Marinemusikkorps Nordsee

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Marinemusikkorps Nordsee

MMusKorps N.jpg

internes Verbandsabzeichen
Aktiv 1. Juli 1956 bis 31. März 2014
Staat Flag of Germany.svg Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr
Teilstreitkraft Streitkräftebasis Streitkräftebasis
Truppengattung Militärmusikdienst
Stärke ~50
Unterstellung ZMilMusBw Wappen.png Zentrum Militärmusik der Bundeswehr
Standort Wilhelmshaven
Kommandeur
Letzter Chef Fregattenkapitän Lutz Bammler

Das Marinemusikkorps Nordsee war ein Militärmusikkorps der Bundeswehr. Es gehörte zum Militärmusikdienst der Bundeswehr und bestand von 1956 bis 2014 in Wilhelmshaven.

Aufgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Marinemusikkorps Nordsee trat überwiegend zur musikalischen Umrahmung militärischer Zeremonien in Niedersachsen auf und darüber hinaus bei anderen nationalen und internationalen Veranstaltungen mit dienstlichem Hintergrund. Dazu gehörten unter anderem Auftritte in Rundfunk und Fernsehen sowie bei Militärmusikfestivals. Insbesondere fiel ihm die Verabschiedung von Kriegsschiffen zu, die ab Wilhelmshaven auf große Fahrt gehen. Die Verbundenheit mit dem Standort Wilhelmshaven zeigte sich auch darin, dass das Marinemusikkorps Nordsee über viele Jahre traditionell das erste Konzert der Kurkonzertsaison der Stadt Wilhelmshaven am Muttertag im Kurpark eröffnete.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Marinemusikkorps Nordsee trug seinen Namen seit seiner Aufstellung am 1. Juni 1956. Aus Mangel an Personal und Instrumenten in der Aufstellungszeit wurde die Spielfähigkeit zunächst zusammen mit dem Marinemusikkorps Ostsee in Kiel hergestellt. Bis 1958 war es in der Admiral-Armin-Zimmermann-Kaserne in Sengwarden stationiert, bevor es für den Rest seiner Dienstzeit in die Ebkeriege-Kaserne in Wilhelmshaven verlegt wurde.

Das Marinemusikkorps Nordsee unterstand zunächst dem Marineabschnittskommando Nordsee, dann von 1965 bis 1974 der Marinedivision Nordsee, und später dem Marineabschnittskommando West. 2011 wurde es dem Streitkräfteamt unterstellt, und war somit Teil der Streitkräftebasis. Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde 2011 beschlossen, die Anzahl der Musikkorps in der Bundeswehr zu reduzieren und das Marinemusikkorps Nordsee bis Ende März 2014 aufzulösen.[1] Am 21. März 2014 wurde das Marinemusikkorps Nordsee mit einem militärische Akt in der Admiral-Zimmermann-Kaserne in Sengwarden mit Wirkung zum 31. März 2014 außer Dienst gestellt.[2][3]

Das Einheitswappen und der Schellenbaum des Marinemusikkorps Nordsee wurden dem Deutschen Marinemuseum in Wilhelmshaven als Exponate zur Verfügung gestellt.

Besetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Marinemusikkorps Nordsee bestand neben dem großen Sinfonischen Blasorchester noch aus weiteren kleineren Besetzungen.

  • Big Band
  • Nordsee-Combo
  • Blechbläserquintett
  • Holzbläserquintett
  • Bordkapelle

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Leiter des Marinemusikkorps Nordsee waren:[4]

Zeitraum Dienstgrad Name
1956–1957 Kapitänleutnant Hermann Schäfer
1957–1965 Korvettenkapitän Emil Curt Kunz
1965–1972 Fregattenkapitän Heinz Stärke
1972–1984 Fregattenkapitän Hermann Goldbeck
1984–2000 Fregattenkapitän Michael Wintering
2000–2001 Kapitänleutnant Karl Kriner
2000–2003 Fregattenkapitän Wolfgang Helm
2003–2014 Fregattenkapitän Lutz Bammler

Tonträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Musikkorps hat die CDs Internationale Marinemärsche, Kaleidoskop und Aus der Seemannskiste aufgenommen. Des Weiteren nahm das Musikkorps im Februar 2014 zusammen mit der Band U.D.O. das Album Navy Metal Night auf. Die Aufnahmen dazu stammen aus der Tuttlinger Stadthalle.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat beschlossen, dass Wilhelmshaven wieder ein Marinemusikkorps bekommt.[5][6] Die Neuaufstellung des Marinemusikkorps Wilhelmshaven erfolgte im Oktober 2019.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Norbert Czyz: Marinemusikkorps reif fürs Museum. In: nwz-online. 15. Februar 2013, abgerufen am 14. Juni 2020.
  2. Wilhelmshaven – Marinemusikkorps Nordsee außer Dienst gestellt. (Nicht mehr online verfügbar.) In: radiojade.de. Archiviert vom Original am 22. März 2014; abgerufen am 14. Juni 2020.
  3. Hier gehört ein Musikkorps hin. In: Wilhelmshavener Zeitung. 22. März 2014, S. 1.
  4. Streitkräfteamt, Dezernat Militärmusik (Hrsg.): „Mit Pauken und Trompeten“. 50 Jahre Militärmusik der Bundeswehr. 1. Auflage. Purk, Bremen 2006, ISBN 3-9809465-3-3, S. 87.
  5. Wilhelmshaven: Marinemusikkorps kommt zurück. In: NDR.de. NDR 1 Niedersachsen, 18. Oktober 2018, abgerufen am 19. Oktober 2018.
  6. T. Wiegold: Demnächst wieder da: Das Marinemusikkorps Nordsee. An der Heimatfront. In: augengeradeaus.net. 19. Oktober 2018, abgerufen am 5. August 2019.
  7. Marinemusikkorps Wilhelmshaven

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 53° 31′ 31,8″ N, 8° 4′ 47,1″ O