umzug des gesamten Geschwaders von Nordholz auf den Fliegerhorst Eggebek. Am 1. Oktober 1963 war bereits die bisher auf Sylt stationierte U-Jagdstaffel nach Nordholz verlegt und dem nun dort beheimateten MFG 3 unterstellt worden.

Im März 1964 wurde der Standort Eggebek mit der Landung der ersten F-104G offiziell übernommen, das bisher dort stationierte AG 52 der Luftwaffe war vorher bereits nach Leck verlegt worden. Wenige Tage später erhielt das MFG 2 auch die Aufklärungsvariante des ”Starfighter“, die RF-104G. Beim Absturz einer RF-104G des MFG 2 kam im März 1970 auch der Sohn des damaligen Bundestagspräsidenten und früheren Verteidigungsministers Kai-Uwe von Hassel, Joachim von Hassel, ums Leben, als einer von über 100 Piloten der Bundeswehr.

Jedoch waren auch die Tage des „Starfighters“ begrenzt, und so rüstete das MFG 2 ab 1986 auf das neue Waffensystem Panavia Tornado um, wofür die Start- und Landebahn in Eggebek erneuert werden musste. Hierfür zog das MFG 2 kurzfristig auf den Fliegerhorst Jagel (heute Schleswig) um.

In den letzten Einsatzjahren der "104" betrieb das MFG 2 das Kunstflugteam "Vikings". Es bestand aus zwei mit einer Sonderlackierung versehenen Starfightern. Eine F-104, die 22+01, befindet sich als 26+63 mit dieser Sonderlackierung heute im Technik-Museum Speyer.

MFG 2 der Deutschen Marine 1990–2005[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein besonders lackierter Tornado zur Außerdienststellung 2005

1993 brachte die Truppenreduzierung nach dem Ende des Kalten Krieges eine erneute Umstrukturierung der Marineflieger mit sich: Das MFG 1 wurde aufgelöst und ein Teil des Geschwaders an das MFG 2 – mittlerweile wieder in Eggebek – übergeben. Damit einhergehend wurde ein neues Wappen eingeführt, das die Elemente von beiden Wappen vereinte.

Die Entscheidung zur kompletten Außerdienststellung der Marine-Jagdbomber und damit der Auflösung des MFG 2 fiel 2003: Einen Teil der Waffensysteme erhielten andere Einheiten der Marineflieger und der Luftwaffe. Im Juni 2005 verließen die letzten Maschinen den Standort Eggebek. Das MFG 2 wurde am 9. August 2005 offiziell außer Dienst gestellt und am 1. Januar 2006 endete auch die Geschichte des Bundeswehrstandortes Eggebek.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsches Marine Institut: Marineflieger. E.S. Mittler & Sohn, Herford, Bonn 1988, ISBN 3-8132-0295-X.
  • Gerhard Koop/Siegfried Breyer: Die Schiffe, Fahrzeuge und Flugzeuge der deutschen Marine von 1956 bis heute. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1996, ISBN 3-7637-5950-6.