Marino Franchitti

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Marino Franchitti im Andretti-Green-Acura ARX-01a beim 4-Stunden-Rennen von Road America 2007
Marino Franchitti im Level 5 Motorsports-HPD ARX-03b beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2013
Das Ford Chip Ganassi UK Fahrer-Team mit dem Ford GT für die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft 2016. Vor dem Wagen stehen die vier Piloten (von links) Olivier Pla, Marino Franchitti, Stefan Mücke und Andy Priaulx

Marino Alessandro Cesare Franchitti (* 7. Juli 1978 in Bathgate) ist ein britischer Autorennfahrer.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marino Franchitti ist der jüngere Bruder von Dario Franchitti, der 1973 geboren wurde und damit fünf Jahre älter ist. Beide Eltern, Marina und George Franchitti, sind italienischer Abstammung, wurden aber bereits in Schottland geboren.[1] Durch die Schwesternschaft seiner Mutter Marina mit Marie MacCracken, die in erster Ehe Marie di Resta hieß, sind Dario und Marino Cousins von Paul di Resta.[2]

Marino Franchitti ist mit Holly Mason, der Tochter des ehemaligen Pink-Floyd-Schlagzeugers und passionierten Rennfahrers Nick Mason verheiratet. Das Paar hat einen Sohn.

Karriere als Rennfahrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marino Franchitti folgte seinem Bruder Dario Ende der 1990er-Jahre in den internationalen Motorsport. Im Gegensatz zu seinem Bruder, der bereits im Kartsport sehr erfolgreich war und 1992 den McLaren Autosport BRDC Award als bester Nachwuchspiloten Großbritanniens gewann, Marino's Talent für diesen Sport nicht sofort erkennbar. 1998 bestritt er ein erfolgloses Jahre in der Formel Vauxhall und wechselte nach einem Jahr Rennpause 2000 in die Formel Ford. Er fuhr 12 Rennen in der britischen Meisterschaft und beendete die Saison mit sieben Punkten an der 18. Stelle der Endwertung. Meister wurde James Courtney und Franchitti platzierte sich hinter später erfolgreichen Piloten wie Anthony Davidson, Rob Bell, Hideki Mutō und Patrick Long.[3]

Nach dem Wechsel in den GT-Sport 2001 stellten sich rasch Erfolge ein. Mit acht Saisonsiegen gewann er gemeinsam mit Teamkollegen Kelvin Burt auf einem Porsche 911 GT3 RS die GTO-Klasse der britischen GT-Meisterschaft. 2002 begann dann sein andauerndes Engagement in der nordamerikanischen GT- und Sportwagenszene. Er fuhr seine erste vollständige Saison in der American Le Mans Series, gab sein Debüt beim 24-Stunden-Rennen von Daytona und dem 12-Stunden-Rennen von Sebring.

2005 wurde er Werksfahrer bei Panoz und ging mit deren Esperante GT-LM erstmals beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans an den Start. 2007 folgte er seinem Bruder Dario zu Andretti Green Racing. Während sein Bruder neben Einsätzen in der American Le Mans Series für das Team das 500-Meilen-Rennen von Indianapolis und die Gesamtwertung der IndyCar Series dieses Jahres gewann, bestritt Marino für Michael Andretti ausschließlich Sportwagenrennen. Er wurde zusammen mit Bryan Herta und Tony Kanaan im Acura ARX-01a Gesamtzweiter beim 12-Stunden-Rennen von Sebring, geschlagen nur von Frank Biela, Emanuele Pirro und Marco Werner im Audi Sport North America-R10 TDI.[4] Einen weiteren zweiten Endrang 2007 erreichte er mit Partner Herta beim 2,45-Stunden-Rennen von Houston; diesmal hinter Romain Dumas und Timo Bernhard im Penske Racing-Porsche RS Spyder.[5]

Nach Ablauf der Rennsaison 2007 verließen die Franchitti-Brüder Andretti Green Racing. Während Dario in die NASCAR wechselte und nach einem enttäuschenden Jahr 2009 für Chip Ganassi Racing in die IndyCar Series zurückkehrte, unterschrieb Marino 2008 einen Vertrag für Dyson Racing, wo er bis 2009 blieb. 2008 fuhr er mit Partner Butch Leitzinger einen Porsche RS Spyder in der American Le Mans Series, wurde erneut Gesamtzweiter beim 12-Stunden-Rennen von Sebring und beendete die Saison an der fünften Stelle der LMP2-Wertung.[6] Bis zum Ende der Saison 2013 war er Stammfahrer bei Level 5 Motorsports. Nach erheblichen Problemen des Teameigners Scott Tucker mit der US-amerikanischen Justiz und der daraus resultierenden Einstellung des Rennbetriebs, musste er sich für 2014 ein neues Team suchen. Die Wahl fiel auf Chip Ganassi Racing, wo sein Bruder bis zum Rücktritt Ende 2013 gefahren war. Schon der zweite Renneinsatz für die neue Rennmannschaft brachte den bisher größten Erfolg im internationalen Motorsport. Gemeinsam mit Scott Pruett und Memo Rojas siegte er auf einem Riley MkXXVI beim 12-Stunden-Rennen von Sebring.

2016 fuhr Marino Franchitti den Ford GT für Chip Ganassi in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft. Beste Platzierung war der zweite Rang der GTE-Pro-Klasse beim 6-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps.[7]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Le-Mans-Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2005 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Panoz Motor Sports Panoz Esperante GT-LM FrankreichFrankreich Patrick Bourdais Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bryan Sellers Ausfall Defekt
2009 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Drayson Racing Aston Martin V8 Vantage GT2 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jonny Cocker Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Paul Drayson Ausfall Defekt
2010 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Highcroft Racing Acura ARX-01C DeutschlandDeutschland Marco Werner AustralienAustralien David Brabham Rang 25
2012 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Highcroft Racing Nissan DeltaWing DeutschlandDeutschland Michael Krumm JapanJapan Satoshi Motoyama Ausfall Unfall
2013 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Level 5 Motorsports HPD ARX-03b AustralienAustralien Ryan Briscoe Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Scott Tucker nicht klassiert
2016 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ford Chip Ganassi Team UK Ford GT Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Harry Tincknell Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Andy Priaulx Rang 40

Sebring-Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2002 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten MSB Motorsport Ferrari 360 Modena GT DeutschlandDeutschland Ralf Kelleners Ausfall Motorschaden
2003 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Risi Competizione Ferrari 360 Modena GT Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Kevin McGarrity Ausfall Unfall
2004 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Rand Racing Lola B2K/40 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Derek Hill Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Andy Lally Ausfall Aufhängung
2005 NiederlandeNiederlande Spyker Squadron Spyker C-8 Spyder GT2 R NiederlandeNiederlande Frans Munsterhuis NiederlandeNiederlande Peter van Merksteijn Ausfall Defekt
2007 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Andretti Green Racing Inc. Acura ARX-01a Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bryan Herta BrasilienBrasilien Tony Kanaan Rang 2 und Klassensieg
2008 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dyson Racing Team Porsche RS Spyder Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Butch Leitzinger Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Andy Lally Rang 2
2009 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dyson Racing Team Inc. Lola B08/86 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Butch Leitzinger Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ben Devlin Ausfall Mechanik
2010 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Patrón Highcroft Racing HPD ARX-01c AustralienAustralien David Brabham FrankreichFrankreich Simon Pagenaud Rang 5
2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Highcroft Racing HPD ARX-01e AustralienAustralien David Brabham FrankreichFrankreich Simon Pagenaud Rang 2
2013 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Level 5 Motorsports HPD ARX-03b AustralienAustralien Ryan Briscoe Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Scott Tucker Rang 6 und Klassensieg
2014 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Chip Ganassi Racing with Felix Sabates Riley MkXXVI Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Scott Pruett MexikoMexiko Memo Rojas Gesamtsieg
2017 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mazda Motorsports Mazda DPi Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Tom Long Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Joel Miller Ausfall Unfall

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marino Franchitti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über Dario und Marino Franchitti und deren Eltern (englisch)
  2. Über Paul di Resta's Mutter (englisch)
  3. Britische Formel-Ford-Meisterschaft 2000
  4. 12-Stunden-Rennen von Sebring 2007
  5. 2,45-Stunden-Rennen von Houston 2007
  6. American Le Mans Series 2008
  7. 6-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps 2016