Mario Wirz

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Der Dichter Mario Wirz (1956–2013)

Mario Wirz (* 3. Dezember 1956 in Marburg an der Lahn; † 30. Mai 2013 in Berlin[1]) war ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Kindheit verbrachte Mario Wirz im hessischen Frankenberg.[2] Nach dem Abitur absolvierte er eine Ausbildung zum Schauspieler in Berlin. Es folgten Engagements an verschiedenen Theatern als Schauspieler und Regisseur, u. a. an der Vagantenbühne in Berlin und am Stadttheater in Kiel.[2]

Seinen Durchbruch als Autor hatte Mario Wirz 1992 mit dem Erzählband Es ist spät, ich kann nicht atmen, der, wie auch einige seiner späteren Werke, seine HIV-Infektion thematisierte. Die Welt schrieb: „Mario Wirz weist sich auch mit diesem Band als einer der begabtesten Literaten deutscher Sprache aus.“[3]

Von 1988 bis zu seinem Tod lebte und arbeitete er als Schriftsteller in Berlin. Seine Prosa und Lyrik erscheinen im Aufbau-Verlag. Übersetzungen von Wirz’ Werken sind in Frankreich, den USA, Griechenland, der Ukraine, Italien und Ungarn erschienen.

Am 30. Mai 2013 verstarb Wirz an den Folgen einer Krebserkrankung in Berlin. 2014 erschien der Kurzfilm „Mario Wirz“ von Rosa von Praunheim, der sechs Wochen vor dem Tod des Autors am 16. April 2013 gedreht wurde. Während eines Spazierganges reflektieren beide über das Leben und das Sterben.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prosa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Es ist spät, ich kann nicht atmen. Ein nächtlicher Bericht. Berlin 1992.
  • Biographie eines lebendigen Tages. Erzählung, Berlin 1994.
  • Folge dem Fieber und tanze. Briefwechsel mit Rosa von Praunheim, Berlin 1995.
  • Umarmungen am Ende der Nacht. Erzählungen, Berlin 1999.
  • Auf dem Grund der Gläser. Berliner Trommel-Szenen. Erzählung, In: Nachtfieber. Bruno Gmünder Verlag, Berlin 2008.
  • mit Christoph Klimke: Nachrichten von den Geliebten. Berlin 2009. (über den gemeinsamen Dichterfreund Detlev Meyer[4])
  • mit Christoph Klimke: Unwiderruflich glücklich. Erzählungen. Berlin 2013.

Lyrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Und Traum zerzaust dein Haar. Göttingen 1982.
  • All die vielen Nachtschritte. Göttingen 1984.
  • Ich rufe die Wölfe. Berlin 1993.
  • Das Herz dieser Stunde. Berlin 1997.
  • Sieben Leben hat die Woche. Berlin 2003.
  • Sturm vor der Stille. Berlin 2006.
  • Vorübergehend unsterblich. Gedichte; Aufbau Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-351-03314-9.
  • Zwischen den Namen und Orten. Kalender mit Gedichten und Fotografien von Martin E. Kautter. HS-SOLID - edition männertreu, Berlin 2012, ISBN 978-3-9814119-6-6.
  • Mario Wirz. (= Poesiealbum. 306), Grafik Rinaldo Hopf. Märkischer Verlag, Wilhelmshorst 2013, ISBN 978-3-943708-06-6.
  • Jetzt ist ein ganzes Leben. Gedichte. Aufbau Verlag, Berlin 2013. (postum)

Theaterstücke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Atemlos. UA Jugendtheater Kiel 1982.
  • Bella Italia. UA Jugendtheater Kiel 1983.
  • Hat ein Messer im Schnabel. UA Krolltheater Berlin 1986.
  • Nest für einen Star. UA Theater 36 Berlin 1988.

Stipendien und Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Axel Schock, Karen-Susan Fessel: Out! 800 berühmte Schwule, Lesben und Bisexuelle. Querverlag, Berlin 2004, ISBN 3-89656-111-1, S. 298.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Autor Mario Wirz gestorben. In: Frankfurter Rundschau. 31. Mai 2013.
  2. a b Mario Wirz: Ich rufe die Wölfe. Gedichte. Aufbau-Verlag, Berlin 1993, ISBN 3-351-02227-1, S. 80 (biographische Angaben zum Autor).
  3. Zitiert nach Mario Wirz: Ich rufe die Wölfe. Gedichte. Aufbau-Verlag, Berlin 1993, S. 80.
  4. Deutsche Aidshilfe: Mario Wirz: „Ich bin blond und unsterblich“ (Memento vom 30. Juni 2013 im Webarchiv archive.is)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]