Marino Formenti

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Marino Formenti (* 1965 in Mailand, Italien[1]) ist ein in Wien[2] lebender Pianist, Dirigent und Performer.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marino Formenti studierte bei Oleg Maisenberg[3] Klavier an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Formenti war 1994 bis 2002 Mitglied des Klangforum Wien.[4] Als Solist spielte er unter anderem bei den Salzburger Festspielen, dem Lucerne Festival, dem Edinburgh International Festival, den Berliner Festspielen und Wien Modern sowie am Lincoln Center, der Berliner Philharmonie, dem Wiener Musikverein und der Suntory Hall.[5] Als Dirigent trat er unter anderem im Salle Pleyel, dem Teatro alla Scala, dem Wiener Musikverein und im Berliner Konzerthaus auf.[6] Er hat mit Komponisten wie Helmut Lachenmann, György Kurtág, Salvatore Sciarrino, Olga Neuwirth, Beat Furrer, Friedrich Cerha und Bernhard Lang zusammen gearbeitet.[1]

Bekannt wurde Marino Formenti auch durch Performances, die das Konzertformat in Frage stellen. 2010 wurde nowhere beim steirischen herbst in einer achttägigen Version uraufgeführt. Formenti spielt, schläft und isst dabei bis zu 4 Wochen in einem öffentlichen Raum, der jederzeit dem Publikum offen steht.[7] Seitdem fand Marino Formentis nowhere in Berlin, Basel, Oslo, Bologna, Bregenz, Bruxelles, Montpellier und Terni statt.

One to One wurde 2013 bei der Art Basel[6] in einem von Stephen Prina eingerichtetem Raum uraufgeführt. Die zwischen 45 Minuten und einen ganzen Tag dauernden Performances für und mit einer Person nennt Formenti studies of communication and musicianship.[7] In neueren Versionen sind Gäste auch eingeladen zu singen.

Mit dem Film Schubert und Ich (Prisma Film, 2014) geht Formenti der Frage der Beziehung zwischen Musikalität und Professionalität nach, in dem er Lieder von Franz Schubert mit fünf Laien erarbeitet und musiziert. Anders als bei ähnlichen Experimente sucht hier Formenti die Augenhöhe mit seinen Wegbegleitern – Studenten, Arbeitslosen und Angestellten aus Wien, wo der Film gedreht wurde.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2009: Belmont-Preis der Forberg-Schneider-Stiftung

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Marino Formenti: Berührendes Spiel in extravaganten Konzertprojekten auf den Seiten des Wiener Konzerthauses, abgerufen am 18. Juni 2016
  2. Marino Formenti auf den Seiten von Col legno, abgerufen am 18. Juni 2016
  3. Was wir in der Musik treiben, ist lächerlich auf den Seiten von music austria, abgerufen am 18. Juni 2016
  4. Geschichte auf den Seiten des Klangforum Wien, abgerufen am 16. August 2016
  5. Marino Formenti auf den Seiten von Kairos, abgerufen am 18. Juni 2016
  6. a b Marino Formenti auf den Seiten der Berliner Festspiele, abgerufen am 18. Juni 2016
  7. a b Marino Formenti: One to One auf den Seiten des steirischen herbsts, abgerufen am 18. Juni 2016