Mario Mieruch

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Mario Mieruch im Bundestag, 2019

Mario Mieruch (* 16. August 1975 in Magdeburg) ist ein deutscher Politiker (LKR, zuvor AfD und Die blaue Partei). Er war von 2017 bis 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages und zog über die Landesliste der AfD Nordrhein-Westfalen in das Parlament ein. Der Fraktion trat er aber nicht bei und verließ schließlich die AfD. Seit 2020 ist er Mitglied der LKR, deren Generalsekretär er bis Juni 2021 war. Zudem ist er Landesvorsitzender der LKR Brandenburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mario Mieruch wuchs in Friedrichroda auf und absolvierte dort 1994 das Abitur. Nach dem Abschluss der schulischen Ausbildung wurde er als Fernmeldeunteroffizier Soldat auf Zeit an verschiedenen bundesweiten Standorten, zuletzt an der Fernmeldeschule des Heeres.

2000 begann Mieruch ein duales Studium der Mechatronik, welches er 2003 als „Diplom-Ingenieur (BA)“ abschloss. Seitdem arbeitete er für einen weltweit führenden Anbieter im Bereich der industriellen Automatisierungstechnik im regionalen Außendienst.

Er ist verheiratet und lebt in Metelen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mieruch war Gründungsmitglied der AfD in Nordrhein-Westfalen[1], erster Sprecher des Bezirksverbandes Regierungsbezirk Münster und seit September 2013 Mitglied des Landesvorstandes NRW, bis zu seinem Ausscheiden zuletzt stellvertretender Landessprecher. Er forderte bereits 2014 innerhalb der jungen Partei eine klare Abgrenzung zu extremen Positionen. Er galt dabei als entschiedener Gegner von Christian Blex und zeichnete unter anderem auch die Initiative „Rote Karte für Höcke“.[2] Mieruch gilt laut der Tageszeitung Die Welt als Vertrauter von Marcus Pretzell.[3]

Nachdem er bei der Bundestagswahl 2017 für die AfD in den 19. Deutschen Bundestag eingezogen war, erklärte er am 4. Oktober 2017, nicht der künftigen AfD-Bundestagsfraktion angehören zu wollen. Er begründete dies mit der nicht erfolgten Abgrenzung der Partei vom völkischen Flügel um den Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzenden und Landeschef Höcke.[3] Er schloss sich der von Marcus Pretzell und dessen Ehefrau, der Bundestagsabgeordneten Frauke Petry, initiierten Blauen Partei an. Bis zu deren Auflösung zum 31. Dezember 2019 war er deren Landesvorsitzender in Thüringen.[4] Trotz Rücktrittsforderungen seitens der AfD behielt er sein Abgeordnetenmandat und begründete dies damit, dass viele Wähler der AfD darauf setzten, dass sich die Partei von Höcke und seinem Umfeld trenne. Diese Wähler wären nun betrogen und hätten dann keine Stimme mehr im Parlament.

Am 7. November 2020 trat Mieruch den Liberal-Konservativen Reformern bei und wurde deren Generalsekretär.[5] Zudem übernahm er das Amt des Landesvorsitzenden in Brandenburg.

Nachdem sich die Kritik am Führungsstil des LKR-Bundesvorsitzenden Jürgen Joost häufte und es auch zu Unstimmigkeiten zwischen ihm und Mieruch kam, trat dieser am 28. Juni 2021 von seinem Amt als Generalsekretär zurück. Nachfolger im Amt wurde Christian Wiesner vom Landesverband Bayern.

Im 19. Deutschen Bundestag gehörte Mieruch als beratendes Mitglied dem Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung an.[6] Mit Konstituierung des 20. Deutschen Bundestages endete sein Mandat.

Mieruch ist Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg e. V. und Kritiker der BDS-Bewegung.[7] Seit April 2021 ist er Vorstandsmitglied des Bürgerlich-Freiheitlichen Aufbruchs.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mario Mieruch – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mario Mieruch verlässt AfD-Fraktion im Bundestag. In: tagesschau.de. 4. Oktober 2017, abgerufen am 4. Oktober 2017.
  2. Hagen Ernst: Kommt jetzt die Höcke – Pegida – Partei? In: preussischer-anzeiger.de, 21. Januar 2017, abgerufen am 31. Januar 2019 (mit Liste Spontane Erstunterzeichner).
  3. a b AfD-Abgeordneter Mario Mieruch verlässt Bundestagsfraktion. In: Die Welt. 4. Oktober 2017, abgerufen am 4. Oktober 2017.
  4. https://www.otz.de/politik/die-blauen-gehen-mit-mario-mieruch-als-landeschef-in-den-wahlkampf-id226571239.html
  5. LKR hat jetzt zwei Abgeordnete im Bundestag. In: Zeit.de. 8. November 2020, abgerufen am 8. November 2020.
  6. Deutscher Bundestag - Abgeordnete. Abgerufen am 30. September 2020.
  7. Zeichen gegen Antisemitismus: Bundestag stimmt gegen Israel-Boykott. Abgerufen am 8. November 2019.
  8. Vorstandsmitglieder des BFA. In: Bürgerlich-Freiheitlicher Aufbruch e.V. 28. August 2021, abgerufen am 28. August 2021 (deutsch).