Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Marinefliegergeschwader 3)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Marinefliegergeschwader 3
„Graf Zeppelin“
— MFG 3 GZ —
Wappen des MFG 3 Graf Zeppelin
Aufstellung 1. Juni 1964
Land Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr Kreuz.svg Bundeswehr
Teilstreitkraft Bundeswehr Logo Marine with lettering.svg Deutsche Marine
Typ Geschwader
Unterstellung Marinefliegerkommando.png Marinefliegerkommando
Standort Nordholz, Niedersachsen
Auszeichnungen Flag of Germany.svg Fahnenband
Deutschland (1997)
Führung
Kommodore Fregattenkapitän Jörg Matthée[1]
Luftfahrzeuge
Patrouille Lockheed P-3C Orion
Aufklärungsflugzeug/
-hubschrauber
Do 228-212 LM
Do 228NG LM
P-3C Orion
Do 228

Das Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ (kurz MFG 3 „GZ“) ist ein fliegendes Geschwader der Deutschen Marine, welches auf dem Fliegerhorst Nordholz beheimatet ist und dem Marinefliegerkommando untersteht. Das Geschwader ist mit Flugzeugen der Muster Lockheed P-3C Orion und Do 228 LM ausgerüstet.

Auftrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Auftrag des Geschwaders beinhaltet die weiträumige Seeraumüberwachung und Aufklärung, Über- und Unterwasserseekriegsführung, Personal- und Materialtransport, den Such- und Rettungsdienst sowie die Überwachung von Meeresverschmutzungen (Pollution Control).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unfälle
Datum Typ Kennung Vorfall
12. Mai 1966 Gannet UA+115 Absturz bei Kaufbeuren, drei Tote
24. September 1971 BR 1150 61+20 leichter Personenschaden
25. April 1978 BR 1150 61+07 2 Leichtverletzte, Lfz Totalverlust
3. Mai 1985 BR 1150 61+05 Notlandung, keine Verluste
3. Dezember 1993 Mk 88 83+01 Absturz, 2 Tote
30. Januar 1994 Mk 88 83+16 Notwasserung, Lfz Totalverlust
30. Oktober 1999 Mk 88 83+08 Absturz über See, 1 Toter
16. Februar 2000 Mk 88 83+14 Notwasserung, Lfz Totalverlust
MFG 3 Br.1150

Am 1. Juni 1964 erhielt Fregattenkapitän Paul Kriebel mit dem Aufstellungsbefehl Nr. 128 der Marine den Auftrag, das Marinefliegergeschwader 3 aufzustellen. Den Kern bildete die Marine-U-Jagdstaffel, die bis dahin dem Marinefliegergeschwader 2 (MFG 2) unterstellt und in Westerland auf Sylt stationiert war. Im Oktober wurden Teile der Staffel nach Nordholz verlegt und die U-Jagdstaffel offiziell in 2.Staffel/MFG 3 (2./MFG 3) umbenannt.

Die von Bundespräsident Heinrich Lübke verliehene Truppenfahne wurde am 3. Mai 1965 feierlich übergeben. Am 15. Juli 1965 wurde der erste Prototyp des Seefernaufklärers Breguet Atlantic (BR.1150 Atlantic) nach Nordholz überführt, am 26. Januar 1966 übernahm das Geschwader die erste Maschine des Typs aus der Serienfertigung. Am 30. Juni des gleichen Jahres wurden nach insgesamt über 10.000 Flugstunden die U-Jagd-Flugzeuge Fairey Gannet (Gannet HS Mk4) am 30. Juni 1966 außer Dienst gestellt. Am 1. April 1967 wurde das MFG 3 der NATO unterstellt und am 9. Juli 1967 mit dem Traditionsnamen Graf Zeppelin ausgezeichnet. Aus diesem Anlass übernahm die Stadt Friedrichshafen am 12. Dezember 1967 die Patenschaft über das MFG 3.

1980 entschied der Bundesminister der Verteidigung, die Westland Mk 88 Sea Lynx-Bordhubschrauber der seegehenden Einheiten in Nordholz zu stationieren, sie bildeten in Folge bis zu ihrer erneuten Ausgliederung die 3. Staffel des MFG 3. 1993 wurde die Inspektion Überleben auf See von der Marinefliegerlehrgruppe integriert.

Im September 1994 wurden zwei Dornier Do 28 und eine Dornier Do 228LM der 2. Staffel des MFG 5 an das MFG 3 übergeben, 2002 bis 2003 durchliefen die Sea Lynx ein umfangreiches Modernisierungsprogramm, so dass im MFG 3 insgesamt 22 Hubschrauber in der Version Mk 88A im Einsatz sind. 2006 erhielt das MFG 3 acht Seefernaufklärer des Typs Lockheed P-3C Orion, welche von den Niederlanden übernommen wurden und die Breguet BR.1150 Atlantic ersetzten. Der letzte Flug einer Breguet Atlantic erfolgte am 20. Juni 2010.

Am 31. August 2012 wurde die erste neue Dornier Do 228NG zur Durchführung von Ölaufklärungsflügen übernommen und die 1991 in Dienst gestellte Do 228-212 ausgemustert.[2] Nach Abschluss des Umzugs des MFG 5 von Kiel-Holtenau nach Nordholz im November 2012 wurden die Sea Lynx-Helikopter an das MFG 5 abgegeben.

Taktische Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der 2012 eingeleiteten Umorganisation der Marineflieger ist das Geschwader seit 2013 wie folgt gegliedert:

  • Geschwaderstab
  • Fliegende Gruppe
    • 1. Fliegende Staffel (P-3C)
    • 2. Fliegende Staffel (P-3C, Do 228)
  • Technische Gruppe
    • Technische Staffel P-3C
    • Technische Staffel Allgemein/Do 228
  • Stützpunktgruppe
    • Flugbetriebsstaffel
    • Geoinformationsdienst
    • Nachschub- und Transportstaffel

Das Geschwaderwappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Farben wurden der Nationalflagge der Bundesrepublik Deutschland entsprechend gewählt. Die Zugehörigkeit zu den Marinefliegern wird durch Schwinge und Anker symbolisiert. Auf die U-Boot-Jagdrolle des Geschwaders deuten die gekreuzten Dreizacke hin. Die außen aufgeführten erstrebenswerten soldatischen Tugenden Treue, Mut, Bereitschaft; Zuverlässigkeit und Ausdauer korrespondieren mit den fünf Sternen.

Bestand an Luftfahrzeugen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 gehörten zum Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ acht Seefernaufklärer Lockheed P-3C Orion und je ein Ölaufklärungs-/Transportflugzeug Do 228-212 LM und Do 228NG LM.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsches Marine Institut: Marineflieger. E.S. Mittler & Sohn, Herford, Bonn 1988, ISBN 3-8132-0295-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: P-3 Orion der Marine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Do 228 der Marine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Presse- und Informationszentrum Marine: 966 Tage - Kommodorewechsel im Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“. Bundeswehr, 27. November 2015, abgerufen am 27. Dezember 2015.
  2. Presse- und Informationszentrum Marine: Feierliche Übergabe des Ölaufklärungsflugzeugs Do 228 NG. Bundeswehr, 31. August 2012, abgerufen am 11. Oktober 2013.