Mario Sixtus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Mario Sixtus (2018)

Mario Sixtus (* 6. März 1965 in Ratingen) ist ein deutscher Journalist und Filmemacher.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sixtus lebt und arbeitet als freier Autor und Filmemacher in Berlin und Hongkong.[1] Schwerpunkte seiner journalistischen Arbeit sind aktuelle Entwicklungen in Internet, Netzkultur und Netzpolitik. Auch in seinen fiktionalen Arbeiten spielen Digitaltechnik und der digitale Wandel der Gesellschaft meist eine Rolle. Sixtus ist Autodidakt und verfügt über keine klassische Berufsausbildung.[1]

Vor seiner Fernsehzeit arbeitete Mario Sixtus als freier Autor für Print- und Online-Medien. Artikel von ihm erschienen unter anderem in der Zeit,[2] im Focus, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, im Handelsblatt, bei brand eins, bei Neon sowie in den Fachzeitschriften c’t und Technology Review.

Mario Sixtus produziert regelmäßig Dokumentarfilme für Arte und ZDFinfo, etwa Ich weiß, wer Du bist[3] über die aktuellen Entwicklungen im Bereich Smart Glasses und Gesichtserkennung oder Game of Drones[4] über die vielfältigen zivilen Einsatzmöglichkeiten (teil-)autonomer Quadrocopter.

Von November 2008 bis Juli 2016 präsentierte Mario Sixtus insgesamt 155 Folgen des TV-Magazins Elektrischer Reporter auf ZDFinfo, das sich mit Themen rund um den digitalen Wandel der Gesellschaft beschäftigte. Dieses Magazin ging aus einer Webvideo-Reihe hervor, die Sixtus zwischen September 2006 und September 2008 für die Verlagsgruppe Handelsblatt produzierte. Der Elektrische Reporter war die erste Webvideo-Reihe in Deutschland, die vom Fernsehen übernommen wurde. Für diese Reihe erhielt Sixtus 2007 den Grimme Online Award, den LeadAward in Silber sowie den Podcast Award für den inhaltlich besten kommerziellen Podcast.

Gemeinsam mit Sascha Lobo war Mario Sixtus von 2008 bis 2010 wöchentlich in der Glosse Sixtus vs. Lobo zu sehen, einer Rubrik der Computersendung neues auf 3sat.

Am 22. November 2010 initiierte Sixtus das offene Blogprojekt WirHabenKeineAngst.de, mit dem sich Internetnutzer gegen Angst vor Terrorismus und damit verbundene verschärfte Sicherheitspolitik wenden können.[5][6][7][8][9]

Sixtus war Mitgründer der European Web Video Academy und in den Jahren 2011 und 2012 Jury-Vorsitzender des Deutschen Webvideopreises.

2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des der SPD nahestehenden netzpolitischen Vereins D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt,[10][11] verließ den Verein jedoch nach einigen Monaten wieder und hatte keinerlei Ämter inne.

Im Februar 2016 wurde im ZDF Operation Naked ausgestrahlt, eine in Inhalt und Form hypermoderne Mockumentary von Sixtus (Autor, Regie und Musik) über mögliche gesellschaftliche Auswirkungen von Datenbrillen mit Gesichtserkennung-Funktion.[12][13] Als erster und bislang einziger fiktionaler Fernsehfilm in Deutschland steht Operation Naked unter einer relativ freien Creative-Commons-Lizenz, die eine nichtkommerzielle Weiterverbreitung und Bearbeitung des Films erlaubt.

2018 schrieb Mario Sixtus das Drehbuch für den 90-minütigen Film Ins Gesicht geschrieben der ZDF-Filmreihe Wilsberg.[14] Der Kriminalfilm handelt von der fiktionalen Smartphone-App Face23, die mit Hilfe automatischer Gesichtserkennung Informationen über Personen findet.[15]

Er ist Mitglied der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2008–2016: Elektrischer Reporter, TV-Magazin, 155 Folgen, leitender Autor und Moderator, ZDFinfo
  • 2016: Operation Naked, Spielfilm/Mockumentary, Drehbuch und Regie, ZDF
  • 2016: Ich weiß, wer du bist, Dokumentarfilm, Drehbuch und Regie, Arte
  • 2017: Game of Drones, Dokumentarfilm, Drehbuch und Regie, ZDFinfo
  • 2017: Im Netz der Lügen, Dokumentarfilm, Drehbuch und Regie, ZDFinfo
  • 2019: WilsbergIns Gesicht geschrieben, Spielfilm, Drehbuch, ZDF

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tilt![Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1990er Jahren produzierte Sixtus (unter dem Pseudonym Zadoc) mehrere Singles und Alben mit dem Darkwave/EBM Projekt Tilt!.[23]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mario Sixtus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Über Sixtus sixtus.net
  2. it-technik: Gemeinsam auf die Spitze treiben. In: Zeit Online. Abgerufen am 27. Februar 2016.
  3. Ich weiß, wer Du bist
  4. Game of Drones
  5. Andreas Grieß: Aktion von Mario Sixtus: Keine Angst vor dem Terrorismus. In: die tageszeitung. 22. November 2011, abgerufen am 2. Juni 2018.
  6. Wir haben keine Angst! – Macht. In: sueddeutsche.de. jetzt.sueddeutsche.de, abgerufen am 27. Februar 2016.
  7. "Wir haben keine Angst" – Internetnutzer gegen Terrorpanik. In: gulli.com. gulli.com Der IT- und Tech-Kanal, abgerufen am 27. Februar 2016.
  8. Sixtus startet Netz-Aktion gegen Terrorangst. In: Meedia. 22. November 2010, abgerufen am 31. Oktober 2018.
  9. Netzgemeinde nimmt die Terrorwarnung aufs Korn. In: focus.de. Focus Online, abgerufen am 27. Februar 2016.
  10. Die SPD bekommt netzpolitische Nachhilfe zeit.de, 3. Dezember 2011
  11. Gründungsmitglieder. D64, 2. Mai 2012, abgerufen am 11. Februar 2019 (Archivierte Version der Seite).
  12. Operation Naked. (Nicht mehr online verfügbar.) In: zdf.de. Archiviert vom Original am 27. Februar 2016; abgerufen am 27. Februar 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zdf.de
  13. Operation Naked auf YouTube
  14. Mein erster Fernsehkrimi | Mario Sixtus. Abgerufen am 3. Oktober 2018 (deutsch).
  15. Stefan Biestmann: Darum geht es in den zwei Bielefelder »Wilsberg«-Folgen. In: Westfalen-Blatt. (westfalen-blatt.de [abgerufen am 24. November 2018]).
  16. Podcast-Preis für Fernseh-Urgesteine. In: heise online. 27. Januar 2007, abgerufen am 20. Januar 2017.
  17. Lead Award. In: leadacademy.de. Abgerufen am 18. Januar 2017.
  18. Alle Preisträger – Grimme Online Award. In: grimme-online-award.de. Abgerufen am 18. Januar 2017.
  19. fiene & die blogger 2011. In: daniel fienes weblog. 22. Dezember 2011, abgerufen am 5. Februar 2017.
  20. Das sind die Nominierten beim Webvideopreis 2014. In: tonight.de. Abgerufen am 5. Februar 2017.
  21. Preise und Nominierungen. In: zdf.de. Abgerufen am 18. Januar 2017.
  22. Nominierungen – Grimme-Preis. In: grimme-preis.de. Abgerufen am 18. Januar 2017.
  23. Tilt! bei Discogs (englisch)