Mario Voigt

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Mario Voigt 2016

Mario Voigt (* 8. Februar 1977 in Jena) ist ein deutscher Politiker (CDU), seit 2009 Mitglied des Thüringer Landtags und seit 2014 einer von drei stellvertretenden Landesvorsitzenden der CDU Thüringen. Seit 2017 forscht und lehrt er als Professor für Digitale Transformation und Politik an der Quadriga Hochschule Berlin.[1] 

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Voigt erwarb 1995 sein Abitur am Ernst-Abbe-Gymnasium Jena. Er absolvierte von 1995 bis 1996 seinen Zivildienst auf der Chirurgischen Intensivstation des Klinikums der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Anschließend studierte er von 1997 bis 2003 Politikwissenschaften, Öffentliches Recht und Neuere Geschichte an den Universitäten Jena, Bonn und Charlottesville (USA). Er promovierte 2008 zum Dr. phil. im Fach Politikwissenschaft an der TU Chemnitz bei Eckhard Jesse.

Voigt arbeitete für die politische Repräsentanz von Siemens in Brüssel, die politische Planungsabteilung der CDU in Berlin und die Konrad-Adenauer-Stiftung in Washington. Im Jahr 2004 war er für die Konrad-Adenauer-Stiftung mehrere Monate als Wahlbeobachter in den USA. Ende 2007 übernahm er als Leiter die Unternehmenskommunikation und Investor Relations des Jenaer Konzerns Analytik Jena AG. Diese Tätigkeit beendete er Ende 2009. Als Strategieberater der Leadagentur McCann-Erickson nahm Voigt an der Bundestagswahlkampagne von Angela Merkel im Jahr 2005 teil. Seitdem engagiert er sich für Public Affairs Kampagnen von der lokalen bis zur internationalen Ebene in den Themen Mobilisierung und Digitales Campaigning. Im Bundestagswahlkampf 2017 ist er für die CDU Strategieberater für Mobilisierung.

Zum 1. Januar 2017 wurde Voigt zum Professor für Digitale Transformation und Politik an der Quadriga Hochschule berufen.

Parteilaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mario Voigt (2008)

Voigt wurde 1994 Mitglied der Jungen Union und der CDU. Von 1999 bis 2000 war er der erste ostdeutsche Bundesvorsitzende des Rings Christlich Demokratischer Studenten (RCDS), gemeinsam mit den Stellvertretern Christoph Ritzer und Konrad Grütter. Er ist seit 2000 Mitglied im Kreisvorstand und seit 2008 stellvertretender Kreisvorsitzender der CDU Saale-Holzland-Kreis. Im Kreistag des Saale-Holzland-Kreises ist er seit 2004 Mitglied und war von 2009 bis Juni 2011 Fraktionsvorsitzender. Von 2002 bis 2009 war er stellvertretendes Mitglied im Vorstand der Europäischen Volkspartei (EVP). Im Jahr 2004 war er Kandidat für die Europawahlen in Thüringen. Von 2005 bis 2010 war er Landesvorsitzender der Jungen Union Thüringen. Er ist seit 2009 Mitglied im Thüringer Landtag. In der Legislatur 2009-2014 war er Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie Mitglied im Haushalts- und Finanzausschuss. Seit 2014 ist Voigt Fraktionssprecher für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung sowie Mitglied im Energie und Umweltausschuss.

Voigt wurde am 20. Mai 2010 vom Landesvorstand seiner Partei zum Generalsekretär der CDU Thüringen nominiert und am 13. November 2010 mit 79,0 % sowie am 10. November 2012 mit 65,5 % auf Landesparteitagen im Amt bestätigt. Im Zusammenhang mit dieser Ernennung trat er im Juli 2010 als JU-Landesvorsitzender zurück; zu seinem Nachfolger in diesem Amt wurde im September 2010 Stefan Gruhner gewählt. Auf dem CDU-Landesparteitag am 13. Dezember 2014 wurde Voigt zu einem von drei stellvertretenden Landesvorsitzenden der Thüringer CDU gewählt. Das Amt des Generalsekretärs, das er bisher bekleidet hatte, wurde nicht wieder besetzt.

Abgeordnetentätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Voigt kandidierte bei der Landtagswahl in Thüringen 2009 als Direktbewerber der CDU im Wahlkreis Saale-Holzland-Kreis II. Er zog mit 36,9 % der Stimmen erstmals in den Thüringer Landtag ein. Bei der Landtagswahl in Thüringen 2014 behauptet er sein Direktmandat mit 41,2 %.

Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zusammenhang mit dem Wahlkampf zur Landtagswahl 2009 ist er als JU-Landesvorsitzender aufgrund seiner „Stoppt-Ramelow“-Kampagne in die Kritik geraten. Das Anliegen der Jungen Union Thüringen war es, gezielt die Auseinandersetzung mit Bodo Ramelow und der Linkspartei aufzunehmen sowie gezielte kontrastierende politische Werbung zu machen.[2] Öffentlich wurden diese Wahlkampfmethoden durch die Publikation eines entsprechenden Rundschreibens auf der Whistleblower-Plattform WikiLeaks.[3]

Mitgliedschaften und Ehrenämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Voigt ist Mitglied im Kuratorium der Landeszentrale für Politische Bildung Thüringen. Er sitzt der Suchthilfestiftung Wendepunkt Alternative vor. Gemeinsam mit Anja Siegesmund, Thüringer Ministerin für Umwelt, ist er Vorsitzender des Fördervereins des Instituts für Politikwissenschaft der FSU Jena. Zudem ist Voigt Mitglied im Förderkreis der Berufsakademie Gera und Mitglied im Bundesvorstand des Rings Christlich Demokratischer Akademiker. Er ist Herausgeber und Mitglied im Beirat des politischen Magazins "Civis mit Sonde".

Seit 2016 ist Voigt stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Fussballvereins FC Carl-Zeiss Jena. Er begleitet mehrere Juryfunktionen u. a. Deutscher Preis für Online-Kommunikation oder European Public Affairs Award. 

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Voigt publiziert regelmäßig über politische Kampagnen und Kommunikation und hat in über 25 Ländern zu digitalem Campaigning, Mobilisierung und Public Affairs gesprochen.

Als Monographien erschienen von Voigt:

  • Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf 2016, mit Andrea Römmele und Ralf Güldenzopf [Sonderheft der Zeitschrift für Public Affairs]. Berlin 2017.
  • Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf – George W. Bush gegen John F. Kerry, 2010.
  • Politikberatung als Beruf, mit Florian Busch-Janser und Sandra Gerding, Berlin 2005.
  • In der Mitte der Kampagne - Grassroots im Bundestagswahlkampf 2005, mit Florian Melchert und Fabian Magerl, Berlin 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mario Voigt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. quadriga-hochschule.com: Vita, abgerufen am 4. August 2017
  2. "Berliner Morgenpost: Berliner Gericht stoppt Anti-Ramelow-Kampagne" 5. August 2009
  3. Netzpolitik: Schmutzkampagne der Jungen Union bei Wikileaks